INFORMATIONEN ZU FRÜHEREN VERANSTALTUNGEN

 Plakate zu aktuellen Veranstaltungen finden sich unter Downloads (ebenso wie ausführliche Berichte). Weiterverbreitung und Aushang sind ausdrücklich erwünscht. Fortlaufende Informationen sind über die Emailadresse kulturwerkstatt@gmx.de anzufordern.

Unten findet sich eine Auflistung der bisherigen Veranstaltungen der Kulturwerkstatt einschließlich Auszüge aus den damaligen Materialien, mit denen in der Werbung auf sie aufmerksam gemacht wurde („Infos“).

Sukzessive werden auf dieser Seite auch repräsentative Photos, Dokumente und Presseberichte zu unseren Veranstaltungen veröffentlicht. Es ist jeweils vermerkt, bei wem die Rechte an den Aufnahmen liegen.

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Samstag, 22. Juli 2017, 20 Uhr, Vortrag:

"Was Tiere so alles erzählen - Erlebnisse aus der Tierkommunikation"

Referentin: Sandra Utiger

 

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:

Eine Premiere erlebte das Publikum des Juli-Vortrags im Programm der Kulturwerkstatt-Dreiländereck e.V.: Erstmalig trat die als Tierkommunikatorin in der Schweiz arbeitende und ihr Wissen ansonsten in praktischen Kursen vermittelnde Sandra Utiger auch als Referentin auf.  Utiger, die ihrer Tätigkeit neben ihrem eigentlichen Beruf nachgeht, erzählte viele beispielhafte Erlebnisse, die ihr als Tierkommunikatorin zuteil geworden waren – teils weiter zurückliegende, teils erst wenige Tage alte. Sie hatte im Hinblick auf den Vortrag insbesondere unterhaltsame Begebenheiten ausgewählt.

Zunächst jedoch schilderte sie, wie sie als im Kanton Baselland aufgewachsenes Einzelkind schon früh viel Gelegenheit zu Kontakt mit Tieren hatte, denn der Patenonkel ihres Vaters führte damals einen Zoofachhandel in der Nähe von Basel, in dem sie sich gerne aufhielt. Verreiste der Patenonkel im Sommer, kümmerte sich der Vater um das Geschäft – und sie habe es sich natürlich nicht nehmen lassen, dabei zu sein. Ihr habe es gefallen, dass die Tiere sie ohne Wertung genau so akzeptierten, wie sie war, und blitzschnell Vertrauen fassten.  Sie habe schon damals mit ihnen kommuniziert, jedoch sei ihr dies nicht wirklich „bewusst“ gewesen.

Jahre später, als sie mit ihrem – im Publikum ebenfalls anwesenden – Mann in einer auf dem Land lebte, teilten sie ihre Wohnung mit einem Kaninchen namens Valentin. Wäre es nach seinem Züchters gegangen, der ihm zu lange Ohren konstatierte, wäre er schon nicht mehr am Leben gewesen … Als Valentin erkrankte und eine Operation bevorstand, habe sie sich in ihrer Verzweiflung an eine Tierkommunikatorin aus der Innerschweiz gewandt. Dieser habe Valentin dann sein alltägliches Leben bis in geradezu verblüffende Details hinein beschrieben und ihr und ihrem Mann seinen Dank ausgesprochen. Bei der Operation sei er dann verstorben. Für Utiger war dieses Erlebnis der Anlass, bei dieser Tierkommunikatorin quasi noch einmal die „Schulbank zu drücken“.

Die – anonymisierten – Geschichten aus ihrem Alltag waren nicht minder erstaunlich. So teilte ihr ein Kater beispielsweise mit, dass er den „Strampelanzug“ seines Besitzers doof finde. Tatsächlich stellte sich heraus, dass dieser neuerdings einen solchen trug, da er nachts an den Füßen fror. Als man dem Kater in der Kommunikation den Grund vermittelte, weshalb er dies tue, ließ er ihn daraufhin wieder in Ruhe schlafen. Ebenso hilfreich war zu erfahren, dass die Einnahme eines bestimmten Medikaments dem Tier Magenschmerzen bereitete. Ein anderes Mal war die Katze des Hauses plötzlich verschwunden. Sie teilte Utiger mit, dass sie sich in einen pechschwarzen Kater „verliebt“ habe und erschien dann auch unmittelbar darauf mit ihrer Begleitung bei ihren Besitzern. Eine andere Geschichte zeigte, dass ein Kater es „besser wusste“ als der Tierarzt, indem er von einem in seiner Pfote durch einen (äußerlich nicht sichtbaren) Dorn verursachten Schmerz erzählte. Erst als daraufhin genauer untersucht wurde, bestätigte sich diese Aussage. Von einem Papagei war zu hören, der sich die Federn am Bauch ausrupfte – aus der Tierkommunikation ergab sich, dass dies mit dem Verzehr von Erdnüssen zusammenhing, die bei ihm eine Allergie auslösten. Im Fall einer Eselin, die ihr Halfter nicht anlegen wollte, erfuhr Utiger, dass dieses eine Neuanschaffung war und ihr einfach nicht gefiel. Sie wünsche sich ein rosafarbenes, glitzerndes. Und tatsächlich ließ sie sich dieses, als es dann beschafft wurde, ohne jedes Widerstreben anlegen.  Auch Tiere, so Utiger, könnten eitel sein … Es sei auch möglich, Absprachen mit Tieren zu treffen. So sei zum Beispiel einmal eine Wespenkolonie durch den Einsatz entsprechender „Diplomatie“ umgezogen und mit einer Spinne habe sie vereinbaren können, an welcher Stelle sie ihr Netz ohne „negative Konsequenzen“ bauen dürfe und wo nicht.

Aus vielen dieser Geschichten wurde zugleich deutlich, wie wichtig offensichtlich Unbefangenheit in der Tierkommunikation ist. So seien sie in einem Schweizer Zoo, den sie einmal mit einer Gruppe besuchte, gefragt worden, ob sie wüssten, was der Tiger, vor dessen Gehege sie standen, am liebsten fresse. Ihre – von diesem selbst vermittelte – Antwort „Erdbeeren“ hätten zunächst alle belächelt. Doch das Zoopersonal habe dies bestätigen können …   

Nach den Geschichten aus ihrem Alltag skizzierte Utiger ihre Grundhaltung. Sie begegne den Tieren, die – genau wie wir Menschen – Intelligenz besäßen und Gefühle, ja auch Humor hätten, stets auf Augenhöhe und Respekt, denn sie erkenne sie als vollwertige Wesen an. So agiere sie niemals manipulativ. Was die Antworten der Tiere generell ausmache, sei, dass sie sehr direkt erfolgen – manchmal als Stimme, manchmal in Form von Bildern – und nie Lügen beinhalten. Sie nehme die Aussagen der Tiere, so wie sie gegeben würden, an. Tiere würden ganz im Jetzt leben, und so würden auch die Antworten ausfallen, das heißt entsprechend ihrer momentanen Befindlichkeit.

Zum Ende des Vortrags stellten die Anwesenden viele Fragen, etwa ob auch eine Kommunikation mit verstorbenen Tieren möglich sei, was Utiger bejahte, insofern das Tier dies auch wünsche, was generell – bei lebenden, wie verstorbenen Tieren – zu respektieren sei. Lügen würden ihre „Gesprächspartner“ nie. Oft seien Tiere aber durchaus überrascht, wenn sich ein Mensch in dieser Form in sie wende, dann könne es aber durchaus geschehen, dass auch andere Tiere im Haushalt sich mitzuteilen wünschten. Prinzipiell könne jeder Mensch die Tierkommunikation erlernen – man „spüre“ dann schon gleich, ob der Kontakt tatsächlich zustande komme; es sei so ähnlich, wie wenn jemand, den man anrufe, das Telefon abnehme. Dann wisse man, dass er „dran“ sei. Es bedürfe, um sich die Tierkommunikation anzueignen, auch nicht teurer, übermäßig in die Länge gezogener Kurse. Sie selbst vermittle das Wesentliche im Rahmen eines eintägigen, erschwinglichen Workshops. Jeder Mensch trage die Fähigkeit zu dieser Form der telepathischen Kommunikation in sich, verliere diese aber dann meist im Lauf des Aufwachsens in unserer technisierten, veräußerlichten Zivilisation; nur vereinzelt – beispielsweise bei einem bestimmten Indianerstamm, komme es heute noch vor, dass sie erhalten bleibe und auch von Mensch zu Mensch funktioniere. Grundsätzlich könne man mit jedem Tier sprechen, gleich ob Wild- oder Haustier, wobei sich der Charakter der Antworten dann eventuell unterscheide. Teilweise sei es erfreulicherweise möglich, mit Tierärzten zusammenzuarbeiten und diesen Hinweise zu geben – meist solchen Ärzten, die auch für Homöopathie offen seien. Gefragt, ob es möglich sei, etwa bei Hunden, auf Erziehung zu verzichten und alles über die Tierkommunikation zu erreichen, meinte sie, man könne zwar vieles auf diesem Weg bewirken. Neben den bereits erwähnten Fällen von „Absprachen“ führte sie auch das Beispiel eines Marders an, der in der Tiefgarage allein ihr Auto verschone. Aber es sei aus ihrer Sicht besser –im Hinblick auf gefährliche Situationen, in denen zwei Hunde miteinander in Kampf geraten –, auch auf anerzogene Kommandos zurückgreifen zu können. Und man müsse seine persönlichen Grenzen kennen. Mit den ihr gänzlich unsympathischen Zecken etwa habe sie noch nie versucht zu kommunizieren, bemerkte sie scherzend.  Die Frage, ob sie denn auch Fleisch esse und ob die zur Schlachtung bestimmten Tiere von dem ihnen bevorstehenden Schicksal wüssten, bejahte sie. Sie esse aber nur sehr wenig Fleisch. Und wenn, dann allein dann, wenn sie sicher sein könne, dass das Tier zuvor unter würdigen Bedingungen gelebt habe – denn dies sei auch den Tieren das Wichtigste. Leider komme es durchaus vor, dass man in der Tierkommunikation Trauriges und Erschütterndes erfahre. So habe ein Hund ihr detailliert von den sadistischen Misshandlungen erzählt, die er bei seinen vorigen Besitzern erdulden musste – was sich dann indirekt bestätigen ließ. Zu dergleichen seien nur Menschen fähig …

Alles in allem war es ein Vortrag zu einem durchaus ungewöhnlichen Thema, wie von Veranstalterseite einleitend bemerkt worden war. Doch dies treffe ja für die meisten Veranstaltungen des Vereins zu – und mache sie gerade interessant …

 

Informationen:

Am Samstag, den 22. Juli, 20 Uhr, findet in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4) ein Vortrag von Sandra Utiger über das Thema "Was Tiere so alles erzählen - Erlebnisse aus der Tierkommunikation" statt. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben. 

In dem Vortrag wird anhand konkreter Erlebnisse gezeigt, dass die Kommunikation mit Tieren offenbar auf eine viel umfassendere Weise möglich ist, als man gemeinhin annimmt.

Sandra Utiger aus Arlesheim (CH) redet seit vielen Jahren mit den Tieren und bietet Tierkommunikationen an. In Ihrem Referat erzählt sie davon:

Schon als kleines Mädchen fühlte ich mich in der Gegenwart von Tieren extrem wohl. Jedes Tier, welches mir auf meinem Weg begegnete, wollte ich kennenlernen, anfassen und einfach liebhaben. Egal wie klein oder groß ein Tier war: ausnahmslos allen diesen Geschöpfen brachte ich meinen Respekt entgegen. Die Tiere erkannten meine tiefe Zuneigung und Offenheit blitzschnell, und so verstand ich mich mit jedem Tier innerhalb von Minuten prächtig. Diese zauberhaften Verbindungen hatten aber auch ihre Schattenseiten. Nämlich dann, wenn ich einen tierischen Freund für immer loslassen musste. Dann hatte ich immer wieder das Gefühl, es würde mir mein Herz für immer zerreißen.

Die Liebe zu den Tieren ist bis zum heutigen Tag geblieben und wird mich bestimmt auch weiterhin begleiten. Sie bereichert mein Leben.

Mit diesem Vortrag möchte ich den Menschen ein paar Erlebnisse aus der Tierkommunikation erzählen. Es handelt sich dabei um wahre Geschichten und Erlebnisse, welche ich aus Gründen der Diskretion einfach nur anonymisiert habe.

An dieser Stelle danke ich allen Besucherinnern und Besuchern für ihr Erscheinen und wünsche ihnen viel Vergnügen! Am Schluss des Vortrags können gerne auch Fragen gestellt werden.“

>> Infos unter: http://www.utiger-tierkommunikation.com

 

 

Samstag, 24. April 2017, 19 Uhr, Vortrag:

"Gesund und harmonisch wohnen. Glück im Leben ist planbar - Gesundheit und Wohlbefinden durch Baubiologie, Geomantie und Vastu"

Referent: Guntram Stoehr

 

Copyright by Björn Steiert

 

 

Bericht:

Zum dritten Mal war Guntram Stoehr in der Kulturwerkstatt zu Gast. Nun referierte er über ein Thema, das hierzulande noch weitgehend unbekannt ist, nämlich die aus Indien stammende und dort populäre Vastu-Lehre. „Wenn es bekannt wäre, was mit Vastu alles möglich ist, würden hier noch bedeutend mehr Menschen sitzen“, meinte Stoehr und gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass Vastu – ebenso wie Yoga oder Ayurveda – im Westen ebenfalls Verbreitung finden werde. Er selbst kann als Autor des Buches „Glück im Leben ist planbar“ als ein Pionier auf diesem Gebiet betrachtet werden.

Unter Vastu – einem Vorläufer des Feng Shui – versteht man kurz gesagt eine aus den jahrtausendealten indischen Weisheitsstiften, den „Veden“, stammende Lehre, die besagt, wie der Wohnraum anzulegen und zu gestalten ist. Die Erkenntnisse des Vastu beziehen zum Beispiel die Analyse und Wahl eines Grundstücks ein, bieten aber auch vielfältige Möglichkeiten, bestehende Lebensräume zu verbessern. Höchstes Ziel bei allem sei letztlich, den Bewohnern zur „Erleuchtung“ zu verhelfen.

So zeigen nach Vastu errichtete Häuser beispielsweise Elemente wie einer nach oben (das heißt zum Geistigen) hin ausgerichteten Giebelform sowie eine Verbindung zur Erde mittels eines Sockels – anders als viele moderne Bauten, die oft weder einen Bezug zum Himmel noch zur Erde aufwiesen und oft nur in den Farben Weiß, Grau und Schwarz gehalten seien. Ebenfalls charakteristisch für Vastu-Häuser ist die Bevorzugung des Atrium-Hauses. Das Artrium bringt hierbei den geschützten Raum im (eigenen) Inneren zum Ausdruck. Unter den anderes gearteten klimatischen Verhältnissen Indiens gibt es tatsächlich auch inmitten von Wohnungen die nur durch ein Gitter geschützte Möglichkeit der Öffnung nach oben hin – der Regen versickere einfach an dieser Stelle im Boden, wie Stoehr anhand eines Beispiels zeigte.   

Stoehr erkannte manche Bauprinzipien des Vastu in der griechischen Antike wieder und glaubt auch, dass der sogenannte „vetruvische Mensch“ – für den Leonardo da Vinci seine eigene, berühmte Lösung fand – eigentlich auf ein aus dem Vastu bekanntes Bild zurückzuführen ist, in dem ein menschlicher Körper auf einem quadratischen Grundriss im Kreis zu sehen ist. Makrokosmos und Mikrokosmos entsprechen sich hier: So finden sich Analogien zwischen Mensch, Grundstück und Kosmos auf vielfältigen Ebenen. Wie die Saite eines Musikinstruments in Schwingung versetzt werde, wenn ein Ton die richtige Frequenz treffe, könne gleichsam auch ein Haus harmonisch mit der Umgebung, ja dem All ins „Mitschwingen“ geraten, wenn es – beispielsweise durch das Verhältnis seiner Proportionen zueinander – entsprechend gestaltet sei.

Insofern ein positives Umfeld positive Gedanken und damit auch positive Handlungen (und gemäß indischem Denken damit ein gutes Karma) hervorrufe, könne man tatsächlich sagen: „Glück im Leben ist planbar.“ 

Stoehr hatte, wie er schilderte, das Glück, Vastu auf authentische Weise von einem indischen, des Sanskrits mächtigen Experten vermittelt zu bekommen – denn manches, was heute als Vastu vertreten wird, sei nicht mit dem ursprünglich Gesagten identisch, sondern vermischt mit anderen Lehren. Dabei sei es übrigens ein Irrtum, die Jahrtausende alten Texte wären für unsere Gegenwart irrelevant, denn die alten Weisen hätten, auch wenn es unglaublich klinge, die Problematik des modernen Lebens in Großstädten vorausgesehen und so sei Vastu eigentlich sogar insbesondere für unsere Zeit gedacht. Dies sei den Texten zu entnehmen. Übrigens habe man damals für jedes bebaute Stück Land eine gleich große Fläche der Natur zum wilden Bewuchs überlassen.

Der Referent sprach keineswegs als Theoretiker, sondern als Praktiker. Als Baubiologe und Architekt hat er selbst Vastu-Häuser konstruiert und umgesetzt – als einmal ein sensitives Kind eines von diesen besucht habe, sei es aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen: „Was ist denn hier los!?“, habe es gerufen, obwohl niemand im Vorfeld es auf die Besonderheiten des Hauses hingewiesen habe.  

Stoehr erläuterte, wie man anhand des Vastu positive und negative Potenziale eines Stück Landes oder eines Hauses erkennen könne, etwa hinsichtlich der Konflikte mit dem Nachbarn oder der Finanzen seiner Bewohner. Wichtig zu beachten seien hier etwa die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen, das Gefälle des Geländes, die Lage von stehendem oder fließendem Wasser, der Verlauf von Straßen und viele weitere Faktoren. Ein mit Zustimmung der Betroffenen gegebenes Beispiel aus der Praxis machte dies besonders deutlich.

Um ein besseres Gefühl für die Wirkung von Räumen und Formen zu vermitteln, bat er, sich vorzustellen, wie es wäre, man sich in die Mitte eines völlig leeren, offenen Zugabteils setze und der neu hinzusteigende Fahrgast genau neben einem Platz nehme. Gewiss nicht gerade angenehm … So müssten Räume dem Menschen die Empfindung vermitteln, dass sie seiner „Aura“ genügend Möglichkeit der Entfaltung böten …

Bei alledem dürfe man den eigentlich spirituellen Aspekt nicht außer Acht lassen: Es sei kein Zufall, dass man so wohne, wie man gerade wohne – das persönliche Umfeld wolle einem etwas sagen über die „Lebensthemen“ beziehungsweise die momentan wichtigen Themen, die es zu erkennen und zu bearbeiten gelte.

Neben grundlegenden Aspekten, die vor einem Hausbau zu beachten sind, gab Stoehr auch manche aus dem Vastu stammende Empfehlungen für den Alltag. So etwa, nicht mit dem Kopf nach Norden zu schlafen (weil man im Vastu auch von einer magnetischen Ausrichtung des Menschen ausgehe und der Kopf dem Norden entspreche, was sich nicht gut vertrage), sondern nach Osten (Inspiration) oder Süden (Gesundheit). Auch die Farbgestaltung von Räumen sprach er an. So konnten die Anwesenden unmittelbar umsetzbare Anregungen mit nach Hause nehmen. Dabei gab er zu bedenken, dass ein einzelner negativer Faktor bei einem Haus oder einer Wohnung noch nichts Schlechtes bedeuten müsse, wenn er durch andere – wichtigere – positive Faktoren aufgehoben und wettgemacht werde.   

Was für Wohnbauten gelte, gelte im Übrigen nicht zwingend für Sakralbauten und umgekehrt – diese würden teils nach anderen Gesetzmäßigkeiten gestaltet. Sehr eindrucksvoll hatte Stoehr den Besuch eines Vishna-Tempels in Indien empfunden, zu dem ihn sein Lehrer mitgenommen hatte. Durch die besondere Architektur und die jahrtausende währende Gebetspraxis der Mönche sei ein Kraftort entstanden, und das Gefühl, welches man dort – innerhalb dieses Vastu-Mandalas – erleben könne, sei unbeschreiblich. Ja, er sei verblüfft gewesen, als er noch eine weitere erstaunliche Entdeckung gemacht habe:

Gegenwärtig revolutioniere der niederländische Homöopath Jan Scholten die Homöopathie, indem er die Mittelwahl an dem Periodensystem der Elemente ausrichte und dieses wiederum mit dem menschlichen Lebens- und Entwicklungsweg in Beziehung setze. Tatsächlich werde eines  der Elemente aus der Reihe der seltenen Erden – und zwar ausgerechnet eines, das eine spirituelle Entwicklung ausdrücke – mit einer komplexen Zahlenfolge angeführt, die exakt den Zahlenanordnungen entspreche, welche man in dem besagten Vishnu-Tempel vorfinde. 

Den Darstellungen zum Vastu vorausschickend, hatte Stoehr noch einige Gesichtspunkte zur Geomantie und Baubiologie erläutert – etwa, dass man anhand der Baumwuchsformen auf die Qualität eines Ortes schließen könne oder dass man im Hinblick auf ein gesundes Ionenverhältnis möglichst wenig künstliche Oberflächen mit Luftkontakt haben sollte; bis 1950 hätte man im Übrigen noch zu 65 Prozent mit mineralischen und zu 35 Prozent mit organischen Materialien gebaut – heute zu 15 Prozent mit mineralischen, zu 5 Prozent mit organischen und zu 80 Prozent mit künstlichen Stoffen. Für Stoehr sind die die natürlichen Materialien – auf die sich der menschliche Organismus im Prozess der Evolution ja eingestimmt habe – die bessere Wahl. Dagegen sehe man heute eine Zunahme von allerlei Allergien.

Auch die Belastung durch hoch- und niederfrequenten Strom und das Problem der offiziell aus Sicht Stoehrs (aber auch von Ärzten und bestimmten Instituten) viel zu hoch beziehungsweise willkürlich angesetzten Grenzwerte wurde angesprochen. Durch ein silberbedampftes Netz – das wie ein Moskitonetz über das Bett zu spannen ist – könne man seinem Körper wenigstens in der Regenerationsphase des Schlafes Schutz gönnen. Stoehr riet unter gesundheitlichen Aspekten dazu, möglichst wenig Gespräche via Handy zu führen – und wenn, das Handy nicht nahe an den Kopf zu halten. Er verwies auf den kritischen Dokumentarfilm „Thank You For Calling“ und auf eine in erster Instanz gewonnene Sammelklage gegen die Großen der Branche, die nun ganze Heerscharen von Anwälten geschäftigen würden. Viele sähen eine ähnliche Entwicklung wie damals beim Asbestskandal. In einigen Jahrzehnten, so erwarte Stoehr, würden die Menschen uns für verrückt halten, dass wir so sorglos mit diesen Technologien umgegangen seien – etwa wie damals, als man mit Röntgenapparaten getestet habe, ob der zum Kauf gewählte Schuh auch passe.   

  

Informationen:

Am Samstag, den 24. Juni, 19 Uhr, hält Guntram Stoehr in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4, 79539 Lörrach) einen Lichtbild-Vortrag über das Thema: "Gesund und harmonisch wohnen. Glück im Leben ist planbar - Gesundheit und Wohlbefinden durch Baubiologie, Geomantie und Vastu". Stoehr war schon mehrfach als Referent in der Kulturwerkstatt zu Gast. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.

Ein Haus oder eine Wohnung sollten eine „Quelle der Kraft“ sein, bei der sich der Bewohner stärken und erholen kann. Der Wohnort sollte dem Bewohner auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene Gesundheit und Zufriedenheit bringen.

Gesundes und harmonisches Wohnen ist vor allem dann zu erreichen, wenn das Wohnhaus im Einklang mit den Gesetzen der Natur gebaut ist. Doch welche Möglichkeiten gibt es für bestehende Mietwohnungen oder für Neu- und Umbauten, um die Natur bestmöglich in das Wohnumfeld einzubeziehen? Welche grundlegenden Aspekte müssen berücksichtigt werden, um eine solche harmonische Wohnatmosphäre zu erreichen?

Diesen Fragen widmet sich der Vortrag und zeigt Möglichkeiten auf, wie ein gesundes Wohnumfeld an Hand von Baubiologie, Geomantie und Vastu (Baulehre aus Indien und Vorgänger des Feng Shui aus China) erreicht werden kann. Die Baubiologie und die heutigen Möglichkeiten der technischen Ausstattung geben dem Bauwerk einen gesunden physischen Rahmen. Geomantie und Vastu verleihen dem Gebäude Sinn und Harmonie auf geistiger und seelischer Ebene.

Der Vortrag bietet einen Überblick über die wichtigsten Faktoren, welche als Grundlage für ein gesundes und harmonisches Wohnen berücksichtigt werden sollten. Dabei werden Möglichkeiten vorgestellt, um in zeitgemäßer und ganzheitlicher Architektur im Einklang mit der Natur zu wohnen.

Zum Thema des Vortrags hat der Referent unlängst das Buch „Glück im Leben ist planbar. Der ganzheitliche Vastu-Ratgeber für Wohnung, Haus und Garten“ publiziert (24,90 Euro, ISBN: 978-3-946637-00-4).

Zur Person: Guntram Stoehr, Dipl.-Ing. Architekt, studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar. Nach mehrjähriger Architektentätigkeit in der Schweiz arbeitet er heute als Freier Architekt in Freiburg i. Br. In seinen Projekten verbindet er moderne Architektur mit Baubiologie, Geomantie sowie dem traditionellen Bauwissen des indischen Vastu. Er hält Vorträge und Seminare, leitet geomantische Reisen und bietet eine Ausbildung in Geomantie und Vastu an.

Infos: www.architektur-geomantie.com

  

 

Samstag, 29. April 2017, 19 Uhr, Vortrag mit Jenseitskontakt-Demonstration: 

 "Begegnungen zwischen 'Diesseits' und 'Jenseits'"

 Referentin: Conny Giammarresi (bekannt aus der Kino-Doku "Winna. Weg der Seelen")

Copyright by Björn Steiert

Bericht:

Die aus der Kino-Dokumentation „Winna. Weg der Seelen“ bekannte Schweizerin Conny Giammarresi hielt in der Kulturwerkstatt erstmals einen Vortrag in Deutschland. Die 1978 geborene Referentin, die auch einige Jahre in Basel gelebt hatte, ehe sie in ihre Heimat ins Wallis zurückkehrte, arbeitet als sogenanntes „Medium“. Das heißt, sie bietet Hilfe für Menschen an, die Verbindungen zu Verstorbenen herstellen möchten. Wie diese Arbeit sich praktisch gestalten kann, zeigte sie am Ende des Vortrags durch drei Kontaktversuche.

Im ersten Teil des Vortrags schilderte sie zunächst, wie diese Wahrnehmungen erstmals bei ihr auftraten, wie sie diese entwickelte und heute anwendet. Sie betonte zunächst, dass sie sich nicht für etwas „Besonderes“ im Sinne von „höherstehend“ halte. Sie glaube, dass grundsätzlich jeder diese Fähigkeiten erlernen könne. Und sie wolle nicht in irgendeiner Weise „missionieren“ oder anderen ihre Überzeugungen aufzwingen. Was sie schilderte, erzählte sie ganz aus ihrer persönlichen Sicht, und sie formulierte stets so, dass sie die Menschen im Publikum freiließ und unterschiedliche Auffassungen respektierte. Auch wurde deutlich, dass sie wenig mit den von ihr so bezeichneten „Bluemeli“-Esoterikerinnen gemein hatte …

Giammarresis Vortrag war von ihrer warmherzig-humorvollen, uneitlen Art geprägt. Sie erzählte, wie sie als Kind beim Spielen, als sie einmal nicht brav sein wollte, plötzlich die Anwesenheit einer Frau wahrnahm, die sie in ihr Zimmer begleitete und Zeit mit ihr verbrachte. Dies habe sie als schön empfunden. In der anschließenden Nacht sah sie jedoch viele Menschen an ihrem Bett stehen, was ihr dann Angst gemacht habe. Dieses sich wiederholende Erlebnis sei sehr belastend gewesen, jedoch habe sie das große Glück gehabt, bei sehr verständnisvollen, tollen Eltern aufzuwachsen  … Später habe sie dann im Film „The Sixth Sense“ erstmal gesehen, wie jemand – wenn auch im fiktiven Rahmen – mit ähnlich furchteinflößenden Erlebnissen konfrontiert worden sei. Ihre Begabung habe sie jedoch lange Zeit ignoriert, bis ihr – im Publikum ebenfalls anwesender – Mann ihr zum Geburtstag einen Kurs in Medialität geschenkt habe. Dieses Geschenk habe sie zunächst „doof“ gefunden, doch als sie dann schlussendlich doch an dem Kurs teilnahm, stellte sie sehr rasch fest, dass es genau das sei, was sie machen wolle. So ist sie ihrem Mann heute noch dankbar, zumal er in ihrem Leben und als Ausgleich zu ihrer eher extrovertierten Art einen wichtigen Ruhepol darstellt.

Ihr eigenes Schicksal hatte sie wiederholt mit schweren Ereignissen konfrontiert. Beispielsweise hätten acht ihr nahestehende Menschen Selbstmord begangen. Sie machte klar, dass sie niemanden „verurteilen“ wollte, der diese Todesart gewählt habe. Wenn nun Klienten zu ihr kämen, könne sie sich zwar relativ gut abgrenzen. Schwieriger sei es jedoch mit dem, was in ihrem eigenen Umkreis vor sich gehe und alltäglich auf sie einstürme. Da könne sie vieles oft nur „schwer verdauen“. Vielleicht sei es manchen unter den Zuhörern auch so gegangen, dass sie sich auf einer Zugreise plötzlich sehr müde gefühlt hätten, weil sie unbewusst so vieles von den Gedanken und Gefühlen der anderen Reisenden aufgenommen hätten. Aber grundsätzlich habe sie gut gelernt, ihre Wahrnehmungen auszuschalten. Und wenn einen eine dringende Botschaft erreichen solle, dringe diese schon durch. Manchmal freilich, etwa im Restaurant, könne es ganz spontan geschehen, dass ihr Informationen über eine bestimmte Person nur so zuströmten …

Zu der von ihr selbst angesprochenen Frage, ob es richtig sei, für ihre Arbeit Geld zu nehmen, meinte sie, dass aus ihrer Sicht jeder Mensch das Recht habe, mit seiner besonderen Begabung Geld zu verdienen – sei es nun ein Koch oder ein Medium. Sie sei froh, dass sie von dem, was sie tue, leben könne. Allerdings bewegten sich ihre Preise im moderaten Rahmen und falls ein Klient nicht zufrieden sei, müsse er auch nichts bezahlen. Sie wolle von den Menschen, die zu ihr kommen, zunächst nichts wissen, um unbeeinflusst zu sein. Interessant sei, dass sich auch Verstorbene melden könnten, zu denen zu Lebzeiten gar kein Kontakt bestanden habe. Einmal etwa habe sich der Großvater gemeldet, der seine Enkelin nie persönlich kennengelernt, sie jedoch von der geistigen Welt aus begleitet habe.

Von Anwesenden im Publikum gefragt, ob sie bei den Waldspaziergängen mit ihren Hunden auch Naturgeister wahrnehme oder zu Engeln Kontakte herstelle, antwortete sie, dass ihre Begabung und Berufung mehr in der Arbeit mit den Verstorbenen liege. So erlebe sie – anders als zum Beispiel Sam Hess, der ebenfalls schon in der Kulturwerkstatt  referiert hatte – die Naturgeister nicht unmittelbar. Jeder habe eben seine besonderen Fähigkeiten und Aufgaben, was sich dann gut ergänze. Mit „Geistführern“ arbeite sie allerdings zusammen. Auf die Frage, ob es auch eine dunkle Seite gebe, meinte sie, das könne sie nicht verneinen, aber sie habe doch oft erlebt, dass sich vieles, was zunächst ausschließlich dunkel erscheine, transformiere und dann doch Positives zufolge habe. Das Böse, wie wir es aus Hollywood-Filmen kennen, zeichne da meist zu sehr „Schwarz-Weiß“, weshalb wir gewohnt seien, dies auch so zu sehen. Eine weitere Frage, die in diesem Zusammenhang von den Anwesenden angesprochen wurden, war die nach dem Schicksal Adolf Hitlers. Allgemein gesagt auch nach dem „Karma“ von Verbrechern. Grundsätzlich meinte Giammarresi, die sensibel auf dieses heiklere Thema einging, dass es ihrer Auffassung nach nicht so sei, dass man für das Böse, was man getan habe, „bestraft“ werde, indem man eben solches erleiden müsse, sondern vom Schicksal in einem nächsten Leben dann dazu veranlasst werde, dieses durch gute Handlungen „auszugleichen“. Ob sie denke, dass man auch mit Gott kommunizieren könne, fragte eine andere Teilnehmerin. Dies bejahte die Referentin, zumal sie Gott als den Menschen „nah“ erlebe und glaube, dass jeder Mensch etwas Göttliches in sich trage.   

Nach einer Pause und weiteren Fragen folgte die Demonstration der Jenseitskontakte, worunter nicht etwa eine spiritistische Seance zu verstehen war, sondern eine quasi ganz „normale“ Form der zwischenmenschlichen Begegnung. Giammarresi beschrieb zwei mögliche Varianten der Kontakte. Die eine bestehe darin, dass sie zu einer bestimmten Person mit der Botschaft eines Verstorbenen „gezogen“ werde. Die andere darin, dass sie den Verstorbenen, der sich bei ihr melde, immer konkreter beschreibe, bis klar sei, zu welcher Person im Publikum er „gehöre“. Die zweite Variante, das sogenannte „Etablieren“, sei ihr bei Veranstaltungen diese Art lieber, da es die Menschen nicht so unmittelbar konfrontiere. Sie bat allerdings auch nachdrücklich darum, bei den Rückmeldungen objektiv zu bleiben: Wenn sie frage, ob die sich  angesprochen Fühlenden mit den Informationen zu dem jeweiligen Verstorbenen etwas anfangen könnten, sollten diese nicht „passend“ gemacht werden. Außerdem versprach sie, allzu persönliche Inhalte in diesem Rahmen nicht anzusprechen. Dies könne man dann, falls gewünscht, im Zweiergespräch mit ihr klären.

Giammarresi bemerkte, dass sie solche Kontakte üblicherweise zu zweit oder zu dritt praktiziere, da sie durchaus anstrengend sein können. Sie machte zudem deutlich, dass man nie genau vorhersagen könne, ob dieses „Experiment“ gelinge und dass es sich nur bedingt steuern lasse. Die geistige Welt wisse am besten, welcher Kontakt zu diesem Zeitpunkt stattfinden solle. Manchmal würden auch Daten oder Namen durchgegeben, manchmal nur wenig Informationen.

Um sich frei im Raum bewegen zu können, stellte die Referentin ihr Pult beiseite und ging kurz in sich. Es war für sie ihr erster Kontaktversuch dieser Art nach einer längeren Pause. Da alle einverstanden waren, duzte man sich, wie es bei dergleichen Experimenten allgemein üblich ist. Im Verlauf der anschließenden rund vierzig Minuten beschrieb sie den Anwesenden drei Verstorbene (eine an Krebs gestorbene Dame, eine für ihre Zeit sehr emanzipierte und vielseitig interessierte Frau sowie einen in seinem Beruf in verantwortungsvoller Position stehenden Herrn),  die einzelnen Menschen im Publikum, zu denen sie in Verbindung gestanden hatten, etwas mitteilen wollten. Die Identifizierung schien, je konkreter es wurde, zuletzt eindeutig.

Giammarresi selbst ist von der Reinkarnation überzeugt. Zugleich ist es ihrer Erfahrung nach so, dass man die Verstorbenen immer erreichen kann. Auch ihr Vortrag stellte eine „Brücke“ dar zwischen dem sogenannten Diesseits und dem sogenannten Jenseits, die aus dieser Perspektive keineswegs so strikt voneinander zu trennen sind, wie man oftmals meint.       

  

Informationen:

In ihrem Vortrag erzählt die als Medium arbeitende Schweizerin Conny Giammarresi von besonderen Erfahrungen, die sie als Begegnungen mit Verstorbenen erlebt, und wird zur Demonstration ihrer Vorgehensweise versuchen, eine begrenzte Anzahl von „Jenseitskontakten“ herzustellen. 

Conny Giammarresi (geb. 1978) hat in den vergangenen Jahren Bekanntheit erlangt durch ihre Mitwirkung in der in der Schweiz und Deutschland gezeigten Kino-Doku „Winna – Weg der Seelen“, die angekündigt wurde als ein Film „über ein Stück ursprüngliches, mysteriöses, faszinierendes Wallis, über Sagen und Mythen zum Thema Seelenwanderungen und über Menschen, die Verstorbenen begegnet sind“.  

In ihrem Vortrag wird Conny Giammarresi von den sogenannten übersinnlichen Wahrnehmungen erzählen, die sie seit ihrer Kindheit begleiten, wie sie ihre Fähigkeiten später weiter ausbildete und wie sie heute vorgeht, um Brücken zu bauen zwischen dem sogenannten „Jenseits“ und „Diesseits“, die aus ihrer Sicht letztlich eine gemeinsame Welt darstellen. 

Conny Giammarresi geht im TV Oberwallis in der Sendung „Fräg doch Misses Poppins“ auch auf Fragen von Zuschauern ein und gibt darin allgemeine Ratschläge aus spiritueller Sicht. Sie ist Verfasserin des Buches „In meinem Wunderland“, Iphone-Fotografin und in vielfacher Hinsicht kreativ …  

 

 

Samstag/Sonntag, 25./26. März 2017, Seminar:

Hui Chun Gong

Seminarleiter: Rainer Nestmann

 

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:

In den Räumen der Kulturwerkstatt fand dieses Wochenende das Seminar "Hui Chun Gong - die Verjüngungsübungen der chinesischen Kaiser" statt. Qigonglehrer Rainer Nestmann erlernte diese Übungen von der chinesischen Meisterin Wang Li, die bereits vergangenen April in der Kulturwerkstatt zu Gast war. Die den Seminarteilnehmer/innen aus Lörrach und Umgebung vorgestellten Hui Chun Gong Übungen waren früher nur den taoistischen Mönchen des Huashan Berges sowie der chinesischen Kaiserfamilie vorbehalten. Geübt wurden insbesondere "der springende Karpfen", "der schwimmende Drache" und "das goldene Kind" - Bewegungsabläufe, die auch eine sehr positive Wirkung auf die Wirbelsäule haben. Interessierte an Kursen in Lörrach können sich über die website www.guolin-qigong-loerrach.com zu einer Schnupperstunde anmelden.

 

Informationen:

Am 25. und 26. März findet in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4, 79539 Lörrach) ein Hui Chun Gong Seminar mit dem Qi Gong Lehrer Rainer Nestmann statt, der die ursprünglich vorgesehene Kursleiterin, Meisterin Wang Li, vertritt. Nestmann ist ihr Schüler und wirkte bereits beim "Guo Lin Qi Gong-Seminar" mit, dass sie vergangenes Jahr in der Kulturwerkstatt hielt.  Der Kurs ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet und kostet € 190.-
 
Samstag, 25.03.2017                                               Sonntag, 26.03.2017
Von 10:00 bis 12:00 Uhr                                          Von 10:00 bis 12:00 Uhr
Und 14:00 bis 18:00 Uhr                                          Und 14:00 bis 16:00 Uhr
 
(Der für Freitag, den 24. März, zunächst geplante Einführungsvortrag entfällt.)
 
Hui Chun Gong bedeutet - die geheime überlieferte taoistische Kunst zur Lebenspflege und dem langen Leben -.
Die Hui Chun Gong Übungsreihe kommt aus der Tradition des Quanzhen Taoismus, einer der beiden großen taoistischen Strömungen Chinas. Bis 1980 wurde Hui Chun Gong nur von den Taoisten der Hua Shan Pai Schule sowie der Kaiserfamilie geübt.
 
Besondere Eigenschaften des Hui Chun Gong sind unter anderem
•                     Das endokrine System regulieren und dadurch den Alterungsprozess verlangsamen
•                     Die Wirbelsäule beweglicher machen
•                     Das Immunsystem stärken
•                     Das Verdauungssystem und die Fettverbrennung anregen
•                     Die Meridiane durchlässig machen
Der Aufbau der Übungen orientiert sich an um die Legende des Kaisers Yu, von dem gesagt wird, dass er am Rande des Gelben Flusses gesessen habe, als eine große Schildkröte auftauchte. Auf ihrem Rücken trug sie eine bestimmte Zeichenanordnung. Diese Luoshu genannte Anordnung bildet die Grundlage des Hui Chun Gong sowie auch des Fengshui und ist eng mit dem I-Ging, dem Buch der Wandlungen verbunden.
Traditionell richtet man sich im Hui Chun Gong dem Süden zu, dort residiert Shouxing, der Gott der Langlebigkeit, in seinem Garten soll die Pflanze der Unsterblichkeit wachsen. Auch der chinesische Kaiser saß bei Audienzen zum Süden ausgerichtet.
 
Meisterin Wang Li hat ihre Ausbildung an der TCM Universität in Peking gemacht und im Zhong Hua Qigong Fortbildungsinstitut in Peking studiert. Sie wurde nach einer feierlichen Einweihungszeremonie als Di Zi (Meisterschülerin) von Herrn Shen Xinyan, dem Erben der 20. Generation des Hui Chun Gong, aufgenommen. Sie ist die einzige Erbin der 21. Generation von Hui Chun Gong in Deutschland.
 
Über Rainer Nestmann und sein Kursangebot informiert die Seite: http://guolin-qigong-loerrach.com/
 
Infos zum Hui Chun Gong auch unter: www.huichungong-europa.de

 

 

Samstag, 25. Februar 2017, 19 Uhr, Vortrag:

Menschheit im Umbruch. Perspektive durch Intuition

Referent: Milorad Krstić

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:

Der im süddeutschen Raum lebende Unternehmer und Autor Milorad Krstić referierte in der Kulturwerkstatt über das Thema „Menschheit im Umbruch. Perspektive durch Intuition“. So ist auch sein zweites, 2016 erschienenes Buch betitelt. Krstić geht darin von der Zeiterfahrung aus, dass die Welt gegenwärtig auf vielen Gebieten wie aus den Fugen geraten zu sein scheint und dass der Einzelne sich immer schwerer darin zurechtfindet, die Ereignisse zu deuten oder selbst in diesem Geschehen zu handeln.
Zu Beginn schilderte der aus Ex-Jugoslawien stammende Referent, wie er, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, 1986 als Einwanderer nach Deutschland kam und sein erstes Unternehmen gründete. Er erzählte von seinen Eltern und seinen eigenen vier Kindern, um den Zuhörern seine Biografie näherzubringen. Inzwischen beschäftigt Krstić rund 600 Angestellte.

In seinen Ausführungen ging er durchaus kritisch auf die Politik der Gegenwart und die Rolle der Medien ein. „Regieren heißt manipulieren“, brachte er eine weit verbreitete Praxis auf den Punkt, und meinte: „Nichts ist, wie es scheint, und nichts scheint, wie es ist.“ Man täusche sich, wenn man die gegenwärtig bestimmenden Kräfte in der Politik suche, weshalb auch Wahlen an den grundsätzlichen Gegebenheiten letztlich nichts Entscheidendes ändern würden. Außerdem müsse man sich genauer anschauen, wer einen da im Bereich der Politik vertreten wolle, denn: „Du bist, was du warst. Und du wirst sein, was du bist.“  Inwieweit seinen unsere „Repräsentanten“ also tatsächlich moralische Vorbilder?

Wenn man jedoch den Blick nur auf die im Vordergrund stehenden Personen und die Ereignisse  richte, könne man nicht verstehen, worin die Ursachen vieler Entwicklungen zu suchen sind. Ohnehin würden wir in der Regel nur das sehen, was wir für wahr halten. Deshalb seien wir auch anfällig für inszenierte Lügen, wie sie im Verlauf des 20. und 21. Jahrhunderts häufig zur Lieferung von Kriegsgründen eingesetzt worden seien – mit dem Resultat Millionen von Toter.

Wolle man die Ursachen des Zeitgeschehens erfassen, müsse man oft gerade genau das betrachten, was nicht im Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit liege. Tatsächlich seien die gegenwärtig bestimmenden Kräfte dort zu suchen, wo die Macht des Kapitals liege. Dies sage er als Unternehmer, der allerdings – im Verhältnis zu den hier gemeinten Dimensionen – völlig unbedeutend und im Prinzip auch nur „ein Arbeiter“ sei. Als Beispiel einer wirklich einflussreichen Persönlichkeit führte er Georg Soros an, der weltweit die politischen und sozialen Entwicklungen mitzubestimmen suche.

Krstić untermauerte seine Darstellungen in diesem Punkt mit interessanten Zahlen: Einem Prozent der Weltbevölkerung gehörte im Jahr 2016 so viel wie den restlichen 99 Prozent. Der Gesamtwert aller Güter und Dienstleistungen weltweit habe im Jahr davor 75 Billionen US-Dollar betragen. Der Umsatz mit substanzlosem Handel hingegen 750 und der Umsatz mit Devisengeschäften sogar 1150 Billionen. Diese Zahlen wären nach der sogenannten Bankenkrise sogar deutlich gestiegen. Demgegenüber existiere eine „reale“ Geldmenge (Papier und Münzen) von nur 5-7 Billionen. Daran sehe man, dass es absurd sei, wenn man die geplante Abschaffung des Bargelds, die einer Einschränkung der Freiheit gleichkomme, mit der Eindämmung der Kriminalität begründe. Denn die eigentliche Kriminalität finde im großen, „bargeldlosen“ Rahmen statt. Dort aber, wo viele „leistungslosen“ Gewinn erzielten, litten auf der anderen Seite ganze Massen Mangel: So sterbe alle fünf Sekunden ein Kind auf dieser Welt an Hunger, bemerkte Krstić, der sich von dem Schicksal der Menschen in der dritten Welt betroffen und berührt zeigte. Er ließ zudem erkennen, dass es sein Gewissen belaste, in gewisser Weise selbst Teil des gegenwärtigen politisch-wirtschaftlichen Systems zu sein.

Leider würden die Menschen ihre Macht oft nicht kennen. Und mit Angst, zum Beispiel vor der öffentlichen Meinung, und Gier, seien sie leicht manipulierbar. Auch als Unternehmer sei man oft nur Sklave, der anstelle von Ketten eben einen Anzug mit Krawatte trage. So könne man verkürzt sagen: „Sklaven verwalten Sklaven.“ Und doch hielten die meisten sich für frei …

Wir hätten uns zum einen abgewöhnt, uns auf unser natürliches „Bauchgefühl“ zu verlassen – dieses habe ihn in seiner eigenen unternehmerischen Tätigkeit im Hinblick auf die Einstellung neuer Mitarbeiter bei Bewerbungsgesprächen zwar nie getäuscht, allerdings sei er ihm dennoch oft nicht gefolgt, so dass er dann später „Lehrgeld“ zahlen musste. Zum anderen würden wir unsere eigenen geistigen Fähigkeiten kaum einsetzen. Zur Bestätigung führte Krstić eine Untersuchung von NASA-Kreativitätsforschern an: 98 Prozent der 5-jährigen könnten, was die Fähigkeit zu divergentem Denken angehe, noch in die Kategorie der hochgradig Kreativen eingeordnet werden,. Bei über 25-jährigen betrage dieser Anteil nur noch 2 Prozent. Auch vor diesem Hintergrund gewinne der Satz Jesu „Werdet wie die Kinder!“ besondere Bedeutung und werde unser Bildungswesen fragwürdig.

Wir müssten uns ebenfalls wieder der Tatsache bewusst werden, dass die Welt nicht nur eine materielle, sondern auch eine geistige Seite habe. In einem philosophisch-weltanschaulichen Exkurs ging  Krstić  in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung auf die Bedeutung der „Leere“ ein. Uns sei meist nicht bewusst, dass in der Materie fortwährend Bewegung stattfinde und sie größtenteils (auf Ebene der Atome betrachtet) „leer“ sei. Schlussendlich brachte er die Phänomene „Leere“ und „Bewegung“ mit dem Geist, der in allem wirkt, in Verbindung.

Zum Ende gab der Referent dem Publikum einige allgemeine Ratschläge zur Lebensführung mit („Lassen Sie sich nicht digitalisieren“  lautete einer davon) und hob den Wert der biblischen Zehn Gebote hervor, die er – etwa im Hinblick auf die nötige Zurückweisung der Lüge – in Bezug zur Gegenwart setzte. Dadurch wurde erkennbar, dass die Zehn Gebote nicht etwas sind, was als etwas Altes abgetan werden kann, sondern dass sie in der Zukunft wiederum an Bedeutung gewinnen mögen.  

Krstić  entschuldigte sich für seine manchmal vielleicht etwas derben „sprachlichen Ausrutscher“. Er habe nun einmal ein bisschen was von einem „Haudegen“. Aber er  achte auf das, was er sage, denn: „Wort ist Waffe“.

In manchem lag Krstić durchaus quer zu dem, was gegenwärtig – etwa im Hinblick auf die Familienpolitik oder Kinderbetreuung – als richtig angesehen wird. Und auch damit, wie die „Flüchtlingskrise“ mehrheitlich gedeutet und wie sie gehandhabt wird, zeigte er – selbst Einwanderer – sich in mancherlei Hinsicht nicht einverstanden, zumal vor dem zum Vergleich dienenden Hintergrund der Erfahrungen früherer Kriege, wie dem damaligen Konflikt in Jugoslawien. Zunächst einmal ging es ihm als Unternehmer um Differenzierung und eine sachlichere Betrachtung, wobei er wiederum statistisches Material zugrunde legte. Denn bei einem Großteil jener, die heute nach Deutschland kämen, handle es sich nicht um Flüchtlinge in der eigentlichen Definition dieses Wortes. Und mit größtenteils unqualifizierten Arbeitskräften könne auch der viel zitierte Fachkräftemangel nicht behoben werden. Sonst wäre dies allemal schon längst mit den Jugendlichen möglich gewesen, die in den europäischen Ländern zu einem großen Teil der Arbeitslosigkeit anheimgefallen seien … So wäre es eine Illusion, die Vorstellung künftigen Wirtschaftswachstums mit der Zuwanderung zu verknüpfen. Auch bereitete ihm der weit verbreitete Antisemitismus unter den Einwanderern Sorgen.

Eine Prophezeiung wagte Krstić noch: Der nächste Kanzler werde Martin Schulz – womit er jedoch ebenso wenig positive Aussichten verband wie mit einer weiteren Amtszeit Angela Merkels.

Informationen:

In seinem Vortrag wird der Unternehmer und Autor Milorad Krstić beschreiben, inwiefern sich unsere Erde heute im Umbruch befindet und ein erschütterndes Bild abgibt, aber auch, welchen Ausweg es aus dieser Lage und dem Feststecken im Materialismus gibt.

„Überall wird zerstört, betrogen, enteignet, versklavt“, heißt es in der Beschreibung eines von Krstić zu diesem Thema verfassten Buches, „ständig werden neue Kriege angezettelt, Millionen Menschen leiden unter Verfolgung, werden geächtet, getötet. Angst breitet sich auf dem Globus aus. Alle diese dunklen Vorgänge werden offensichtlich von gezielter Hand gelenkt. Einige wenige Mächtige heizen den Wahnsinn fortwährend an: Gewinnmaximierung und Kostensenkung! So lautet die Lösung für die Welt. Die Mehrheit der Menschen schuftet – für eine verschwindende Zahl superreicher Blender!“

„Wir Menschen müssen alles dafür tun, um unsere durch die Manipulation geschwächte Kraft der eigenen Intuition zurückzuerobern“,  erklärt  Krstić weiter. „Nur das wird uns wirklich Schutz bieten. Die sachliche Analyse steht nur scheinbar im Widerspruch zur Intuition, erst gemeinsam bestimmen beide Komponenten über Trägheit oder Bewegung.“

 Milorad Krstić, Unternehmer – Autor, www.milorad-krstic.com   >> Krstić ist als mittelständischer Unternehmer in verschiedenen Wirtschaftsbereichen tätig. Der anerkannte Fachmann im Bereich von Langzeit-Bio-Schmierstoffen gilt als ausgesprochen authentisch. In seiner direkten, frei denkenden Art bricht er scheinbar komplizierte Sachverhalte auf eine verständliche Ebene herunter. Häufig liefert er verblüffend einfache Lösungsvorschläge. So auch in seinen Büchern, Veröffentlichungen und Referaten. Sein Blick ist stets in die Zukunft gerichtet. Sein erstes Buch „Verkaufte Demokratie – Weg frei in die Sklaverei?“ erschien 2014, das zweite Buch „Menschheit im Umbruch – Perspektive durch Intuition“ erschien 2016. Das Schreiben und sich an die Menschen Wenden ist für den Vollblutunternehmer, der seinen Beruf und sein Wirken liebt, eine Berufung.

 

 

Samstag, 10. Dezember 2016, 20 Uhr, Vortrag:

Die Kraft der Gedanken nutzen. Empowering und Visualisierung nach Tom Brown Jr.

Referent: Ralf Greiner

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:

Ralf Greiner, Gründer Kojote-Akademie in Häg-Ehrsberg, stellte in der Kulturwerkstatt dar, wie es nach der Methode von Tom Brown Jr. möglich ist, die Kraft der Gedanken zu nutzen. Greiner hatte zuletzt 2006 im Rahmen des Veranstaltungsprogramms des Kulturwerkstatt-Vereins über Indianische Spiriotualität referiert. Üblicherweise finden Workshops mit Greiner in der freien Natur statt, dann zu praktisch zu erprobenden  Inhalten wie Outdoor-, Wildnis- und Survivaltraining, Wahrnehmung, Wildnispädagogik, Fährtenlesen, Naturhandwerk und Spiritualität. Auch im Rahmen seines Vortrags gelang es ihm, diese Themen, die er in seine Ausführungen einbezog, lebendig und durch eigene Erfahrungen veranschaulicht zu vermitteln.

Zunächst schilderte er, wie er selbst schon als Kind Wahrnehmungen hatte, die ihn später dazu brachten, sich im Alter von etwas 17 Jahren mit sogenannter okkulter Literatur zu befassen, zunächst mit den Werken des Magiers Franz Bardon, wobei ihm da die Übung der Gedankenleere, die angeblich ganz einfach gewesen sei, besondere Schwierigkeiten bereitet habe. Seiner Erfahrung nach sei es durchaus möglich, dass man infolge der Erweiterung der Wahrnehmungen und des Eintauchens in andere Erlebnisbereiche Situationen erleben könne, die einem Angst machen oder in denen man sich auch schützen müsse. Mit Franz Bardons Methode sei er damals nur bis zu einem gewissen Punkt gelangt. Eine wesentliche Fortführung und Vertiefung habe sich dann durch das Werk und das praktische Lernen bei Tom Brown Jr ergeben.

Bei Brown handelt es sich um den bekanntesten Survivaltrainer der USA. Dieser habe als Kind über einen Zeitraum von mehreren Jahren von dem Apachen Stalking Wolf gelernt, wie man in der Natur überleben und seine Wahrnehmeungsfähigkeiten erweitern könne. Stalking Wolf hatte zuvor auf seinen Wanderungen durch die USA das tiefere Wissen der indianischen Kultur, aber auch anderer Weisheitslehren gesammelt (einschließlich biblischer Inhalte, ohne selbst schriftkundig zu sein) und hatte es so an Brown vermitteln können. Aus  Browns Büchern - die momentan in deutscher Sprache nur antiquarisch zu erhalten sind - konnte Greiner dann lernen, wie wichtig es ist, eine "Vision" zu haben, hinter der eine (höhere) Notwendigkeit steht. Zum Finden dieser Vision, in der die "Stimme des Schöpfers" zu einem spreche, würden sich die Indianer traditionell oft mehrere Tage in die Wildnis begeben. Diese Vision könne - wie Greiner an einem Beispiel zeigte - auch völlig abwegig erscheinen. Aber aus einem scheinbar zusammenhanglosen Impuls, wie etwa den, ein Restaurant ergründen, könne sich dann für den weiteren Weg Entscheidendes ergeben, was sich mit dem Verstand so nicht hätte planen lassen.

Greiner unterschied Träume, die sehr lebendig sind, aber die wir in der Regel nicht kontrollieren könnten. von Tagträumen, bei denen die Kontrollmöglichkeit schon größer sei, und beide wiederum von unseren alltäglichen Gedanken, die viel kontrollierter verlaufen würden, aber dafür sehr abstrakt und unlebendig seien. Wolle man die Kraft der Gedanken nutzen, müsse man diese wiederum aktiv verlebendigen. Wir seien heute durch die Bedingungen unserer Kultur stärker gewohnt, in Worten zu denken als in Bildern - sogar beim dadurch kraftlos gewordenen Gebet. Die verlebendigten Gedanken müssten jedoch bildhaft-anschaulicher Natur sein. Leider seien wir durch Computer, Fernsehen und Smartphone (welches Brown als "Satan" bezeichnet) gewohnt beziehungsweise konditioniert, uns Bilder nur zweidimensional vorzustellen. Um den Gedanken lebendig zu machen, müsse man aber tatsächlich in diesen  eintauchen, dass heißt sich mitten in das vorgestellte Szenario mit allen sinnlichen Eindrücken hineinversetzen. Vier ineinandergreifende Aspekte seien nötig, um die erwünschte Wirkung zu erzielen:

1. Der Glaube an die Erfüllung, der auch einhergehen müsse mit einer bereits jetzt empfundenen Dankbarkeit für das erst künftig Erreichte.

2. Die Meditation, worunter ein besonderer Geisteszustand zu verstehen sei; zwar habe Stalking Wolf Meditation als "geistige Selbstbefriedrigung" bezeichnet, jedoch meine Brown eine "dynamische" Form der Meditation, die man in jeder Situation, auch unter extremen Umständen, durchführen könne.

3. Die Visualisation/das Empowering des Wunsches.

4. Die Notwendigkeit, die dahinterstehen müsse, wie im Fall einer Vision.

Was die Notwendigkeit angehe, so sei dies etwas, was man gerade bei der Vielzahl an Wünscherfüllungsliteratur, die es heute gebe, berücksichtigen müsse. Es sei so, dass diese Konzepte durchaus funktionierten, meinte Greiner, der diese Bücher selbst nicht gelesen hatt, jedoch oft nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt, ab dann nicht mehr. Dies könne damit zusammenhängen, dass dann die Notwendigkeit nicht mehr hinter der Erfüllung des konkreten Wunsches stehe. Zum Beispiel die Notwendigkeit, etwas Bestimmtes zu lernen - etwa, dass die Anwendung der geistigen Gesetze tatsächlich zu Erfolgen dieser Art führen könne. 

Aus eigenem Erleben schilderte Greiner, wie er einmal die Vision gehabt habe, eine Ausbildung bei Brown zu machen. Jedoch habe er in seiner damaligen beruflichen Situation nicht genügend Geld besessen. Dennoch habe er sich angemeldet. Und die Umstände hätten sich auf nicht zu erwartende Art gefügt. In den Kursen von und in den Begegnungen mit Tom Brown habe er dann Außerordentliches erlebt, zum Beispiel, dass Mitglieder der Navy Seals - "hartgesottene" Mitglieder einer Spezialeinheit der US-Marine - zu weinen beginnen, während sie Browns Erzählungen lauschen, und Phänomene, die vollkommen unglaublich erscheinen würden. In ähnlicher Weise habe er die Vision zur Gründung seiner Kojote-Akademie gehabt.

Der Referent führte mit den Anwesenden direkt eine kurze Visualisierungsübung durch. Sie sollten sich vorstellen, wie sie daheim an ihrem Lieblingsplatz sitzen. Und dann in einem zweiten Schritt , dass sie sich von dort aus in der jetzigen Situation, das heißt in der Kulturwerkstatt sitzend, visualisieren.

Würden wir die Möglichkeit haben, jedes Leben, das wir wollten, nachts zu träumen, würde uns dies nach einiger Zeit schließlich langweilen, und wir würden wieder Raum für Ungeplantes offen lassen - und uns am Ende genau in dem Leben wiederfinden, in dem wir uns gegenwärtig befinden, schloss Greiner mit Alan Watts.

An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Fragebeantwortung an. Greiner hatte auch unterschiedliches Anschauungsmaterial mitgebracht, zum Beispiel Abdrücke von Tierspuren, selbstgebaute Messer, Trommeln, einen lederartigen, aus Zunderpilz hergestellten Stoff und ein in eigenen Kursen verwendetes, selbstverfasstes Buch zur Schulung der Wahrnehmung.

 

Informationen:

Am Samstag, den 10. Dezember, 20 Uhr, findet in der Kulturwerkstatt, Riesstraße 4, ein Vortrag über das Thema "Die Kraft der Gedanken nutzen. Visualisierung und Empowering nach Tom Brown Jr" statt. Referent ist Ralf Greiner. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
 
In diesem Vortrag geht es darum, die Kraft, die in den Gedanken steckt, zu erkennen und diese auch kreativ zu nutzen. „Wir kreieren ständig unsere eigene Realität, meist unbewusst“, sagt Referent Ralf Greiner, „mit dem Verständnis und den Techniken die ich bei Tom Brown Jr. gelernt habe, ist es viel einfacher geworden, den Prozess zu verstehen, der hinter einem schöpferischen Gedanken steht, um so seine eigene Realität zu gestallten. In diesem Zusammenhang unterscheiden wir Fantasien, Wünsche, Halluzinationen und Visionen.“
 
Ralf Greiner, beschäftigt sich seit über 10 Jahren intensiv mit Erdphilosophie, Survival und Spurenlesen nach Art der Indianer. Seit 2005 ist er Schüler von Outdoor-Legende Tom Brown Jr.
 
Tom Brown Jr. gilt als bekanntester Fährtensucher und Wildnis-/Survivalexperte in den USA. Im Alter von sieben Jahren begegnete er dem Apachen, Schamanen und Scout „Stalking Wolf“ und wurde für die nächsten 10 Jahre sein Schüler. Basierend auf diesen Lehren eröffnete er 1978 die größte Schule für Fährtensuchen, Survival- und Wildniswissen in Amerika. 2008 wurde Greiner von Brown Jr. eingeladen, in eine kleine Gruppe einzutreten, die so unterrichtet wird, wie es einst von Stalking Wolf geschult wurde. Die spirituelle Seite hinter allen Dingen ist bei den Schulungen von Brown immer sehr präsent und wird mit in die praktischen Übungen integriert und in der Natur getestet.
 
Greiner selbst gründete, hierauf aufbauend, 2010 die Kojote-Akademie, eine „Lebens“-Schule für ein Leben im Einklang mit der Natur. Survival-Training wird nicht als Kampf verstanden, sondern als die Fähigkeit, sich allen Lebenslagen optimal anzupassen. In natur- und praxisnahen Kursen werden alle Fähigkeiten und das Wissen vermittelt, die bzw. das man dafür benötigt: die Elemente des Survival, die Kunst des Fährtenlesens, Tier- und Pflanzenwissen, Wahrnehmungsschulung, Naturhandwerk,  Entschleunigung, Besinnung auf das Wesentliche und die Entwicklung geistiger (spiritueller) Fähigkeiten sind in den Kursen von zentraler Bedeutung – Wissen, das in unserer Kultur in Vergessenheit geraten ist …
 
>> Weitere Infos auch unter www.kojote-akademie.de

 

 

Kulturwerkstatt-Preis 2016 an Pfarrer und Autor Hans Stolp

 

(Bildquelle/Copyright: Hans Stolp)

Die in Lörrach ansässige Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. vergibt (in der Regel) jährlich den „Kulturwerkstatt-Preis“. Der gemeinnützige Verein ist Träger eines unabhängigen, informativen Veranstaltungsforums für unterschiedliche Ansätze auf dem Gebiet des Spirituellen, wobei auf Seriosität und Authentizität wert gelegt wird. Angestrebt wird dabei ein vorurteilsfreier Austausch unter Vertretern durchaus unterschiedlicher Richtungen, der auch Grundlagen für ein mögliches Zusammenwirken schaffen kann.

So soll der symbolisch gemeinte Preis Persönlichkeiten und Institutionen auszeichnen, auf die mindestens eines der an dieser Zielsetzung orientierten Vergabekriterien zutrifft. Er stellt eine Anerkennung für Menschen dar, die bei einer grundsätzlich toleranten und freilassenden Haltung 1) auf dem Gebiet der geistigen Forschung bzw. ganzheitlichen Wissenschaft wesentliche Erkenntnisse erarbeitet und/oder daraus praktische Anwendungsmöglichkeiten entwickelt haben; 2) sich als Brückenbauer zwischen unterschiedlichen weltanschaulichen Strömungen und Kulturen verdient gemacht haben; 3) deren gesellschaftliches oder künstlerisches Wirken einen Bezug zu einem tieferen Welt- und Menschenbild erkennen lässt, als es dem einseitig materialistischen Paradigma entspricht. Ein Bezug zur Kulturwerkstatt Dreiländereck ist wünschenswert, aber nicht Voraussetzung. Die Auszeichnung soll dabei nicht zwangsläufig bedeuten, dass der Verein sich inhaltlich in allen Punkten mit der ausgezeichneten Person oder Institution identifiziert, sondern ihren grundlegenden Ansatz würdigt und als Bereicherung versteht.

Der Kulturwerkstatt-Preis 2016 geht laut einstimmigem Beschluss der Generalversammlung vom 26. November 2016 an den 1942 geborenen Pfarrer und Autor Hans Stolp (Bilthoven/Holland) für sein öffentliches Wirken im Sinne eines esoterisch vertieften Christentums.

Stolps bemerkenswerter Lebensweg lässt sich seiner Autobiographie „Waar haal je het vandaan?“ (= „Woher weißt du das?“) entnehmen, worin er Zeugnis über seine geistigen Hintergründe ablegt. Sein Wirken zeichnet, wie oben formuliert, aus, dass er das Bestreben nach einer Vertiefung des Christentums im Sinne der esoterischen Tradition mit dem Anliegen der größtmöglichen Verbreitung verbindet, um grundsätzlich allen Menschen den Zugang zu diesen Erkenntnissen und Lebenshilfe zu bieten. Stolp wählt eine allgemeinverständliche Sprache und vermag, wie immer wieder zu erleben ist, seine Leser, Zuhörer und Gesprächspartner auf der Herzensebene zu erreichen. Er kann dabei auf einen reichen, ihn berührenden und prägenden Erfahrungsschatz zurückgreifen, so etwa auf seine Begleitung schwerkranker und sterbender Kinder. Von 1987 bis 1994 arbeitete Stolp als Pfarrer beim Niederländischen Rundfunk und Fernsehen, wodurch er große Menschenkreise erreichte. Für seine zahlreichen Bücher zu christlich-spirituellen Themen, zum Zeitgeschehen und zu aktuellen Fragen (wie Demenz und Organspende), von denen einige inzwischen auch in deutscher Sprache erhältlich sind, gilt Entsprechendes. Stolp ist zudem ein gefragter Referent. Am 10. Juli 2015 war er auch in der Kulturwerkstatt zu Gast und sprach über „Die bleibende Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen“. Zu erwähnen ist außerdem, dass Stolp die Impulse zur Stiftung „Heraut“ (= „Herold“) und zur Zeitschrift „Verwachting“ (= „Erwartung“) gab – beide dienen der Verbreitung des christlich-esoterischen Wissens, im Glauben daran, dass in jedem Menschen (und damit in allen Religionen) das Streben nach Wahrheit lebt sowie das Potenzial liegt, sich zu entwickeln. Stolp überwindet gedankliche Gräben zwischen den heutigen Vertretern der Bekenntnisse, indem er beispielsweise ausführt, dass Reinkarnation und Karma keineswegs in Widerspruch zum Christentum stehen, und bringt damit zum Ausdruck, was für viele eine Erfahrungstatsache geworden ist. Anzuerkennen ist nicht zuletzt Stolps Mut, über eigene spirituelle Erfahrungen mit Verstorbenen und geistigen Wesen zu sprechen.

In seiner Reaktion auf diese „große Überraschung“ bedankte sich der Preisträger für das in ihn gesetzte Vertrauen. Eben erst habe er einen Preis bekommen für sein Buch über Demenz. Der Kulturwerkstatt-Preis sei ihm nun eine Anregung, „mit voller Kraft weiterzumachen“ – und das werde er auch. Er bezeichnete sich, da er in diesem Sinne wirken darf, als einen „sehr glücklichen Menschen“.

Über sein Wirken informiert die mehrsprachige Internetseite www.hansstolp.nl

Die bisherigen Preisträger waren: 2010, Willi Seiß aus Taisersdorf, für sein Lebenswerk; 2011, Galsan Tschinag aus Ulan Bator, für sein Wirken als Brückenbauer; 2013, Wolf Dieter Storl als Botschafter der Pflanzen; 2014 Ana und Marko Pogačnik für ihren Neuentwurf der Geomantie als umfassende Kommunikation; 2015: Ute Craemer für ihren Impuls zur Entwicklungszusammenarbeit.

 

 

Samstag, 26. November 2016: Generalversammlung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.

Ein Freiraum für spirituelle Themen
 
Lörrach. Ende November fand die Generalversammlung des gemeinnützigen Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. statt. Der aus einer freien Initiative hervorgegangene Verein besteht inzwischen seit über zwölf Jahren und hat seitdem in der Kulturwerksatt in der Riesstraße 4 ein speziell ausgerichtetes Veranstaltungsprogramm etabliert. Zu diesem haben bereits Nobelpreisträger wie Professor Werner Arber (Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften) und international erfolgreiche Autoren wie Robert Schneider Beiträge in Form von Vorträgen oder Lesungen geleistet haben. Der Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet des Spirituellen und - damit verbunden - dem Kennenlernen unterschiedlicher Ansätze und Strömungen. So hofft man eine Vertiefung und Verbreitung von entsprechenden Erkenntnissen zu fördern sowie einen vorurteilsfreien Austausch zu ermöglichen.
 
„Es gibt, wie wir immer wieder feststellen, durchaus viele Menschen, die sogenannte spirituelle Erfahrungen oder Interessen haben, nur fehlt es allgemein an Möglichkeiten, darüber in ein offenes Gespräch zu kommen – darum braucht es Freiräume dieser Art“, bemerkt Vorstand Björn Steiert. Man legt Wert auf Authentizität, eine grundsätzlich tolerante Haltung und Seriosität, was eine kritische (Selbst-)Reflexion immer miteinschließt.
 
Mit dem Veranstaltungsjahr 2016 zeigte der Vorstand sich sehr zufrieden. Man habe inhaltlich hochwertige Vorträge bieten können, wie etwa seitens Udo Wieczoreks und Manfred Bomms. Wieczorek berichtete in seinem 2015 erschienenen Buch „Seelenvermächtnis“ davon, wie er durch Träume und spontan auftretende Erinnerungen zu der Erkenntnis gelangt sei, in einem vorigen als Soldat im Ersten Weltkrieg gestorben zu sein. Auch die „Stuttgarter Zeitung“ widmete seinem Fall einen Artikel. Wieczorek stieß im Lauf seiner Spurensuche, später durch Bomm unterstützt, auf viele konkrete Dokumente und Fundstücke, die seine mutmaßlichen Erinnerungen als Indizien stützen. 2016 hatte außer den regulären Vorträgen noch ein mehrtätiges, praktisches Seminar  zum Thema „Guo Lin Qi Gong“ stattgefunden, geleitet von Frau Wang Li, die diese speziell der Krebstherapie dienende Form des Qi Gong noch bei dessen Begründerin in Peking gelernt hatte.
 
Nach dem Rückblick widmete man sich organisatorischen Angelegenheiten. Der Verein hat hauptsächlich die Aufgabe, durch die Mitgliedsbeiträge die Zahlung der laufenden Kosten für die Durchführung des Progamms zu gewährleisten. Die Mitgliedschaft, die auch eine kostenlose Nutzung der Vereinsbibliothek mit Publikationen der Referenten sowie Medien zu deren Themen beinhaltet, ist ab einem Beitrag von 5 Euro monatlich möglich. Die Versammlung hat beschlossen, trotz allgemein gestiegener Kosten diesen seit 2004 geltenden Betrag in unveränderter Höhe beizubehalten. Man hofft aber, um auch langfristig ein tragfähiges Fundament zu haben, auf den Eintritt neuer Förderer. Für den Besuch der öffentlichen Vortragsveranstaltungen gilt aus sozialen Gründen weiterhin ein Eintritt in freiwilliger Höhe.
 
Bei den Wahlen wurde der gesamte, einstimmig entlastete Vorstand in seinem Amt bestätigt. Damit ist der promovierte Germanist und Autor Björn Steiert seit der Vereinsgründung kontinuierlich für das Programm und dessen Vertretung in der Öffentlichkeit zuständig. Claus Steiert kümmert sich um die rechtlichen und Knud Johannsen um die wirtschaftlichen Belange.
 
Bei der Versammlung wurde auch darüber befunden, an wen der diesjährige Kulturwerkstatt-Preis gehen soll. Mit dieser symbolischen Anerkennung ehrt der Verein Persönlichkeiten und Institutionen, die auf einem ähnlichen Gebiet tätig sind. Über den diesjährigen Preisträger soll eine gesonderte Mitteilung erfolgen.
 
Der nächste Termin im Veranstaltungskalender steht am Samstag, den 10. Dezember, 20 Uhr, ins Haus. Ralf Greiner, Gründer Kojote-Akademie in Häg-Ehrsberg und Schüler von Tom Brown Jr., wird darüber sprechen, wie sich die Kraft der Gedanken mittels Visualisierung nutzen lässt.
 
Spenden: GLS-Bank, BIC: GENODEM1GLS, IBAN: DE02 4306 0967 7900 5823 00

 

 

Freitag, 07. Oktober 2016, 20 Uhr, Vortrag + Lesung:

Seelenvermächtnis. Ein konkreter Fall von Reinkarnation?

Referenten: Udo Wieczorek und Manfred Bomm

Copyright by Björn Steiert

Bericht:

Man kann auf abstrakter Ebene über das Für und Wider der Reinkarnation "trefflich streiten". Aber wie verhält es sich, wenn man selbst etwas in sich trägt, das man als Erinnerungen an frühere Leben deutet, oder wenn man einem Menschen gegenübertritt, der dies von sich behauptet? Ja, wenn dieser seine mutmaßlichen Erinnerungen sogar durch entsprechende Funden bestätigt sehen kann? Die Erfahrung, dass eine solche Begegnung unmittelbar berührt und bewegt, konnte das Publikum in der Kulturwerkstatt bei dem Vortrag von den aus dem Ulmer Raum stammenden Autoren Udo Wiezcorek und Manfred Bomm machen. Denn Wieczorek hat seit seiner Kindheit Erlebnisse gehabt, die ihn schließlich auf die Spur seiner, wie er heute überzeugt ist, früheren Existenz gebracht haben. Eigentlich hat er selbst dies nie in dieser Form publik machen wollen. Die persönliche Aufarbeitung in Form seines Romans "Flieg, mein roter Adler" hätte ihm genügt. Doch Manfred Bomm, ehemaliger Journalist, hatte nach der Lektüre des Buches vermutet, dass "mehr" hinter dieser Geschichte steckt, und den zurückhaltenden Wieczorek, der das Wort "sensationell" gar nicht mag, schließlich dazu bewegen können, gemeinsam mit ihm die Fakten in Form eines erzählenden Tatsachenberichts darzustellen. Nicht um zu überzeugen - jedem Leser bleibt zuletzt selbst das Urteil überlassen, was genau vorliegt. Denn denkbar wäre theoretisch zum Beispiel auch das Modell einer Art "Informationsübertragung", die das Auftreten dieser "Erinnerungen" erklären würde. Beide Autoren legen hingegen Wert darauf, nicht in die "esoterische Ecke" gestellt zu werden, weshalb sie auch froh darüber sind, dass ihr Buch von einem "normalen" Verlag veröffentlicht wurde, für den dies durchaus ein Wagnis gewesen sei. Wieczorek und Bomm plädieren lediglich für Unbefangenheit und Offenheit, wie man sie in der aktuellen Wissenschaft und Medienwelt jedoch nur selten finde. Die "Stuttgarter Zeitung" sei diesbezüglich eine Ausnahme gewesen, insofern sie das - inzwischen durchaus erfolgreiche Buch - vorgestellt habe.

Zu Beginn seines Vortrags, nach den einleitenden Worten von Bomm, bat Wieczorek zunächst um Respekt. Denn was er mitteile, berühre seine intimsten Erfahrungen und Erlebnisse. Daraufhin berichtet er, unterstützt durch Bilder einer Powerpoint-Präsentation, wie ihn als Kind Nacht für Nacht Alpträume plagten, die in einem Kriegsszenario spielten, das ihm aus dem jetzigen Leben völlig unbekannt war. Als Jugendlicher hätten sich diese Träume, die immer mit dem Gesicht eines bestimmten Soldaten endeten, dann fortgesetzt.Gewisse Sinneseindrücke seien in ihnen stets ausgeschaltet oder - wie der Gehörsinn - nur eingeschränkt beteiligt gewesen, aber nach und nach habe sich eine Geschichte entfaltet, der er später auch in der äußeren Wirklichkeit mit Hilfe seiner Frau nachzuspüren begann. Diese Suche führte ihn nach Tirol, wo er eigenartigerweise viele Orte wiederkannte und spontan wusste, wie sie hießen. Ja, er verfiel gelegentlich sogar unwillkürlich in den dortigen, ihm eigentlich unbekannten Dialekt. Eine Landkarte habe er in dieser Region nicht gebraucht. Er habe sich noch die alten Wege erinnert ... Auf diese Weise gewann er schlussendlich Klarheit darüber, als 20-jähriger Soldat seinen auf der anderen Seite kämpfenden, just im Überlaufen begriffenen besten Freund erschossen zu haben -  er hatte ihn schlicht nicht erkannt. Dies sei 1915 in Tirol geschehen. Wenige Zeit darauf sei er selbst im Kampfgebiet in einem Schützengraben gestorben. Das Bemerkenswerte: Wieczorek war es nun möglich, aufgrund seiner Erinnerungen einen Brief, den dieser Soldat namens Vinz unmittelbar vor seinem Tod geschrieben hatte,  wiederzufinden - aufbewahrt in einem Versteck, wo er die Zeit überdauert hatte. Dieser Brief  belegt, dass Vinz seine Schuld, von der niemand wusste, bis zuletzt schwer belastete. Er hoffte, dass jemand, seine letzten Worte eines Tages findet und sie für ihn sühnen wird ...

Diese Hoffnung durfte Wieczorek nun erfüllen. Professor Dr. Ing. Lothar Göttsching, der seinerzeit mit seinem Team die sogenannten Hitler-Tagebücher als Fälschung erkannt hatte, konnte 2012 eine ungefähre zeitliche Datierung des Briefes durchführen. Wieczoreks hatte bei seiner Suche außerdem noch handschriftliche Zeilen von Vinz' Freund, Josele genannt, und weitere Fundstücke, die seine Erinnerungen bestätigten, entdeckt. Hinzu kamen Belege in Form von Dokumenten und Fotos, auf denen er Vinz wiederkannte. Und schließlich ist es ihm und Bomm auch gelungen, Verwandte von Vinz damaliger Familie zu finden. Da sei es dann beim Treffen im Jahr 2013 zu dem merkwürdigen Phänomen gekommen, dass er plötzlich Dinge über ihm auf Bildern gezeigten Vorfahren wusste, die er auf keinem äußerlichen Weg hätte erfahren können. "Du bist einer von uns", wurde ihm gesagt. Und heute habe er sozusagen zwei Familien ...

Die Suche Wieczoreks nach der Ursache seiner Erlebnisse hatte sich - beginnend mit der ersten Reise in die fragliche Gegend im Jahr 1994 - über viele Jahre hingezogen, und sich auch nach Finden des Briefes 1997 fortgesetzt. Noch immer ist die Identität Joseles nicht geklärt, aber vieles hat sich nach und nach gefügt. Dabei habe es oft äußerst belastende, ja bedrohliche Situationen für ihn gegeben, sagt Wieczorek. "Erzwingen" habe er aber nichts können. Es sei, als habe sich alles für ihn genau zur rechten Zeit ergeben, wie von außen geführt. Und auch von manchen seltsam-eindrücklichen Erlebnissen berichtet er: Wie dem Stehen am eigenen Grab oder dem In-den-Händen-Halten des Hobels, mit dem er damals Schreinerarbeiten ausgeführt habe ...

Der Vortrag gestaltete sich insgesamt als Mischung von gelesenen Passagen und von frei vorgetragenen, anschaulichen Abschnitten, wobei letztere überwogen. Wieczoreks Frau Daniela war ebenfalls vor Ort präsent und unterstützte ihren Mann, indem sie sich an der Lesung eines im Buch wiedergegebenen Dialogs zwischen ihr und Wieczorek beteiligte. Die Besucher zeigten sich während des gesamten Abends als sehr aufmerksame Zuhörer und gewannen vom Referenten den Eindruck eines bodenständigen, durchaus auch humorvollen Menschen . Sie stellten in der anschließenden Diskussion viele Fragen. Die Autoren waren bereit, alle zu beantworten, so dass die Veranstaltung erst spät endete. Welchen Glauben er denn habe, fragt jemand aus dem Publikum. Er und seine Frau seien Christen, erklärt Wieczorek, heute, nach allem Erlebten, mehr denn je. Im Übrigen sei man mit diesem Thema in katholischen Kreisen durchaus auf erstaunliche Hilfsbereitschaft und Offenheit, die sich teils auf eigenen, verwandten Erlebnissen gründete, gestoßen. Ein anderer Besucher der Veranstaltung brachte als Buddhist das Geschilderte mit den Inhalten seines eigenen Glaubens in Verbindung.

Sowohl Wiecrozek als auch Bomm sind nebenbei Krimiautoren. Und so ist es durchaus auch eine Stärke ihres gemeinsamen Buches, des es sich ungemein "spannend" liest. Dies ändert jedoch nichts an ihrer Gewissenhaftigkeit und Akribie, die man daran erkennt, dass versucht wurde, jedes Detail, soweit möglich, äußerlich und mit den Mitteln der Wissenschaft zu überprüfen. Auch in seinem jetzigen Beruf  ist Wieczorek als Finanzbeamter eine derart gewissenhafte Vorgehensweise vertraut, wie er bemerkt, als eine Frau im Publikum meint, er müsse wirklich ein sehr gewissenhafter Mensch sein - im Grunde hätten wir ja wohl alle schlimme Taten in vergangenen Leben begangen, doch kaum jemanden beschäftige dies wohl so nachhaltig wie ihn ...

Zuletzt verbindet sich mit diesem Buch die Hoffnung, dass es anderen Menschen, die Ähnliches erlebt haben (wenn vielleicht auch nicht in dieser Konkretheit), Mut macht, sich zu öffnen und über ihre Erlebnisse zu sprechen. Denn es scheint einleuchtend, dass ein Psychologe  nur bedingt weiterhelfen kann in solcherlei Fällen. Sie übersteigen mit ihren Dimensionen die Zuständigkeitsbereiche dieser Wissenschaft in mancherlei Hinsicht  - und letztlich dürfte es doch vor allen Dingen um die Ergründung der (letztlich befreienden) Wahrheit gehen. So, wie Wieczorek als passionierter Höhlenforscher auch die Unterwelten erkundet, drang er  gleichsam in die tieferen Schichten seiner Seele vor. Erst die für ihn gültige Klärung seiner Vergangenheit und die Sühne seiner damaligen Tat brachte ihm den inneren Frieden, den er suchte und den er heute auch ausstrahlt. Alpträume hat er längst nicht mehr. Und Frieden ist schlussendlich auch die versöhnliche Botschaft seines Buches, indem es anschaulich vor Augen führt, welches Leid und welche Verwirrungen der Krieg über Menschen bringt - womöglich über die Grenzen des jeweiligen Lebens hinaus nachwirkend ...

"Es war ein sehr schöner Abend", schrieb Bomm den Veranstaltern ins Gästebuch, und Wieczorek dankte für alles. Beide sind froh, Freiräume zu finden, in denen es möglich ist, ihre ungewöhnliche Geschichte vorzustellen. Möglicherweise gibt es im Frühjahr 2017 in der Nordwestschweiz die nächste Gelegenheit, beide zu erleben.

 

Informationen:

Seelenvermächtnis - ein konkreter Fall von Reinkarnation? Vortrag und Lesung von Udo Wieczorek und Manfred Bomm

Am Freitag, den 7. Oktober 2016, 20 Uhr, findet in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4) ein Vortrag mit Lesung über das Thema "Seelenvermächtnis - ein konkreter Fall von Reinkarnation?" statt. Referenten sind die Autoren Udo Wieczorek und Manfred Bomm. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.

"Quälende Albträume vom Gebirgskrieg – eine hoffnungslose Suche nach dem Ursprung – dann ein bestätigender Fund an der ehemaligen Front. Hat der Autor Udo Wieczorek als Soldat zu Zeiten des Ersten Weltkriegs schon einmal gelebt? Oder ist alles nur ein großer Zufall?

Nach akribischer Recherche steht die Erkenntnis: Die Albträume haben sich tatsächlich ereignet – in Sexten/Südtirol, im August 1915. Aber wie kann das sein?

Udo Wieczorek und Manfred Bomm berichten eindrucksvoll und hautnah von ihren Erlebnissen vor und während der Recherche an den Originalschauplätzen.

Weitere Infos:

https://www.youtube.com/watch?v=FGJjqBB9lDQ (You tube - Film)

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.hat-udo-wieczorek-schon-einmal-gelebt-wer-ist-vinz.c28ed268-7016-49ad-a772-2281e27b2a55.html (Artikel)

http://www.gmeiner-verlag.de/frauen/titel/1203-seelenvermaechtnis.html (Verlagsinfo)

 

 

Samstag, 11. Juni 2016, 19 Uhr, Vortrag:

"Macht und Kraft der Symbole"

Referent: Michael Till

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Bericht:

"Auch wenn unser Bewusstsein die Sprache der Symbole nicht versteht - unser Unterbewusstsein versteht sie", erklärte Michael Till bei seinem Vortrag über die "Macht und Kraft" der Symbole im Rahmen des Veranstaltungsprogramms der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.. Damit fasste er zugleich eine seiner Kernaussagen zusammen. Um eine - Übergänge zulassende - Unterscheidung zum Begriff des "Zeichens" herzustellen, bestimmte er ersteres als etwas, dessen Bedeutung man nicht ohne Weiteres wissen könne, während man die eines Symbols durchaus verstehe, zumindest im Sinne des obigen Zitats. So erkenne jeder, dass ein stilisiertes Herz für die Liebe stehe - wobei dessen Form mit dem tatsächlichen Organ wenig Ähnlichkeiten zeige. Es gebe Theorien, die Till nicht beurteilen wollte, dass diese seinen Ursprung in den Efeublättern habe, die sich oft auf mittelalterlichen Minnedarstellungen fänden. Jedoch: Symbole werden kulturen- und sprachenübegreifend verstanden. Und wer wisse, wie Symbole wirken, könne von diesen auch nicht manipuliert werden, sondern diese sogar für sich nutzen. So verwendete Till selbst das Bild eines Eisbergs, um zu demonstrieren, was in den Tiefen des (psychologisch gesprochen) "Unbewussten" - respektive des Unterbewusstseins - vor sich gehe.

In der Psychologie sei Carl Gustav Jung der erste gewesen, der dieses Gebiet in großem Umfang erforscht habe, namentlich auch auf der Ebene des Traumes. Er stellte dabei kollektive Gemeinsamkeiten feststellte, die er auf genetische Vererbung zurückführte - eine Erklärung, die heute so jedoch nicht mehr haltbar sei. Jung sei "wach" genug gewesen, um auch erkennen, wenn einem ein Symbol sowohl im Traum auch als im Leben begegne (der bekannte "Skarabäus-Fall", der sich im Beisein einer Klientin ereignete). Jedoch dürfe man nun nicht überall nur Symbole erkennen wollen. Beide Formen des Welterlebens und Verstehens - sowohl die bildhafte als auch die logisch-begriffliche des Denkens - seien wichtig. So ist es Till grundsätzlich wichtig zu vermitteln, dass der Verstand und das spirituelle Erleben beziehungsweise die spirituellen Erkenntnisse einander nicht widersprechen, sondern sich - wie beispielsweise im "Jnana Yoga" - durchaus verbinden lassen, was das Buch "Jnana Yoga". Ein Kurs im Yoga des Wissens" von Yogi Ramacharaka/William Walker Atkinson  dazulegen sucht. Till empfahl allgemein, nicht so sehr auf die - oft wirre - Handlung des Traumes zu achten, sondern zu versuchen, dessen Bildsprache zu deuten. Und diese habe - neben dem kollektiven - auch einen individuell-subjektiven Anteil, weshalb Traumdeutungsbücher mit fixierten Aussagen nicht sehr empfehlenswert seien. Je mehr man sich darin vertiefe, desto mehr dringe man dann auch zu den allgemeineren Bedeutungsebenen eines Symbols vor und desto mehr sage es einem.

Till wandte sich anschließend dem Bereich der Märchen, Sagen, Legenden und Mythen zu, in denen man ebenfalls Ausdrucksweisen des bildlichen Denkens finde. Er ging davon aus, dass die alten Geschichten von Wissenden bewusst gestaltet wurden, um über deren Bilder den Hörern bestimmte (spirituelle) Inhalte zu vermitteln. Diese Wirkung sei bei den späteren Kunstmärchen nur in eingeschränkterem Rahmen der Fall. Sie  hätten sich schon weiter von diesen Ursprüngen entfernt, schöpften allerdings auch aus der Bildsprache des Unterbewusstseins. Till verwies auf die Publikation "Der Heros in tausend Gestalten" (Joseph Campbell), worin nachgewiesen wird, dass sich der 12-stufige mythische Weg des Helden in den großen Überlieferungen der Welt weitgehend entspreche; auch die moderne Literatur, der "Herr der Ringe" etwa, orientiere sich an diesem Muster. Ja, auch in die Filmindustrie - siehe die ersten Teile von "Star Wars" - habe sich von mythischen Konzepten stark beeinflussen lassen. Interessanterweise sei eine Kultur meist geneigt, ihre eigenen Mythen für wahr zu halten, die anderer Kulturen jedoch nicht - obwohl diese allesamt große Ähnlichkeiten zeigen. Im Kontext des Traumthemas beschrieb Till den Traum als "persönlichen Mythos". Wovon aber die Mythen und Überlieferungen der Religionen erzählten, sei auch Teil der eigenen Seele. So könne man von einer Christuskraft im Menschen sprechen, die sich über das 12-blättrige Herz-Chakra äußere.

Der Referent warf daraufhin einige Lichter auf die Entwicklung von Schriftzeichen aus Bildzeichen und verglich die der Ägypter, Maya, Chinesen und (die schon sehr abstrakte, auf Konsonsanten beschränkte) der Hebräer. Die Erkenntnisse R.A. Schwallers de Lubicz über den in "The Temple of Man"  beschriebenen Tempel in Luxor, über dessen Grundriss und Symbole man die Besucher zum Erkennen von spirituellen Wahrheiten habe bringen wollen, kamen ebenfalls zur Sprache. Till machte zudem große Ähnlichkeiten zwischen den Konzepten des Yoga und der Alchemie aus (im Hinblick auf die Kräfte Sonne, Mond und Kundalini ...) und führte kurz in die Symbolik der Arcana des Tarot ein. Das Bild des Wagens etwa deutete er als Selbst, das vom Wagenlenker - dem Höheren Selbst - gesteuert werde. Angeregt durch Fragen aus dem Publikum verknüpfte er diese Ausführungen mit seinen kabbalistischen Kenntnissen über die Sephiroth.

Ein gesonderter Punkt war der manipüulative Gebrauch von Symbolen. So sei das Pentagramm eigentlich ein positives Symbol, denn es zeige, mit der Spitze nach oben weisend, das Bewusstsein/den schöpferischen Geist an, welche über die vier Elemente herrschen. Stelle man es jedoch auf den Kopf, erhalte es eine negative Aussage: Die Materie (oder die Umstände) herrschen dann über den machtlos ausgelieferten Geist. Manipulativ seien auch auf der Sprachebene zu findende euphemistische, bildhafte Umdeutungen, etwa wenn man anstatt von Atomkraft - "ökologischer" klingend - von "Kern"-Kraft spreche. Till betonte nochmals, dass ein Bewusstsein von diesen Dingen ausreiche, um sich nicht manipulieren zu lassen.

Tills Vortrag war insgesamt getragen von der Freude, die er darüber empfand, über ihm am Herzen liegende Themen vor anderen Menschen sprechen und die hierzu vorliegenden Erkenntnisse zu teilen oder auch gemeinsam Fragen aufzuwerfen und diesen nachzugehen.

 

Informationen:

Wir leben in einer Welt voller Symbole. Einige sind offensichtlich, während andere hingegen sehr subtil auftreten. Bei manchen sind wir uns sicher, die Bedeutung zu kennen, aber andere stellen uns vor Rätsel. Warum umgibt sich der Mensch seit Urzeiten mit Symbolen? Was bedeuten sie? Und was können sie bewirken?

In diesem Vortrag geht es um das Wesen der Symbole, was sie von einfachen Zeichen unterscheidet, in welcher Verbindung sie mit dem Bewusstsein des Menschen stehen und warum es sie gibt. Es wird aufgezeigt, wo und in welcher Form Symbole auftreten und welche Wechselwirkungen es zwischen ihnen und dem Menschen gibt. Es werden verschiedene alte und aktuelle Symbolsysteme vorgestellt, worauf sie basieren und welchem Zweck sie dienen. Und es werden außerdem praktische Hinweise und Anregungen für den Umgang und die Verwendung von Symbolen angeboten

>> Infos unter www.symboledeslebens.de (mit weiteren Themen des Referenten)

 

 

Samstag, 30. April 2016, 19 Uhr, Vortrag:

"Lichtbild-Vortrag: Elektrosmog, Risiko & Lösungen – Was ist Elektrosmog, und wie kann man sich davor schützen?"

Referent: Guntram Stoehr

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Bericht:

Am 30. April referierte der Architekt, Baubiologe und Vastu-Experte Guntram Stoehr auf Einladung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. über das Thema „Elektrosmog“. Stoehr war bereits vor rund zwei Jahren in der Kulturwerkstatt zu Gast gewesen, wo er den Inhalt seines Buches „Das Wesen der Bäume“ in Form eines Vortrags präsentierte. Darin hatte er bestimmte Baumwuchsphänomene mit geomantischen Gegebenheiten eines Ortes in Beziehung gesetzt.

Grundsätzlich ging Stoehr von dem logisch fundierten Gedanken aus, dass es für den Menschen desto besser sei, je näher die Lebensbedingungen seines Umfeldes an der Natur liegen. Denn an diese habe sich der Organismus über eine Jahrmillionen währende Evolution angepasst. Die elektrischen und magnetischen Felder, denen sich der Mensch heute ausgesetzt sehe, seien jedoch um ein Vielfaches stärker, als sie es unter natürlichen Umständen wären. Diejenigen, die hierfür ein Gespür hätten, solle man von daher nicht lächerlich machen. Denn man könne annehmen, dass der Organismus eines jeden den Auswirkungen dieser Einflüsse unterlägen,  auch wenn diese meist unterhalb der Wahrnehmungsschwelle lägen und direkte Zusammenhänge oft nicht hergestellt würden. Man könne die Perspektive auch umdrehen: Diejenigen, die dergleichen nicht wahrnehmen, seien vielleicht schon abgestumpft. Was aber an den Auswirkungen nichts ändere und auch nicht für die Harmlosigkeit der Elektrizität spreche. Schon einleitend hatte der Veranstalter darauf hingewiesen, dass man ansonsten auch die Radioaktivität für harmlos erklären könne, denn auch diese liege unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Stoehr selbst zog auch einen Vergleich zum Baustoff Asbest. Diesen habe man zunächst ebenfalls bedenkenlos eingesetzt, bis man herausgefunden habe, dass er krebserregend sei. Gegenwärtig nehme das kritische Bewusstsein für die Problematik des Elektrosmogs zwar nur langsam zu, aber man müsse auch berücksichtigen, dass wir im Grunde erst seit wenigen Jahren mit den massivsten Entwicklungen auf diesem Gebiet zu tun hätten (W-LAN, Smartphones …) und die Folgen sich vielleicht nicht unmittelbar zeigen. Der Referent selbst sprach seine Überzeugung aus, dass wir über kurz oder lang gewiss mit diesen zu tun bekommen würden.

In seinen Darstellungen erörterte Stoehr zunächst den Strom im niederfrequenten Bereich, wie er bei Hochspannungsleitungen in den Bereichen von 110 KV (= 1 Transformator), 220 KV (2 Transformatoren) und 380 KV (= 3 Transformatoren) liegt. Grundsätzlich sei es gut, einen Mindestabstand von 400 Metern mit seiner Wohnung von diesen zu haben. Ähnlich äußerte er sich zu Bahnschienen, wobei man bedenken müsse, dass die Schiene selbst einen Rückpol darstelle. Zudem suche der Strom sich den kürzesten Weg – etwa, wenn die Schiene eine Kurve beschreibe, so dass auch das dazwischenliegende Gebiet betroffen sei.

Im Zusammenhang mit dem niederfrequenten Strom kam Stoehr auch auf Umspannungskästen, Leitungen von Dachstuhl zu Dachstuhl, Straßenlaternen und der Kabelführung im Haus zu sprechen. Er empfahl, in den eigenen vier Wänden Bereiche  ganz  frei von verlegten Kabeln zu lassen und sich bestenfalls in einem Meter Abstand aufzuhalten. Beim Kauf von Zwischensteckern mit Schaltern solle man darauf achten, dass diese 2-polig seien, sonst könne auch im ausgeschalteten Zustand stärkere elektrische Spannung nachgewiesen werden. Gute Lösungen seien unter anderem Netzfreischalter (Kostenpunkt circa 150 Euro) oder auch Netzabkoppler. Wenn man etwas investiere, könne man so sicherstellen, dass nur dann wirklich Strom fließe, wenn ein entsprechendes Gerät eingeschaltet wird. Stoehr wies außerdem darauf hin, dass sich auch Kunststoffflächen (Fußboden, Küche) elektrisch aufladen können. Ein für den menschlichen Zellstoffwechsel besseres Ionenverhältnis in der Luft sei zu erreichen, wenn man einen Kamin aus Metall habe.

Wenig Vertrauen habe er in offizielle Richtwerte im Hinblick auf gesundheitliche Unbedenklichkeit. Diese würden (siehe Fukushima) bedarfsweise angepasst. Es lägen z.B. zwischen den Aussagen der Ärzterkammer und DIN-Normen starke Differenzen vor. Mit seinen eigenen Erfahrungen in den meisten Punkten deckten sich die Empfehlungen der IBN http://www.maes.de/3%20STANDARD/maes.de%20STANDARD-2015%20RICHTWERTE.PDF

Nach dem Phänomen des niederfrequenten Stroms mit magnetischen und elektrischen Wechselfeldern behandelte Stoehr den Bereich des hochfrequenten Stroms, der uns zum Beispiel die (freilich extrem praktische) Nutzung von Smartphones und Tablets ermögliche und immer weitere Bereiche des Alltags erfasse, so dass man jetzt auch Züge standardmäßig mit WLAN ausstatte, ja auch Fernbusse (besonders nachteilig für die Fahrer, da dies im vorderen Bereich des Fahrzeugs installiert werde). Je weiter die Entfernung zum Funkmast, zum Beispiel auf dem Land, desto stärker müsse dieser pulsen, da die Intensität der Leistung im Quadrat verfalle. Dies wirke noch erheblich stärker auf den Organismus. Eine gute Methode, die Auswirkungen der elektromagnetischen Felder auf ihn zu überprüfen sei die Messung des Ohmschen Widerstands.  Auf der Seite der Bundesnetzagentur könne man prüfen, wo  sich im eigenen Umkreis Funkmasten befinden: http://emf3.bundesnetzagentur.de/karte/Default.aspx  Generell zeige man bei öffentlich zugänglichem Material oft nicht gerne große Ausschnitte eines Stadtplans, da sonst deutlich werde, wie  dicht die Funkmasten bereits stünden. In der Schweiz bekomme man dies noch eher zu sehen.

Ein weiterer Aspekt war der Radar. Menschen, die  beruflich viel mit diesem zu tun hätten, würden nachweislich früher sterben –Fluglotsen würden im Schnitt 45 Jahre alt. Noch im Odenwald habe er selbst das Radarsignal des Frankfurter Flughafens gemessen. 

Eine Methode, sich zu schützen – wenigstens bei Nacht – könne ein mit silberbedampfter Baldachin über dem Bett sein, wie es etwa biologa vertreibe. Abschirmende Kleidung habe dagegen nur einen sehr geringen Effekt, da sie nicht den ganzen Körper bedecken könne. Graphitfarbe würde er aus allgemeinen Erwägungen eher nicht verwenden, gut einsetzbar seien aber zum Beispiel Holzmetallfenster (Metall besitzt eine abschirmende Wirkung), manche würden die Fenster außerdem noch mit entsprechenden Folien versehen, diese seien aber ohnehin oft schon metallbedampft. Stoehr gab noch eine Reihe weiterer Tips, zum Beispiel den, bloß Babyfunk verwenden, der nur funkt, wenn es auch tatsächlich Geräusche gibt. Er führte den Anwesenden auch verschiedene Experimente vor. So brachte er zum Beispiel eine Neonröhre zum Glühen, indem er sie lediglich in die Nähe einer bestimmte Lichteffekte produzierenden Lampe hielt. Die Anwesenden brachten viele Fragen mit ein. So wollte jemand wissen, weshalb es sein könne, dass er schlechter schlafe, wenn er nachts die Sicherung ausschalte. Stoehr erklärte, dass es sein könne, dass er das elektromagnetische Feld aus der Nachbarwohnung dann vielleicht umso stärker würde. Denn gegebenenfalls können sich die Wirkungen zweier Felder aufheben.

Vor dem Vortrag hatte erstmals die Vereinsbibliothek der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. geöffnet. Interessierte – auch Nichtvereinsmitglieder – konnten sich Medien entleihen. Der Schwerpunkt der Bibliothek liegt auf spiritueller Literatur und Publikationen der eingeladenen Referenten.

 

Informationen:

Am Samstag, 30. April 2016, 19 Uhr, hält Guntram Stoehr in der Kulturwerkstatt, Riesstraße 4 (im Hof) einen Lichtbild-Vortrag über das Thema: „Elektrosmog, Risiko & Lösungen – Was ist Elektrosmog, und wie kann man sich davor schützen?“ Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben. Veranstalter ist die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.
Auf Grund der vielen technischen Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte haben die Einflüsse elektrischer Strahlungen auf den menschlichen Körper stark zugenommen. Stromleitungen, Mobilfunk und W-Lan etc. haben in unseren Alltag Einzug erhalten und sind kaum noch wegzudenken.
Dabei erzeugen sie Felder, die als „Elektrosmog“ bezeichnet werden. Doch was ist Elektrosmog und wo genau kommt er vor? Müssen wir jetzt auf alle technischen Geräte verzichten? Und wie kann man sich vor Elektrosmog schützen? Diesen Fragen ist der Vortrag gewidmet.
Dabei werden die wichtigsten Verursacher von Elektrosmog dargestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, um sich im Haus und in der Wohnung davor zu schützen.

Doch nicht nur im Außen sichtbare Anlagen wie beispielsweise Radar oder Hochspannungsleitungen erzeugen Elektrosmog, sondern auch Apparate innerhalb des Hauses wie z.B. Babyphone, Computer, Heizdecken, Handys, schnurlose Telefone und andere elektrische Geräte.
An Hand von praktischen Beispielen werden einfach umzusetzende Methoden und Schutzlösungen vorgestellt um Elektrosmog im eigenen Haus und Arbeitsplatz so gering wie möglich zu halten. Ziel ist es die Elektrosmogbelastungen durch einfache Maßnahmen deutlich zu reduzieren und einen gesunden Umgang mit technischen Geräten zu erreichen.
Zur Person: Guntram Stoehr, Dipl.-Ing. Architekt, studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar.  Nach mehrjähriger Architektentätigkeit in der Schweiz arbeitet er heute als Freier Architekt in Freiburg i. Br. In seinen Projekten verbindet er moderne Architektur mit Baubiologie, Geomantie sowie dem traditionellen Bauwissen des indischen Vastu. Er hält Vorträge und Seminare, leitet geomantische Reisen und bietet eine Ausbildung in Geomantie und Vastu an, www.architektur-geomantie.com In der Kulturwerkstatt stellte er bereits sein Buch „Vom Wesen der Bäume. Geomantische Landschaftsphänomene und Baumwuchsformen“ vor.





Samstag, 30. April 2016, 17:30 bis 19 Uhr
 
Öffnung der Vereinsbibliothek Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.



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Am Samstag, den 30. April, können Interessierte in der Kulturwerkstatt, Riesstraße 4 (im Hof), zwischen 17:30 Uhr und 19 Uhr die BIFA genannte Vereinsbibliothek der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. kennenlernen. Auch Nichtvereinsmitglieder haben die Möglichkeit, gegen Vorlage des Personalausweises und Unterschrift, Medien jeweils zur Gebühr von 1 Euro pro Medium zu entleihen. Entliehene Medien können auch in der Buchhandlung Metzler (Hauptstraße 34, 79540 Lörrach-Stetten) zu deren Öffnungszeiten zurückgegeben werden.
Die BIFA ist eine unabhängige, öffentliche und weltanschaulich offene Bibliothek. Ihr Bestand ist auf spirituelle Themen ausgerichtet. Der Begriff „Alternativen“ soll keine Haltung der Opposition zu etwas Bestehendem – also keine umgekehrt einseitige Positionierung – ausdrücken, sondern darauf hinweisen, dass es viele mögliche, eben alternative Perspektiven gibt, Welt und Mensch zu betrachten. Die Organisatoren erklären: „Erst zusammen gesehen werden diese der Wirklichkeit in ihrer Vielschichtigkeit und in ihrem Facettenreichtum gerecht. Jede ist für sich genommen wertvoll. Manche Sichtweisen sind heute gegenüber stärker repräsentierten Meinungen allerdings vernachlässigt, wenn nicht gar verdrängt oder unterdrückt. Sie verdienen aus unserer Sicht darum desto größere Beachtung, jenseits aller Polemik. So hoffen wir, einem wachsenden Bedürfnis entgegenkommend, durch unseren Bestand Möglichkeiten zur spirituellen Vertiefung anzubieten und den unvoreingenommenen Austausch über diese Inhalte anzuregen.“
Schwerpunkte des Bestands liegen a) auf Publikationen der Referenten/innen und Künstler/innen, die mit ihren Beiträgen das Programm der Kulturwerkstatt bereichert haben, sowie der Preisträger/innen des Kulturwerkstatt-Preises b) auf Publikationen, deren Inhalte einen Bezug zum Programm bzw. zur Ausrichtung der Kulturwerkstatt aufweisen c) auf der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe d) auf Publikationen des Achamoth-Verlages
Im Anschluss an die Öffnung der Bibliothek findet im selben Raum um 19 Uhr ein Vortrag von Guntram Stoehr zum Thema „Elektrosmog“ statt.

Infos unter "Downloads"

 

 

 

Freitag 22. bis Sonntag, 24 April 2016, Kurs:

"Guo Lin Qi Gong Basiskurs"

Leiterin: Wang Li

Bitte beachten Sie den "Guo Lin Qi Gong"-Folgekurs im November 2016 an anderem Ort in Lörrach: http://guolin-qigong-loerrach.com/guo_iin_qigong_wang_li.html Im März 2017 wird Frau Wang Li auch wieder in der Kulturwerkstatt zu einem Hui Chun Gong Kurs zu Gast sein: http://guolin-qigong-loerrach.com/hui_chun_gong_wang_li.html

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Bericht:

Am Samstag, 23.04.16 und Sonntag, 24.04.16 veranstaltete die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. in Zusammenarbeit mit Qigong Lehrer Rainer Nestmann ein Seminar, für das die chinesische Qigong Meisterin Frau Wang Li aus Bad Münstereifel gewonnen werden konnte. Das Thema war Guo Lin Qigong als begleitende Massnahme für Menschen mit Krebsleiden sowie anderen chronischen Erkrankungen. In einem einleitenden, öffentlichen Vortrag am Freitagabend führte die Kursleiterein zunächst theoretisch in das Gebiet ein.
22 Teilnehmer/innen auch aus benachbarten Bundesländern sowie der angrenzenden Schweiz erlernten anschließend Übungen, die sie begleitend zur onkologischen Behandlung wie Chemotherapie und/oder Bestrahlung  sowie zur Operationsvorbereitung einsetzen können. Diese leicht zu erlernenden Übungen sind eine wirkungsvolle Ergänzung  zur schulmedizinischen Behandlung, sie werden inzwischen in verschiedenen Reha-Einrichtungen angewandt. Positiv spürbar ist der Ausgleich der Emotionen, die Teilnehmer berichten von größerer innerer Ruhe und Ausgeglichenheit.
Desweiteren kann Guo Lin Qigong begleitend bei Bluthochdruck, Herzkrankheiten sowie Diabetes angewandt werden.
Die Begründerin Frau Guo Lin selbst war an Gebärmutterkrebs erkrankt und hatte bereits Blasenmetastasen. Nachdem sie 6x operiert worden war und kaum Aussichten auf Heilung bestand, suchte sie traditionelle Qigong Lehrer in China auf. Aus den erlernten Übungen entwickelte sie sodann eine neue Qigong-Form, das jetzige Guo Lin Qigong.
Die 71-jährige Frau Wang Li, direkte Schülerin von Frau Guo Lin, erlernte diese Übungen In Peking und gibt sie inzwischen in Deutschland weiter.
Herr Nestmann, Guo Lin Qigong-Lehrer in Lörrach, plant für November 2016 einen weiteren Guo Lin Qigong Kurs für Anfänger und Fortgeschrittene unter der Leitung von Meisterin Wang Li. Interessierte können Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. kontaktieren: kulturwerkstatt@gmx.de

 

Informationen:

Vom 22. bis 24. April 2016 (Freitag bis Sonntag) findet in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4, 79539 Lörrach) ein Guo Lin Qi Gong Basiskurs statt, der von Meisterin Wang Li geleitet wird. Der Eröffnungsvortrag am Freitagabend kann (zu einem Eintritt in freiwilliger Höhe) unabhängig vom Seminar besucht werden.

Guo Lin Qi Gong ist Teil des Medizinischen Qi Gong, wirkt unterstützend bei allen onkologischen Erkrankungen, bei Erkrankungen des Immunsystems, Bluthochdruck, Erkrankungen des Nervensystems, Diabetes, Rheuma und Asthma. Das regelmäßige Üben des Guo Lin Qi Gong kann dazu beitragen, dass Bestrahlung, Chemotherapie und Operationsfolgen besser toleriert werden. 


Guo Lin Qi Gong wurde nach der Begründerin Frau Guo Lin, einer chinesischen Malerin benannt, die an Krebs erkrankt war und durch die Anwendung dieser Übungen wieder gesundete. Nach ihrer Genesung begann Frau Guo Lin in den 70-er Jahren diese Übungen in einem Park in Peking zu unterrichten. Während dieser Zeit kam Meisterin Wang Li als Patientin zu Frau Guo Lin und lernte von ihr diese Methode, die sie selbst nun seit fast 40 Jahren praktiziert.  Als Medizinisches Qi Gong ist das Guo Lin Qi Gong Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Das Ziel der Übung ist es, die Selbstheilungskräfte zu stärken. Bekannt ist  Guo Lin Qi Gong durch die an die Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen angepassten Gehübungen, die meist im Freien praktiziert werden.

Der Kurs ist offen für Anfänger und Fortgeschrittene.
Informationen über die Referentin und die Besonderheiten des Guo Lin Qi Gong finden Sie unter: http://www.guolin-neuqigong.de/ 

Freitag, Vortrag:   19.00  (öffentlich, Eintritt in freiwilliger Höhe)
Samstag, Seminar:  10.00–18.00 (inkl. Mittagspause)
Sonntag, Fortsetzung:  10.00–16.00 ( inkl. Mittagspause) 

Kursgebühr:.€ 190 

>> Fragen zum Seminar beantwortet Ihnen gerne Rainer Nestmann (dipl. Qi Gong-Lehrer) unter 07628-803638 >>  Bitte melden Sie sich aus organisatorischen Gründen an unter: kulturwerkstatt@gmx.de 

 

 

 

Samstag, 27. Februar 2016,19 Uhr, Vortrag:

"Clearings von Fremdenergien und astralen Besetzungen"

Referent: Benjamin Maier

 

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Bericht:

Der aus dem Freiburger Raum kommende Schamane Benjamin Maier referierte auf Einladung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. über das Thema "Clearings von Fremdenergien und astralen Besetzungen". Gleich zu Beginn erklärte er, dass man sich von diesen etwas unheimlich klingenden Begriffen nicht irritieren oder abschrecken zu lassen brauche. Denn den Phänomenen, die man hiermit beschreibe, könne man durchaus beikommen.

Zunächst beschrieb er, was sich unter dem Begriff „Besetzung“ zusammenfassen lasse. Dabei war es ihm wichtig festzuhalten, dass es aus seiner Sicht fragwürdig sei, zwischen negativen und positiven Energien zu unterscheiden. Vielmehr sei es ja so, dass man von einer Energie – beispielsweise dem Strom – guten oder schlechten Gebrauch machen könne. Und so seien auch Besetzungen zu verstehen: Etwas, das zur falschen Zeit am falschen Ort wirke.

Ein häufig vorkommendes Phänomen sei beispielsweise, wenn man den Impuls zu einer Tätigkeit öfters unterdrücke. Die nicht ausgelebte Energie bleibe dann in einem bestehen, wirke fort und staue sich auf. Dies könne einen dann daran hindern, einen entsprechenden Impuls später in die Tat umzusetzen. Ein anderes Phänomen liege vor, wenn man sich zum Beispiel in der Öffentlichkeit aufhalte und dann das Auftreten von Gefühlen in sich bemerke, die gar nicht einem selbst entstammten. Er selbst habe dies etwa, in der Schlange stehend, an einem Postschalter erlebt. Es sei ihm eigentlich gut gegangen und er habe sich nicht geärgert, aber plötzlich wahrgenommen, wie sein Herz schneller zu schlagen begann. Da habe er bemerkt, dass die hinter ihm stehende Frau sich außerordentlich aufgeregt und sich ihre Wut auf ihn übertragen habe. Dain der Öffentlichkeit oft viele unterschiedliche Emotionen auf einen einstürmten, könne man sich nach einem Gang durch die Stadt völlig ermattet fühlen, obwohl man sich objektiv gesehen gar nicht angestrengt habe. Das Wichtigste sei in solchen Fällen, sich klar zu machen, dass es sich hier um fremde Emotionen handle, denn bereits durch diese Erkenntnis werde eine Distanz geschaffen.

Ähnliche Erfahrungen könne man machen, wenn man den Energien bestimmter Orte ausgesetzt sei. Psychologisch interessant sei das Phänomen der Schatten und Masken. Unterdrücke man als Kind einen bestimmten Impuls – zum Beispiel bei Tisch Fröhlichkeit zu zeigen –, weil dies nicht erwünscht sei, verbleibe dieser doch in einem als etwas Ungelebtes, während man sich zugleich eine „Maske“ anlege, das heißt, sich gesellschaftlich akzeptierte Verhaltensweisen aneigne. Dies sei bis zu einem gewissen Grad notwendig und nützlich. Wenn es aber dann zum Beispiel geschehe, dass man einer Person begegne, die sich traue, sich so zu benehmen, wie man es selbst sich nicht gestatte, konfrontiere einen dies mit dem eigenen „Schatten“, was Kraft raubend sei könne. Daraus resultiere dann oft eine negative Bewertung der anderen Person und eine Auseinandersetzung mit den unausgelebten Energien.

Gerade letztere brächten einen nicht selten in Resonanz mit den Seelen Verstorbener, die auch unauslebbare Impulse in sich trügen. Aus seiner praktischen Tätigkeit wisse er von vielen Fällen, in denen in Menschen zu ihrer eigenen Überraschung plötzlich ganz fremde Neigungen auftraten. Da könne dann durchaus eine Besetzung von einem oder mehreren Verstorbenen vorliegen, die sich an die entsprechende Person geheftet hätten. Heute wüssten viele Verstorbene zunächst oft gar nicht, dass sie tot seien. Ihr Zustand bereite ihnen Verwirrung und sie würden es nicht wagen, sich in die ihnen eigentlich bestimmten Dimensionen der geistigen Welt zu begeben, und sich entsprechender Hilfe verweigern.

Im Schamansimus spreche man davon, dass Menschen auch Teile ihrer Seele verlieren könnten, und gerade an diese „leeren“ oder unpassend mit ersatzweisem Inhalt ausgefüllten Teile der psychischen Organisation (= des Astralkörpers) und die damit verbundenen Teile des physischen Körpers könnten sich dann die Einflüsse Verstorbener bemerkbar machen. Man dürfe sich deren Impulse nicht zueignen machen, sondern müsse ihnen – ggf. in Kooperation mit höheren „Spirits“ –  den Weg "ins Licht" zeigen, wo sie dann zwar fortbestünden, aber in einem Bewusstsein der Verbundenheit mit den anderen Wesen, nicht mehr festgelegt auf das ehemalige persönliche Erscheinungsbild.

Ein letzter Punkt den Maier ansprach, war die schwarze Magie. Auch dieses Phänomen – einschließlich von Flüchen – gebe es. Kleine „schwarzmagische“ Handlungen  würden ansatzweise eigentlich schon vorliegen, wenn man sich in einem gewohnheitsmäßigen Ritual selbst den besten Parkplatz wünsche, wofür ihn dann jemand nicht erhalte, der ihn eigentlich dringender bedurft hätte. Dies aber wirke auf das Karma zurück. Und auch, wenn zum Beispiel eine Mutter ihrer Tochter immer vermittle, sie könne nichts und sei eine Versagerin, sei das schon der Beginn einer Verfluchung.

Anschließend wurde für diejenigen, die daran teilnehmen wollten, ein Clearing durchgeführt. Maier bat hierbei, wie er erklärte, iM Stillen die mit ihm arbeitetenden Spiritis um Hilfe. Die Wirkung wurde von einzelnen Anwesenden als starke Wärme beziehungsweise Hitze erlebt - dies sei Zeichen der wieder fließenden Lebensenergie. Auch der plötzlich bei einigen auftretende stärkere Hustenreiz sei ein Zeichen der Reinigung. Die Wahrnehmungen könnten aber, je nach individueller Situation, unterschiedlich sein. Und für schwerwiegendere Probleme riet Maier, die Hilfe eines Experten aufzusuchen, hierbei aber besonders auf Seriösität und etwaige überzogene finanzielle Forderungen zu achten.

Maier gab den Zuhörern noch eine ganze Reihe kleinerer Tipps für den Alltag mit auf den Weg. Etwa das Aufsuchen und im Weitergehen wechselweise Überschreiten von im Wald fließenden Bächlein, den Kontakt zu Bäumen oder die Verwendung von Edelsteinen wie dem Aragonit; lege man sich je einen in die rechte und in die linke Hand, helfe dies, sich besser abzuschirmen.

Im Anschluss an den Vortrag gab es Raum zur Beantwortung vieler Fragen. Und in Gesprächen am Rande gab es Gelegenheit, Weiteres über das Thema Krafttiere zu erfahren, über das Maier im vergangenen November in der Kulturwerkstatt referiert hatte. Nun wusste er zu sagen, dass es ein "Krafttier Mensch" zwar einmal gegeben habe, dieses aber so nicht mehr bestehe, seitdem die Individualisierung des Menschen begonnen habe. (Am aktuellen Vortragsabend, so hatte Maier zuvor erklärt, wolle das Krafttier Nashorn hilfreich anwesend sein.) 

 

Informationen:

Am Samstag, den 27. Februar, 19 Uhr, hält Benjamin Maier auf Einladung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.  einen Vortrag über das Thema "Clearings von Fremdenergien und astralen Besetzungen." Veranstaltungsort ist die Kulturwerkstatt in der Riesstraße 4. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
In diesem Erlebnis-Vortrag geht es um Themen, die im magisch-schamanischen Bereich oft eher unentdeckt und unbeliebt sind, da es hier große Ängste gibt. Benjamin Maier geht davon aus, dass diese Angst ein Schutz davor ist, sich etwas Unbekanntem zu öffnen – wobei manche außersinnlichen Phänomene tatsächlich große Probleme hervorrufen und uns im Bereich unserer Gefühle und Gedanken, aber auch bis auf die körperliche Ebene beeinflussen können.
Konkret behandelt werden die Themen: Was sind negative Energien? Was sind Fremdenergien? Flüche? Schwarze Magie? Besetzungen? Und wie steht es mit den Einflüssen von Verstorbenen? Auf diese Fragen möchte der Referent aus seiner langjährigen, praktischen Erfahrung mit schamanischen Clearings bzw. Reinigungs-Ritualen Antworten geben.
Über dieses sehr große Gebiet kann nur grober Überblick vermittelt werden. Kennt man jedoch schon mal die wichtigen Zusammenhänge hinter diesen Begriffen und weiß man, was sich dahinter verbirgt, muss man, wie Maier erläutern wird, zunächst einmal weniger Angst davor haben – und wenn man dann noch weiß, was man tun kann, um einen konstruktiven Umgang damit zu finden, ist das umso besser.
„Es braucht natürlich ein jahrelanges Training und viel Ausbildung, um diese Phänomene professionell handeln zu können“, erklärt Maier, „im Vortrag gibt es hie und da kleine Tipps, was man machen kann, wenn man denkt, dass das ein oder andere dieser Phänomene sich im Alltag bemerkbar macht. Die wirklich problematischen Fälle gehören jedoch weiterhin in die Hand eines Profis.“
 
Im Anschluss an den theoretischen Teil folgt eine Vorführung von schamanischen Clearings, so dass jeder Teilnehmer sie erfahren kann. Die Mitwirkung an diesem praktischen Teil ist selbstverständlich freiwillig! Unter Clearing ist hier eine Befreiung von Dingen zu verstehen, die wir mit uns herum tragen und die uns am Erkennen unserer Urnatur und unserer natürlichen Bedürfnisse und Begabungen hindern. Was für Dinge das sein können, wird im Vortrag erklärt.
Zum Referenten: Benjamin Maier arbeitet als schamanischer Wegbegleiter seit 2008 in Freiburg. In Einzelsitzungen, Seminaren und mehrjährigen Ausbildungen vermittelt er magisch-schamanische Praktiken und hilft Interessierten dabei sich mit ihrer eigenen Urnatur wieder zu verbinden. Spezialisiert hat er sich dabei auf das Entfernen von negativ wirkenden magischen Einflüssen, Astralreisen und die Kommunikation mit Spirits, wie z.B. mit Krafttieren, über die er in der Kulturwerkstatt bereits einen Vortrag hielt. Infos: www.schamanischer-heiler.de

 

 

Samstag, 09. Januar 2015, 19 Uhr, Vortrag:

Veranstaltungsbericht. Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar

Referentin: Katharina Heyer

 

Copyright by Björn Steiert

Bericht:

Der gemeinnützige Verein Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. veranstaltete kürzlich einen Vortrag über „Wale und Delfine“.mit Katharina Heyer. Der  Schwerpunkt lag auf der Region der Meerenge beziehungsweise "Straße" von Gibraltar. Kulturwerkstatt-Vorstand Björn Steiert berichtete zu Beginn, wie er vor rund vier Monaten immer wieder auf dieses Thema gestoßen sei , nachdem er zuvor das Buches das „Lächeln des Delphins“ kennengelernt hatte, das tatsachengemäß beschreibt, wie jemand durch den Kontakt zu einem wildlebenden Delfin sein durch einen Unfall als Kind verlorenes Gehör wiederfindet.

Seit einem berührenden Erlebnis mit Walen und Delfinen im Jahr 1997 in Tarifa (Gibraltar) engagiert sich die zuvor erfolgreich als Modedesignerin erfolgreich gewesene Referentin unermüdlich für den Schutz dieser für viele Menschen so faszinierenden Tiere. Ihr Wirken umfasst auch wissenschaftlich fundierte Forschung und Aufklärung im Rahmen der von ihr unter anfangs nicht unerheblichen Schwierigkeiten begründeten Organisation firmm. "firmm" steht für "foundation for information and research on marine mammals" (Stiftung zum Schutz und zur Erforschung von Meeressäugern).Sie ist aktuell an drei Orten in Tarifa  vertreten, verfügt über seit 18 Jahren gesammelte Daten und organisiert Begegnungsfahrten zu den Walen und Delfinen , die, wie Heyer betont, einen respektvollen Charakter haben sollen. Denn wir würden nur schützen, was wir schätzen und lieben.Und so gehe es auch darum, eine entsprechende Beziehung zu schaffen und die Einwohner vor Ort ebenfalls aufzuklären. Dabei könne man auch umgekehrt sagen, dass die Tiere bei diesen Fahrten gewissermaßen die Menschen beobachteten - denn sie zeigen durchaus Neugier für deren Treiben.

Heyer hält sich nur rund drei Monate im Jahr in der Schweiz auf. Den Rest des Jahres ist sie in Spanien präsent, vertritt die Anliegen ihrer Stiftung aber auch hierzulande . Zunächst stellte sie dar, wie sie durch Ara Hatzakorzian darauf hingewiesen worden sei, dass es in der Straße von Gibraltar viele Tiere dieser Art gebe und hier eine mögliche Aufgabe für sie liegen könne. Der tatsächliche Artenreichtum vor Ort sei zu dieser Zeit allerdings noch gar nicht bekannt beziehungsweise dokumentiert gewesen. Tatsächlich aber habe sich dies bewahrheitet. Durch die besonderen geographischen Gegebenheiten ist die – täglich von 300 Frachtern befahrene – Meerenge so beschaffen, dass sie – durch den Wasseraustausch zwischen Atlantk und Mittelmeer und dem Rückstau an einem zum Atlantik hin gelegenen, unterseeischen Gebirge – besonders nahrungsreich ist.  

Heyer stellte zunächst die  teils das ganze Jahr über anzutreffenden Meeressäuger-Arten vor und zeigte anhand von Projektionen stets den Größenvergleich zum Menschen:  angefangen vom kleinen Gemeinen Delfin über den Blau-Weißen-Delfin, Großen Tümmler, Gewöhnlichen Grindwal, Schwertwal und Pottwal bis hin zum Finnwal, gegenüberdem ein Schwimmer sich geradezu winzig ausnimmt. In der Begegnung bemerke man deutlich, dass es sich bei dem Schwertwal (Orca) um ein Raubtier handle, weshalb der Eindruck ein durchaus anderer als etwa bei Delphin, Grind- oder Pottwal sei. Unser Delfin-Bild sei wohl am meisten durch den Großen Tümmler geprägt.

Klar Position bezog Heyer gegen Delfinarien. Den wenigsten sei bewusst, dass für 5 in Delfinarien lebende Tiere 95 andere sterben müssten, sei es beim Fang, beim Transport oder in den ersten drei Monaten im Delfinarium, wo sie unter dem Chlor  im Wasser leiden und ihnen Antiobiotika verabreichert würden. Der Delfin könne bewusst das Atmen einstellen und so würden viele ihr Leben dort selbst beenden. Ebenfalls kritisch äußerte sie sich zu den Methoden, wie man sie seitens der Japaner beim Fang des Roten Thunfischs eingsetze. Man verwende hierfür schwangere Tiere.

Die Anwesenden konnten anhand von mitgebrachten Aufnahmen auch Eindrücke einer Pottwal-Paarung erhalten, wozu immer drei oder vier Wale benötigt würden, da das Männchen und Weibchen im Wasser gestützt werden müssten. Dieser Vorgang hatte auch rund 80 neugierige Grindwale angelockt.

Heyer schilderte, teils auf Publikumsnachfrage, außerdem lustige und besondere Erlebnisse, die sie mit Delfinen und Walen gehabt hatte, und bezog Aussagen anderer, die sich auf eine vertiefende Art mit diesen Tieren beschäftigt haben, mit ein. Ein Erlebnis dieser Art  bestand darin, dass eine Gruppe von Grindwalen sie in die Trauer um ein totes Baby einbezogen hätte. Die Mutter habe es ihr - wie zuvor die abgerissene Nabelschnur - gezeigt. Wenn Wale beziehungsweise Delfine dem Betrachter ihre Unterseite zuwenden, sei dies im Übrigen ein besonderer Vertrauensbeweis, denn dann seien die Tiere schutzlos. Ein Anwesender brachte die Ansicht, dass die Delfine und Wale möglicherweise über eine höhere oder komplexere Intelligenz als der Mensch verfügen würden, ins Spiel, worauf etwa die Hirnstrukturen der Delfine hindeuteten. Zu letzterem Punkt konnte Heyer auf eine eingehende Doktorarbeit verweisen. Als sie selbst verblüffende Anekdote schilderte sie außerdem, wie ihr einmal eine Tierkommunikatorin aus Berlin geschrieben und ihr - auch später - erstaunlich zutreffende Angaben zu einem bestimmten Pottwal und zu dessen Schwangerschaft gemacht habe. Dieser Wal ("Mondrino") hätte dann auch ein bemerkenswertes Verhalten gezeigt, indem er die Boote anderer Touristen von seinen Jungtieren weggelockt, diese bei Heyers Boot gelassen und sich dann wieder vor diesem beziehungsweise der just anwesenden Dame gezeigt habe. Tauche man mit den Walen, hätte man tatsächlich den Eindruck einer großen Weisheit, wenn man ihnen ins Auge blicke, beschrieb sie eine von vielen geteilte Erfahrung.

Eindrückliche Aufnahmen von Tarifa sind auch in dem Film „Last Giants“ zu sehen. Die Stiftung firmm bietet Fotos und Bewegungsbeispiele aller vor Ort anzutreffenden Wal- und Delfinarten zudem auf einem USB-Stick an. Es ist auch möglich Patenschaften für einzelne Tiere zu übernehmen. Schon am 20. Februar findet in Aarau das 18. firmm-Treffen statt. Infos: www.firmm.org

 

Informationen:

Der Mensch scheint schon immer eine besondere Faszination für Delfine und Wale empfunden zu haben, wie etwa die Sage vom Sänger Arion oder die Erzählungen der Aborigines nahelegen. Nahezu jeder kennt „Flipper“, den Delfin aus dem Fernsehen, hat vielleicht schon von der „Delfin-Therapie gehört, und auch in spirituell interessierten Kreisen beschäftigt sich man sich heute vielfach mit diesen Tieren

Ein eindrückliches Erlebnis mit Delfinen im Jahr 1997 bewegte die bis dahin erfolgreich als Modedesignerin arbeitende Katharina Heyer, ihre Karriere an den Nagel zu hängen und mit der Erforschung der bis dahin nahezu unbekannten Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar zu beginnen. So gründete die Schweizerin die Stiftung firmm (foundation for information and research on marine mammals) in Tarifa ( Andalusien ) um sich dem Schutz der Meeressäuger zu widmen. Wichtig ist der Stiftung wertvolle Informations- und Aufklärungsarbeit zu leisten, damit immer mehr Personen umdenken und ihren Beitrag zur Erhaltung der Umwelt leisten.

In ihrem Vortrag mit dem Titel  "Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar" wird sie uns über die Anfänge der Stiftung, die geografischen Besonderheiten dieses Ortes und viel zu den dort lebenden sieben Arten von Walen und Delfinen erzählen. Mit viel Gefühl und Begeisterung wird sie uns die Welt der Meeressäuger näherbringen und durch persönliche Anekdoten und Geschichten das Wunderbare und Erfüllende an dieser Arbeit erläutern.  Infos. www.firmm.org

 

 

Samstag, 19. Dezember 2015, 20 Uhr, Vortrag:

"Das Horoskop als Entwurf der Seele. Das Karma bewusst leben"

Referentin: Lianella Livaldi Laun

 

Copyright by Björn Steiert


Bericht:

 

Lörrach. Passend zur Weihnachtszeit - beziehungsweise dem Stern von Bethlehem, der den "Heiligen Drei Könige" oder Weisen aus dem Morgendland den Weg zur Krippe wies - veranstaltete die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. einen astrologischen Vortrag zum Thema "Das Horoskop als Entwurf der Seele. Das Karma bewusst leben". Referentin war die Astrologin Lianella Livaldi Laun, die als Autorin und Vortragende auch über Deutschland hinaus Anerkennung findet, wie der Preis für "besondere Verdienste um die Astrologie" belegt, den sie 1995 beim internationalen Kongress der Astrologie in Venedig erhielt. Sie war bereits 2008 in der Kulturwerkstatt zu Gast und sprach damals über das Thema "Berufung im Horoskop". So konnte der zweite Vortrag als Vertiefung des ersten verstanden werden.
Unter den vielen Arten Astrologie zu betreiben ist das, was man - in ganz allgemeiner, oberflächlicher Form aus den Tageshoroskopen kennt - zwar die populärste. Jedoch handelt es sich hierbei nur um eine Perspektive, die rasch veränderliche Aspekte erfasst. Dagegen geht es in der karmischen Astrologie, wie sie die Referentin vorstellte, um das Dauerhafte - gewissermaßen die zentralen Lebensmotive, die sich im Geburtshoroskop ausdrücken und wie ein roter Faden durch die Biographie ziehen. Neben dieser Form der Astrologie existieren weitere, etwa die psychologische, die medizinische oder die Stundenastrologie.
Die Referentin, die in den 70er Jahren nach Deutschland gekommen war, lernte durch die Horizonte, die ihr die karmische Astrologie erschloss, erst eigentlich verstehen, auf welchen Grundlagen ihre Arbeit aufbaue. Mit diesen Gedanken zuerst in Berührung gekommen war sie durch Begegnungen, die sie auf die Arbeit einer Gruppe aufmerksam machten, die sich auf in Trance empfangene Mitteilungen einer "Entität" berief, die sich als Andreas bezeichnete. Laun lernte so die - nach rund 50 Jahren zuletzt  5200 Stunden umfassenden - Aufnahmen dieses Menschenkreises kennen. (Über das Thema "Mediale Botschaften" und deren Bewertung beziehungsweise Roberto Setti als Medium der Gruppe "Firenze 77" veröffentlichte sie in der Nummer 125 der Zeitschrift "Astrologie heute" auch einen Artikel.)
Aus Sicht der karmischen Astrologie verhält es sich so, dass der Geist des Menschen auf Erden in mehreren Leben Erfahrungen sammelt; als Mittler zum Körper dient ihm hierbei die Seele. Die Taten der Vergangenheit würden seinen weiteren Entwicklungsweg beeinflussen, was man mit dem oft missverstandenen Begriff des Karma meine. Im Horoskop, das den Stand der Gestirne zur Geburtszeit wiederspiegelt, finde man einen Ausdruck der Veranlagungen und Zukunftsziele, die sich hieraus ableiten ließen - interessanterweise treffe dies auch auf per Kaiserschnitt vollzogene Geburten zu. Es sei wichtig zu verstehen, dass Erfahrungen nicht bis in jedes Detail vorherbestimmt sind. Vielmehr könne man es so auffassen, dass man sich bestimmte Themen oder Tätigkeitsfelder wähle, mit denen man sich in dem jeweiligen Leben auseinandersetzen wolle. So könne man sich mit dem Bereich "Medizin" auf ganz unterschiedliche Weise befassen - sei es als Arzt, Apotheker, Heilpraktiker oder in einem pflegenden Beruf. Was sich realisieren ließe, hänge immer auch von den Umständen ab, auf die man flexibel reagieren müsse, und es gebe durchaus auch Zufälle. Dies bringe mit sich, dass sich das für ein Leben Vorgenommene nicht immer in idealer Weise realisieren lasse. Jedoch könne man auch ein Leben unter einengenden Bedingungen dazu nutzen, wertvolle Erfahrungen in der materiellen Welt zu machen. Die Reihe der vielen Leben sei mit einer Perlenkette zu vergleichen, bei der jedes Leben einer Perle entspreche.
Lianella Livaldi Laun stellte anhand ihres eigenen Horoskopes einzelne Aspekte ihres Themas anschaulich dar und ging auch auf Fragen der Anwesenden ein.

 

Informationen:

Karma ist, wie die Referentin darstellen will. nicht als Strafe für die Verfehlungen der vergangenen Leben zu werten, sondern hat den Sinn eines Projektes für die Entwicklung eines neuen Lebens. Demnach entsteht es aus dem Programm, das der Geist festgelegt hat, bevor er den Inkarnationszyklus beginnt. Das erklärt, warum es in unserem Leben Geschehnisse gibt, die schicksalhaft erscheinen.

Das Geburtshoroskop ist aus Sicht von   nichts anderes als die symbolische Darstellung des Charakters, der Persönlichkeit und der möglichen Erfahrungen bezüglich dieser aktuellen Existenz. In ihm ist das angelegt, was im Leben verwirklicht werden soll. Deswegen gibt es für jede einzelne Reinkarnation ein spezielles Horoskop, das die neue Individualität erfasst. Der Charakter, der im Horoskop als Idealfall widergespiegelt wird, sollte aus den Erfahrungen, den Erinnerungen und den zwischenmenschlichen Begegnungen entstehen und den Geist bereichern.

Unsere problematischen Erfahrungen sind, wie der Vortrag vermitteln soll, dabei nicht weniger wichtig als die positiven und aufbauenden. Wir sind aufgefordert, das Horoskop bewusst zu leben, denn die konkreten Erfahrungen sind nicht vorherbestimmt. Aber das Leben hat – wie es auch im Buch der Referentin („Den eigenen Lebensplan bewusst gestalten: Das Horoskop als Entwurf der Seele“) zum Ausdruck kommt – nur einen Sinn, wenn der Betreffende den im Horoskop angelegten Plan umsetzt. Astrologische Vorkenntnisse sind zum Verständnis des Vortrags nicht nötig.

Die Referentin ist seit 1987 geprüfte Astrologin DAV mit eigener Praxis. / Korrespondentin und Mitarbeiterin des italienischen Astrologen-Verbandes CIDA. 1988 hat sie das Zertifikat für personenzentriertes Kommunikations- und Konflikttraining nach Gordon bei der AKP in Heidelberg erworben. 1995 erhielt sie bei dem internationalen Kongress der Astrologie in Venedig den italienischen „Preis für besondere Verdienste um die Astrologie“. Seit 2000 Ausbildung als Traumberaterin bei Hellmut Hark. Sie nimmt regelmäßig an internationalen Kongressen teil und hält Vorträge und Seminare in verschiedenen Astrologie-Zentren in Deutschland, Schweiz und Österreich. Seit 2006 ist sie Gast-Dozentin bei der Astrologie-Schule der CIDA in Bologna und Referentin bei verschiedenen Cida-regionalen Kontakt-Stellen in Italien . >> Infos: www.lianella.de.

 

 

Kulturwerkstatt-Preis 2015 an Ute Craemer für ihren Impuls zur Entwicklungszusamenarbeit

 

Lörrach. Die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. (Lörrach) vergibt jährlich einen „Kulturwerkstatt-Preis“. Der gemeinnützige Verein ist Träger eines unabhängigen und informativen Veranstaltungsforums für unterschiedliche Ansätze auf dem Gebiet des Spirituellen, wobei auf Seriosität und Authentizität wert gelegt wird. Angestrebt wird dabei ein vorurteilsfreier Austausch unter Vertretern durchaus unterschiedlicher Richtungen, der auch Grundlagen für ein mögliches Zusammenwirken schaffen kann. So soll der symbolisch gemeinte Preis Persönlichkeiten und Institutionen auszeichnen, auf die mindestens eines der an dieser Zielsetzung orientierten Vergabekriterien zutrifft. Er stellt eine Anerkennung für Menschen dar, die bei einer grundsätzlich toleranten und freilassenden Haltung 1) auf dem Gebiet der geistigen Forschung bzw. ganzheitlichen Wissenschaft wesentliche Erkenntnisse erarbeitet und/oder daraus praktische Anwendungsmöglichkeiten entwickelt haben; 2) sich als Brückenbauer zwischen unterschiedlichen weltanschaulichen Strömungen und Kulturen verdient gemacht haben; 3) deren gesellschaftliches oder künstlerisches Wirken einen Bezug zu einem tieferen Welt- und Menschenbild erkennen lässt, als es dem einseitig materialistischen Paradigma entspricht. Ein Bezug zur Kulturwerkstatt Dreiländereck ist wünschenswert, aber nicht Voraussetzung. Die Auszeichnung soll dabei nicht zwangsläufig bedeuten, dass der Verein sich inhaltlich in allen Punkten mit der ausgezeichneten Person oder Institution identifiziert, sondern ihren grundlegenden Ansatzwürdigt und als Bereicherung versteht.

Der Kulturwerkstatt-Preis 2015 geht laut einstimmigem Beschluss der Mitgliederversammlung vom 29. November 2015 an die 1938 in Weimar geborene Ute Craemer aus Monte Azul für ihren „Impuls zur Entwicklungszusammenarbeit". Ihr Wirken zeichnet aus, jeden Menschen als Individuum zu würdigen, dem zuallererst Vertrauen in sein zu förderndes Entfaltungspotenzial entgegenzubringen ist.  So hat sie 1979 mit Menschen vor Ort, das heißt am südlichen Rand der Industriemetropole São Paulo, die Associação Comunitária Monte Azul (Brasilien) ins Leben gerufen. Hierüber geben in ihren eigenen Worten die Bücher "Favela Monte Azul" und "Favela-Kinder" Auskunft. Unter dem Begriff "Favela" versteht man in brasilianischen Städten so viel wie Slums oder Armenviertel. In São Paulo selbst leben 3 Millionen Menschen unter prekärsten Umständen und sind - ohne Perspektiven - oft Opfer von Krankheit, Drogen, Kriminalität und Gewalt. So gilt es, wie die Initiative erklärt, mit ihnen "unabhängig von Nationalität, Rasse, Religion, politischer Überzeugung oder sozialen und körperlichen Bedingungen" bessere Lebensbedingungen im Hinblick auf Erziehung, Gesundheitsfürsorge, Kultur und Umweltschutz  zu schaffen.

Konkret bedeutete ihr Engagement, für die dortigen Kinder - anfangs in ihrem eigenen Haus - ein Bildungsprojekt zu initiieren, das auch künstlerische Tätigkeiten und Spiel umfasste. Hieraus ging dann die zuvor genannte Initiative zur Verbesserung der Lebensverhältnisse hervor, die explizit Wert legt auf "flache Hierarchien, Mitbestimmung, Demokratie und partizipative Entscheidungsfindung". In diesem Sinne spricht Craemer auch nicht von Entwicklungshilfe, sondern Zusammenarbeit, was ein Verhältnis auf Augenhöhe voraussetzt. Im erweiterten Sinne ist der Kulturwerkstatt-Preis damit auch all jenen gewidmet, mit denen sie gemeinsam auf diesem Feld aktiv war und ist. Inzwischen kommen die Früchte des Engagements der Nichtregierungsorganisation drei Favelas zugute.

Auch nachdem Craemer sich 2001 aus der aktiven Geschäftsführung zurückgezogen hat, begleitet sie Monte Azul weiterhin. Als Referentin und Beraterin ist sie heute weltweit sehr gefragt und engagiert sich für Kinderrechte als Initiatorin des brasilianischen Zweiges der Alliance for Childhood. Seit 2008 gibt es auch in Deutschland den Förderverein Monte Azul International e.V., den man aktiv oder durch Spenden unterstützen kann. Er dient dazu, durch den Einsatz freiwilliger Helferinnen und Helfer Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen zu bauen.

Craemer wurde bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet (1986) und ist Ehrenbürgerin der Stadt  São Paulo. Mit der Verleihung des Kulturwerkstatt-Preises 2015, über den sie sich sehr freut, soll besonders gewürdigt werden, dass ihr Handeln letztlich aus einer spirituellen Auffassung und Wahrnehmung des Menschen motiviert ist und hieraus seine Kraft bezieht. Dies umfasst auch die Erkenntnis, dass "Entwicklung" auch durchaus so zu verstehen ist, dass man Umstände gestaltet, unter denen das jeweilige Individuum sich auch geistig entwickeln kann; ihre Initiative  integriert damit einen entscheidenden, aber oft vernachlässigten Aspekt.

Daran lässt sich erkennen, wie geistige Impulse im Sozialen fruchtbar werden. Anders gesagt: eine "moralische Intuition" zu einem konkreten Handeln ist hier durch die entsprechende "moralische Fantasie" und "moralische Technik" zur Verwirklichung gelangt, um in den Begriffen von Rudolf Steiners "Philosophie der Freiheit" zu sprechen, dessen Werk Craemer verbunden ist;  so hat sie eine Ausbildung zur Waldorf-Lehrerin am Seminar in Stuttgart absolviert und eine Klasse an der Escola Waldorf Rudolf Steiner in São Paulo geleitet.

Über ihr Leben und Wirken ist 2014 auch das Buch "Die Brückenbauerin“ im Scoventa Verlag Bad Vilbel erschienen. (http://www.scoventa.de/buecher/die-brueckenbauerin /) Wie Ute Craemer die Favela Monte Azul verwandelte" erschienen. Verfasst von Dunja Batarilo, gibt es Einblicke in Denken und Motivation Craemers und ermutigt dazu, auf dieselbe, jedoch ganz individuelle Weise moralische Intuitionen zu verwirklichen.

Die Begründung für die Verleihung des Kulturwerkstatt-Preises spiegle, wie seitens der Associacao Comunitária Monte Azul erklärt wurde, aus Craemers Sicht die Inhalte der Initiative hervorragend wieder.

Die bisherigen Preisträger waren: 2010, Willi Seiß aus Taisersdorf, für sein Lebenswerk; 2011, Galsan Tschinag aus Ulan Bator, für sein Wirken als Brückenbauer; 2013, Wolf Dieter Storl als Botschafter der Pflanzen; 2015 Ana und Marko Pogačnik für ihren Neuentwurf der Geomantie als umfassende Kommunikation

(Zukunftsstiftung Entwicklung, GLS Bank Bochum, IBAN: DE 05 430 609 67 0012 330 010, BIC: GENODEM1GLS. Verwendungszweck Monte Azul F308  Spenden sind auch Online möglich, siehe http://www.monteazul.de/monte-azul-brasilien/spenden.html)

 

 

Mitgliederversammlung, Sonntag, 29 November 2015, 15 Uhr:

Spiritualität mitten im Leben / Jahresversammlung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.

 

Seit 2003 besteht die Initiative, die sich ab Sommer 2004 als gemeinnütziger Verein unter dem Namen „Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.“ organisierte. Sie bietet seitdem in der Kulturwerkstatt in der Riesstraße 4 ein Programm an, das schwerpunktmäßig auf spirituelle Themen ausgerichtet ist, wobei Wert auf Seriosität und Authentizität gelegt wird. „Uns geht es darum, einen Freiraum für Erfahrungen und Forschungen auf diesem Gebiet zu schaffen, die auch inspirierend auf viele andere Bereiche der Gesellschaft - wie zum Beispiel die Kunst oder das Soziale - wirken können“, erklärt Vorstand Björn Steiert und ergänzt, dass man dabei auch ein Kennenlernen und einen Austausch durchaus unterschiedlicher Ansätze anstrebt. „Wir möchten diese Themen mitten im Leben der Gegenwart platzieren – wo sie hingehören –, nicht in irgendwelche isolierten Nischen, die 'esoterischen Reservaten‘ oder 'esoterischen Biotopen' ähneln.“

Stünden sich die Anhänger der Glaubensbekenntnisse oft ablehnend oder feindlich gegenüber, so könne man doch sehr schnell eine gemeinsame Basis zum Dialog und zum Zusammenwirken finden, wenn man von solchen inneren Erlebnissen ausgehe, die Menschen aller Kulturen machen. Vom christlichen Hermetisten Willi Seiß, über den Schamanen-Dichter Galsan Tschinag und den Weltbestseller-Autor Robert Schneider bis hin zum Nobelpreisträger und Präsidenten der päpstlichen Akademie der Wissenschaften, Werner Arber, waren in diesem Sinne schon sehr unterschiedliche Persönlichkeiten Teil des Programms.

Am 29. November fand die diesjährige Mitgliederversammlung statt.

Zunächst blickte man zurück auf das Programm 2014. Hier war unter anderem der Begründer der modernen Geomantie und Schöpfer des slowenischen Staatswappens, Marco Pogacnik, als Referent zu Gast. Er nahm hierbei den ihm und seiner Tochter Ana verliehenen Kulturwerkstatt-Preis 2014 entgegen. Auch Hans Stolp, ein durch Fernsehen und Radio in den Niederlanden sehr bekannt gewordener Pfarrer, kam nach Lörrach, um über die lebendige Verbindung mit den Verstorbenen und das esoterische Christentum zu sprechen. Gedacht wurde in Dankbarkeit auch des im Alter von 90 Jahren verstorbenen Vereinsmitglieds Gerhard Böhrig.

Diesen Sommer hat der Verein eine neue Ecke im Raum für seine Bibliothek eingerichtet. Hier finden sich unter anderem signierte Bücher der Referenten und Referentinnen, die in den vergangenen Jahren aufgetreten sind, und ein großer Teil der Rudolf Steiner-Gesamtausgabe. Die Medien sollen nun, soweit noch nicht geschehen, zu Beginn des neuen Jahres erfasst und damit recherchierbar gemacht werden. Es werden dann auch öffentliche Ausleihzeiten eingerichtet. Ausgeliehen werden können die Titel schon jetzt  bei Veranstaltungen des Vereins, für Mitglieder kostenlos. „Wir freuen uns immer, wenn neue Menschen in den Verein eintreten, und so  – auch als passive Mitglieder – den Bestand und Ausbau unserer Initiative fördern“, bemerkt Björn Steiert, „wir stellen fest, dass es einen Bedarf an einer Einrichtung wie der unseren gibt und rechnen damit, dass dieser immer größer werden wird. Noch gibt es viel zu wenig Initiativen dieser Art.“ Deshalb hat der Verein auch den besagten Kulturwerkstatt-Preis ins Leben gerufen, der Persönlichkeiten ehrt, die auf ähnlichem Gebiet wirken. Die Versammelten haben sich bei der Versammlung einstimmig auf eine Trägerin geeinigt, worüber noch eine gesonderte Berichterstattung erfolgt.

2016 sind unter anderem Vorträge und Seminare zu den Themen Wale und Delfine, Befreiung von Fremdenergien, luzides Träumen, Umgang mit Elektrosmog und Guo Lin Qi Gong geplant.  Der nächste Termin ist ein astrologischer Vortrag von Lianella Livaldi Laun am 19. Dezember, 20 Uhr. Aus sozialen Erwägungen finden Vorträge stets zu einem Eintritt in freiwilliger Höhe statt.

Informationen über die Mitgliedschaft und das Programm finden sich im Internet auf der Seite www.kulturwerkstatt-dreilaendereck.de oder können unter kulturwerkstatt@gmx.de erfragt werden.     

 

 

Samstag, 21. November 2015, 19 Uhr, Erlebnisvortrag mit geführter schamanischer Reise zu einem Krafttier":

"Krafttiere - magische Wesen und kraftvolle Helfer"

Referent: Benjamin Maier

Copyright by Björn Steiert



Bericht:

Der praktizierende Schamane Benjamin Maier referierte in der Kulturwerkstatt auf Einladung des Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. über das Thema „Krafttiere – magische Wesen und kraftvolle Helfer“. Hintergrund seines Vortrags war, dass man in der gegenwärtigen Zeit Tiere oft nur unter dem Aspekt des Nutzwerts (zum Beispiel in der Massentierhaltung) behandelt. Frühere oder gegenwärtig noch ursprünglicher lebende Kulturen brachten dem Tier hingegen eine ehrfürchtige Wertschätzung und das Gefühl der Verbundenheit entgegen, wie es auch im Schamanismus zum Ausdruck kommt. Und diese Form der Beziehung könne sowohl für die Tiere als auch die Menschen segensreich sein.
Zunächst versuchte Maier zu Beginn den Begriff der Magie zu klären. Dieser betreffe das Verhältnis von Innen- und Außenwelt. Eine Veränderung im eigenen Inneren bewirke – im Sinne der Magie – eine feststellbare Veränderung im Äußeren. Auf diese Weise könne sich auch die Verbindung mit einem Krafttier auswirken. Zwar gebe es auch Kraftpflanzen und Kraftsteine, jedoch seien Krafttiere wesentlich „populärer“, da es wohl leichter falle, zu den dem Menschen näher stehenden Tieren eine Beziehung aufzubauen.
Maier skizzierte im Anschluss verschiedene Bedeutungsdimensionen des vielschichtigen Begriffes „Krafttier“ : Zunächst könne man darunter den „Ahnengeist“ der Tiere verstehen. Anders gesagt: die aus Erfahrung gespeiste Lebensweisheit und Kraft aller Tiere, die jemals gelebt haben. Die zweite Ebene bestehe darin, im Krafttier ein spirituelles Wesen zu sehen, welches dem jeweils individuellen Tier seine besondere, zum Beispiel heilende, Ausstrahlung, gebe.  Als drittes sprach Maier von der Gruppenseele oder dem höheren Selbst einer Tierart. Erfahrungen, die zum Beispiel ein Biber in Kanada verinnerlichte habe, könnten auf diesem Umweg auch auf einen Biber in China übergehen, etwa als Fähigkeit oder Verhaltensweise. Und wenn ein Tier sterbe, kehre es gleichsam zu der Gruppenseele, aus der es stamme, zurück. Alle drei angesprochenen Ebenen könne man als „Großen Geist des Krafttieres“ zusammenfassen.
Darüber hinaus gebe es aber noch zwei weitere Dimensionen. Zunächst die Symbolkraft der Tiere. Nahezu jedes Tier repräsentiere mit seinen Eigenschaften etwas ganz Bestimmtes in unserer Kultur. Diese Assoziationen speisten sich aus dem, was wir an seinem Verhalten beobachtet und vielleicht als nachahmenswert empfunden haben. Unsere Fabeln würden dies wiederspiegeln. Betrachte man ein Tier auf diese Weise, könne man von ihm lernen, etwa in dem man sich fragt: Wie verhält sich ein Bär, wenn er sich abgrenzen will?  Als fünftes könne man – ausgehend von der Anschauung, dass alles, was existiere, auch seine Entsprechung in der eigenen Seele habe – ein Tier als Archetyp in sich wachrufen.
Das Tier, so Maier, sei verbunden mit seiner Gruppenseele, der Mensch von dieser abgekoppelt, so dass Individualität möglich ist. Die Beziehung zu Tieren beziehungsweise Krafttieren helfe aber, sich an die verlorene Verbindung zu dem großen Gruppengeist zu erinnern. In der schamanischen Praxis gebe es nun unterschiedliche Möglichkeiten, mit Krafttieren zu arbeiten. So reise man etwa mithilfe eines Krafttiere im Geist in der „Oberwelt“ und „Unterwelt“. Denn als zugleich physisch existentes Geschöpf existiere das Tier in allen drei Welten und verbinde sie so. Man könne sich von einem Krafttier Kraft ausliehen für Vorhaben. Auch gebe es Krafttier-Tänze, in denen man das Tier in sich wirken lassen könne, was zum Lösen von emotionalen Blockaden führe und einem so neue Freiheit verschaffe. Das sogenannte Channeling sei eine weitere Methode. Schließlich könne man auch  – die Märchen erzählen davon – durch die Augen eines Tieres blicken, um vom Tier zu lernen.
Alle Tiere zusammen seien der „Große Geist der Tierwelt“ – beziehungsweise mit dem Geist der Pflanzenwelt, der Steinreiche und der Elemente und der Lebenskraft zusammen der Geist der Mutter Erde. Auch der Mensch selbst könne als ein „Krafttier“ aufgefasst werden, erklärte Maier. Dies habe er erst kürzlich erkannt und es sei interessant dem weiter nachzuforschen. Die Krafttiere hätten durchaus ein Interesse und den Wunsch der Zusammenarbeit mit dem Menschen. Denn dieser könne gestalten in der Welt wirken, was den Tieren nicht möglich sei.
Im Anschluss an den theoretischen Teil unternahm Maier mit den dazu bereiten Anwesenden eine geführte astrale Reise zur meditativen Begegnung mit einem Krafttier, wozu er sich auf einer indianischen Flöte begleitete. Er beantwortete auch die Fragen der Teilnehmer, etwa woran man erkennen könne, dass einem die eigene Phantasie nur etwas vorspiele oder dass man ein echtes geistiges Erlebnis gehabt habe. Die Raumqualität ändere sich beispielsweise bei einer echten Erfahrung. Interessant dürfte für viele auch die Feststellung gewesen sein, dass ein Krafttier nicht unbedingt etwas „Großes“ sein müsse. Auch ein Regenwurm könne eines sein, übernehme er doch wichtige Aufgaben im Bereich der Erde.  Dagegen verschlafe ein Bär einen Großteil seines Lebens – was ihm allerdings andererseits auch wieder als besondere Fähigkeit der zugutekomme. So müsse man immer alles vielschichtig betrachten.


Informationen:

Zum Vortrag: Wie der Referent schildern wird, erinnern uns sogenannte „Krafttiere“ daran, dass wir Menschen auch einmal verbunden waren mit einem großen Geist, der uns lenkte und der uns Geborgenheit und Sicherheit schenkte. Doch als der Mensch seinen Intellekt erhielt, um seine Individualität selbst zu erforschen, und damit begann, sich auf die Suche nach seinem Sinn zu machen, verlor er diese Verbindung. Krafttiere präsentieren uns die Magie der Tiere, ihre Symbolkraft, die wir auf unseren Alltag übertragen können. Schamanen verbinden sich seit jeher mit diesen Tiergeistern, um von ihnen zu lernen und um sich ihre Kraft für Rituale zu borgen.Für die, die dies möchten, besteht im Anschluss an den Vortrag die Möglichkeit, an einer geführten, meditativen Reise zu einem Krafttier teilzunehmen.

Zum Referenten: Benjamin Maier arbeitet als schamanischer Wegbegleiter seit 2008 in Freiburg. In Einzelsitzungen, Seminaren und mehrjährigen Ausbildungen vermittelt er magisch-schamanische Praktiken und hilft Interessierten dabei sich mit ihrer eigenen Urnatur wieder zu verbinden. Spezialisiert hat er sich dabei auf das Entfernen von negativ wirkenden magischen Einflüssen, Astralreisen und die Kommunikation mit Spirits, wie z.B. mit Krafttieren. Infos: www.schamanischer-heiler.de

 

 

Samstag, 17. Oktober 2015, 20 Uhr, Vortrag:

"Ruhe in der Bewegung - chinesische Philosophie und Bewegungskunst"

Referentin: Prof. Gudula Linck

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Bericht:

Die Sinologin Gudula Linck referierte auf Einladung des Kulturwerkstatt-Vereins über das Thema ihres Buches: "Ruhe in der Bewegung. Chinesische Philosophie und Bewegungskunst". In der chinesischen Philosophie, so Linck, stehe nicht die Frage der "Erkenntnis, was die Welt im Innersten zusammenhält" im Mittelpunkt, sondern - pragmatisch - die Weisheit, das heißt das Problem des guten Lebens und der richtigen Lebensführung. Sie habe auch nicht ein logisches System mit fest umrissenen Begriffen im westlichen Sinne aufgebaut, sondern vielmehr beweglich-lebendige Begriffe geschaffen, mit denen sich die Phäonmene des Lebens beschreiben lassen. Diese seien immer eng an die leiblich-sinnliche Erfahrung gebunden. So lässt sich scheinbar Widersprüchliches in enger Verbindung und Durchdringung erleben: die Ruhe in der Bewegung und die Bewegung in der Ruhe. Die Gegensätze bedingen sich. Linck entwickelte zu Beginn die Bedeutungsdimensionen solch zentraler Begriffe vor den Anwesenden, nämlich des "Dào", des "Qì", des "Yīn" und "Yáng" und der fünf Wandlungsphasen "Wŭxíng". Wir übersetzen diese in der Regel populär mit "Weg" (= das namentlich im Daoismus beschriebene Grundprinzip des Dào, dem - im Idealfall - alles folgt), "Lebenskraft" (Qì), "das Weibliche und Männliche" (Yīn und Yyáng) und "die fünf Elemente" (wŭxíng), erfassen damit aber nur einen Teil dessen, was in ihnen mitschwingt. Qì etwa führt auf die bipolare Erfahrung des Atmens zurück. In diesem Zusammenhang erwähnte Linck auch kurz philosophische Ansätze, die eine Ethik aus der Tatsache zu entwickeln suchen, dass wir als Lebewesen von Anfang analle dieselbe Atemluft  teilen. Mit diesen Begriffen lassen sich nun alle Dinge der Erlebniswelt in einem flexiblen Zuordnungssystem erfassen, das zu der - jenseits eines schroffen Dualismus - liegenden Erfahrung führt:  Mensch, Himmel und Erde (beziehungsweise Natur ) sind Eins. Dies drückt sich aus in dem Begriff "Tiān Di Rén". Der Mensch steht aus dieser Perspektive in der Mitte zwischen Himmel und Erde und verbindet diese.

Anhand eines anonymen Tuschebildes aus dem 15. Jahrhundert zeigte Linck später, wie sich in der Konzeption einer an sich fast "leeren" Malerei ebenfalls  den Bewegungsqualitäten nachspüren lässt, was im Betrachter eine entsprechende Resonanz auslöst. In der "Leere" der nass-verwaschenen Tuschefarbe in der Bildmitte entstehe eine Qì-Dynamik. Das Gedicht "Die Farben des Wassers" der buddhistischen Nonne Haiyin aus der Zeit um das Jahr 900 ließ ebenfalls die Bewegungsrichtungen und Erlebnisqualitäten Oben-Unten sowie Innen-Außen auf sehr subtile Weise fühlbar werden, um in einer abgeklärten, gemütssicheren Haltung auszuklingen, wie sie im Buddhismus angestrebt wird. Es sei vorgekommen, dass Zuhörer allein durch den Sprachklang des Chinesischen zu Tränen gerührt worden wären, berichtete Linck von ihren Erfahrungen mit dem Gedicht. Chinesisch sei im Übrigen, wenn es um komplex-abstrakte Dinge gehe, selbst nach Jahrzehnten nicht leicht zu verstehen, wenn man nicht wisse, um welches Thema es sich jeweils handle.

Abschließend konnten die Anwesenden durch Bewegungs- und Wahrnehmunsgübungen die beschriebenen Qualitäten anhand der zentralen Begriffe und den sie ausdrückenden chinesischen Schriftzeichen selbst erfahren. Sie sprach dabei auch über die Bewegungskunst des Qìgōng und ihre Verbindung und Unterschiede zum Yoga, etwa ihre Ästhetik und sanfteren Bewegungsformen beziehungsweise -haltungen. Gerne war Linck bereit, ihr Buch zu signieren und jedem dabei einem individuellen chinesischen Namen zu geben.  

 

Informationen:

Ruhe zu finden in der Bewegung des Alltags, ist Gegenwart aus erster Hand, widersetzt sich Sprunghaftigkeit und jedem Kalkül. Darin liegt der Zauber ostasiatischer Philosophie und Bewegungskunst. Bewegungskunst im engeren Sinne ist im alten China jedwede Praxis der Lebenspflege: Kampfkunst, die Tierspiele, Qigong und Taijiquan. Im weiteren Sinne sind auch die Schönen Künste: Dichtung, Malerei, Kalligraphie, Musik und Gartenkunst, ja die Handwerkskunst gekonnter Umgang mit der Lebenskraft! Gudula Linck, die auch Yoga- und Qigong unterrichtet, wird die Befunde ihrer langjährigen Beschäftigung  mit Philosophie und Körperleibgeschichte Chinas vorstellen und praktisch zum Selber-Spüren bringen.

Gudula LINCK, Prof. em. Dr.  Studium in München, Paris, Salamanca, Mainz/Germersheim, Tübingen, München, Berkeley, Taiwan, VR China, Japan. Dipl.übersetzerin in Frz. und Span. (Mainz/Germersheim). Promotion: Sinologie, Ethnologie, Japanologie (München). Habilitation für Sinologie (Freiburg). Heisenberg-Stipendium. Professorin für Sinologie (Kiel 1990-2008). Verschiedene Ehrenämter. Qigong-Ausbildung an der Universität Oldenburg, Yoga-Ausbildung am Mahindra-Institut, Birstein.

Forschungsschwerpunkte: Gesellschaft, Familie, Altersstufen, Gender; Grenzgeschichte und Nationale Minderheiten (Othering); Visuelle Anthropologie, Philosophie und Praxis von Körper und Leib.

Seit 2008 wohnhaft in Freiburg, Lehraufträge und Seminare, vor allem zur Philosophie und Praxis der chinesischen Bewegungskünste.

Publikation der Referentin zum Thema:

Ruhe in der Bewegung: Chinesische Philosophie und Bewegungskunst. 2. Aufl. 2013

(ISBN 978-3495486030)

 

 

Samstag, 11. Juli 2015, 20 Uhr, Vortrag:

"Die bleibende Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen"

Referent: Hans Stolp

 

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:

Der Pfarrer Hans Stolp hat durch seine seelsorgerische Tätigkeit in Fernsehen und Radio in den Niederlanden einen hohen Bekanntheitsgrad erworben. Er ist auch Mitbegründer der Zeitschrift "Verwachting" und  Mitinitiator der Stiftung De Heraut. Von seinen aus er Perspektive christlicher Spiritualität geschriebenen Büchern zu den großen Lebensfragen sowie den zeitgenössischen Problemen und Herausforderungen sind einige bereits in deutscher Sprache erschienen. Auf Einladung des Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. sprach Stolp nun erstmals in Lörrach über ein Thema, das jeden angeht, insofern wir alle Beziehungen zu Menschen haben, die inzwischen verstorben sind und die wir seitdem vermissen. Dass es hier kein echter Trost sein kann, nur allgemeine Ratschläge zu hören, wurde im Verlauf des Vortrags deutlich: Wirklich tröstend ist demnach nur die Erkenntnis, dass die Verbindung zwischen den Lebenden und Verstorbenen sich fortsetzt und auch weiterentwickelt, ja, dass dies umso intensiver geschieht, je mehr man sich für diese Möglichkeit öffnet. Denn es fällt, so der Referent, den Verstorbenen oft schwer, uns zu erreichen, weil wir gedanklich mit so viel anderem erfüllt sind und oft nicht einmal daran glauben, dass dergleichen überhaupt denkbar sei. Dass Stolp selbst die Beziehung zu ihnen jedoch ganz real und konkret nimmt, drückte sich darin aus, dass er zu Beginn ein Gebet für sie sprach.

Seine Aussagen über die Verstorbenen beruhten nicht einfach auf Sätzen, die "geglaubt" werden sollen, sondern auf den eigenen Lebenserfahrungen..

Zum einen gründeten sie auf Begegnungen, die ihm als Pfarrer in Krankenhäusern zuteil wurden. Hier hatte er zum einen mit Menschen zu tun, die ihm von ihren Nahtoderlebnissen berichteten. Stolp lernte sich allmählich auch für subtilere Wahrnehmungen zu öffnen. So etwa erkannte er in dem Gefühl von Ehrfurcht, das die Anwesenden im Zimmer eines Sterbenden oft zum Schweigsam-Werden veranlasst, ein Zeichen dafür, dass man unbewusst der Gegenwart eines Engels gewahrw erde. Ursprünglich ausschlaggebend für seine neuen Einsichten seinen allerdings seine Begegnungen mit kranken Kindern gewesen, die ihn weit mehr gelehrt hätten als er ihnen hätte geben können. Er habe dabei erkannt, dass diesen unbewusst sehr wohl klar sei, ob sie sterben oder weiterleben würden, was sich in den Bildern ihrer Sprache und ihren Spielen ausdrücke. "Umziehen" etwa sei oft solch ein Begriff, der den Vorgang des Sterbens umschreibe. Nicht um den eigenen Tod würden sie sich Sorgen machen, sondern darum, wie es ihren Eltern danach wohl ergehe. Erstaunlicherweise, so Stolp, hätten sie ihm allmählich zu erzählen begonnen, wie nachts, im Gefühl des Verlassenseins in ihrem Krankenzimmer, eine lichte Gestalt bei ihnen gewesen sei und ihnen Trost vermittelt habe. Danach habe man immer eine Änderung ihrer Gemütslage feststellen können. Seine Kollegen oder die Krankenschwestern hätten solche Erzählungen zwar nie zu hören bekommen, doch führe er dies darauf zurück, dass die Kinder sehr wohl gespürt hätten, bei wem sie eine Offenheit für solche Erlebnisse vorfinden würden. So konnte der Referent  vielen einzelne Begebenheiten und berührende oder nachdenklich machende Anekdoten schildern.

Zum anderen gründeten Stolps Auffassungen über die Beziehung zum Jenseits in seinen eigenen geistigen Erlebnissen und Wahrnehmungen. So berichtete er zum Beispiel, wie ihm sein Bruder nach seinem Tod drei Mal erschienen sei. Er hätte nicht sagen können, wie lange diese Begegnungen  - Berührungen mit der Ewigkeit - jeweils gedauert hätten. Beim letzten Mal habe sein Bruder  ihm einen Ring am Mittelfinger gezeigt - ein Symbol der "Heilung", wie Stolp später erfuhr. Danach sei er ihm nicht mehr auf dieselbe Weise erschienen, doch er spüre noch oft seine Hilfe oder Gegenwart. Er habe seitdem oft Wahrnehmungen von Verstorbenen, die Bitten an ihn herantrügen.

Stolps eigeners geistiger Weg, beschrieben in seinem Buch „Waar haal je het vandaan?“ führte ihn von seiner Kindheit im reformierten Elternhaus und eher einengenden Glaubensauffassungen zu Begegnungen mit den Schriften der sogenannten Mystiker wie zum Beispiel Emanuel Swedenborg.Sehr wichtig seinen für ihn auch die vor kirchlicher Verfolgung und Zerstörung bewahrten Schriften aus den Frühzeiten des Christentums geworden, die man Mitte des 20. Jahrhunderts in Nag Hammadi gefunden habe. Das Thomas-Evangelium stelle einen herausragenden Bezugspunkt für ihn dar. Und schließlich sei für ihn die Begegnung mit dem Werk Rudolf Steiners wesentlich gewesen. Aber: Er sei froh gewesen, seine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse gehabt zu haben, bevor er mit Steiners Ausführungen in Berührung gekommen sei. So habe er in ihnen sein eigenes Erleben bestätigt finden können. 

"Das neue Christentum muss kommen!", betonte Stolp energisch und konstatierte, dass die Kirchen sterben würden. Es bereite ihm große Sorge zu sehen, dass die heutige Jugend ohne geistige Inspiration aufwachse. Allerdings verstünde man die traditionellen Vorstellungen oft nicht mehr und müsse auch neue Begriffe verwenden oder finden, um das Leben nach dem Tod beschreibbar zu machen. In diesem Sinne griff er Rudolf Steiners Terminologie auf und unterschied  physischen Körper, Ätherkörper, Astralleib und Ich. Kannte man früher gemäß Paulus nämlich noch Körper, Seele und Geist, habe man den Menschen später leider auf Körper und Seele und schließlich - siehe Nietzsche - auf den Körper reduziert. Aber um das Leben nach dem Tod zu verstehen, brauche man ein umfassendes Verständnis des Menschen: Im Schlaf würden sich der Astralleib und das Ich vom physischen Körper und Ätherleib trennen. Im Tod, wenn die sogenannte, sogar in der Bibel erwähnte "Silberschnur" zerreiße, würden sich dann alle drei höheren Wesensglieder vom physischen Körper lösen. Der Mensch werde zunächst von seinem Engel und vorausgegangenen Verstorbenen empfangen und blicke auf sein Leben zurück. Und wer in seinem Leben eine Beziehung zur höchsten Liebe entwickelt habe, werde Christus, dem höchsten Liebeswesen, begegnen und - wie Steiner ausgeführt habe - dessen Geheimnisse verstehen. Wenn er an diese Aussicht denke, erfülle ihn eine tiefe Freude, meinte Stolp. Nach einer Phase, in welcher der Verstorbene noch einmal rückläufig sein vergangenes Leben durcharbeitete, um zu erfahren, wie seine Taten auf die Menschen in seinem Umkreis gewirkt hätten, lege er schließlich irgendwann auch den Astralleib ab und lebe im sogenannten Devachan als geistiges Wesen.

Es folgte eine Runde von teils mündlich teils schriftlich gestellten Fragen. Hierbei erkannte man seine Begabung, die innere Situation intuitiv zu erfassen. Eine Anwesende wollte  wissen, wieso sie als Kind solche Angst vor dem Sterben gehabt habe, während doch - laut Stolp - Kinder eigentlich keine Angst vor dem Tod hätten. Er sprach zwei mögliche Ursachen an: dass das Kind die Angst eines Elternteils übernehme oder dass diese Angst aus einem früheren Leben herrühre. Die erstgenannte konnte die Fragestellerin in ihrem Fall sogleich spontan als richtig einordnen. Sie schilderte eine dramatische Szene, in der ihr Vater tatsächlich Todesangst um sie ausgestanden habe. Eine angehende Ärztin wiederum wollte Näheres über den Umgang mit kranken Kindern wissen. Stolp ging in seiner Antwort noch näher auf seine Aussage ein, dass das Wissen von Kindern um ihren Zustand sich in ihrer Bildersprache und in ihrem Spiel ausdrücke. Hierauf müsse man sich einlassen. Die in der Diskussion angesprochenen Möglichkeiten der heutigen Medizin, die es erlauben, den Tod nur mittels Apparaten lange hinauszuzögern, wertete Stolp kritisch. Die Engel würden sich derzeit gerade solcher Fälle annehmen. Andererseits wandte er sich gegen die überkommene Verurteilung von zu früh Gegangenen - den Selbstmördern - aus moralisch-religiöser Perspektive. Es sei nicht vorstellbar, dass das Wesen der höchsten Liebe - Christus - sie wegen der Tat, zu der sie sich überwunden hätten, bestrafe. Er selbst empfinde vielmehr Mitleid mit denen, die ihr Leben vorzeitig beendet hätten.Und nicht zuletzt solle man bedenken, dass jeder eine solche Erfahrung im Lauf seiner vielen Erdenleben machen könne. Auch Nahtoderlebnisse, außerkörperliche Erfahrungen und Pim van Lommels Buch "Endloses Bewusstsein" waren noch Gegenstand der Fragerunde.

Dass Stolps Muttersprache nicht Deutsch ist, tat dem Fluss der Rede und dem Verständnis keinen Abbruch. Man gewann den Eindruck, dass Stolp mit großer Begeisterung und Liebe über sein Thema sprach. Hierdurch wohl gelang es ihm auch, die Anwesenden mit seinen Worten zu berühren. Er nahm wahr, dass nun "so viele Herzen offen sind", wie er am Ende sagte, und fragte, ob man bemerkt habe, wie der Raum sich allmählich gefüllt habe. Auch bei den "unsichtbaren Gästen" bedankte er sich deshalb zum Abschluss für ihr Erscheinen.

Man hatte in Stolps Vortrag einen weiteren Beleg dafür, dass sich tatsächlich zunehmend mehr Menschen für die Möglichkeiten der Verbindung mit Verstorbenen öffnen, während andererseits auch die Wissenschaft zu Ergebnissen kommt, die Rückschlüsse auf ein Fortleben nach dem Tod ziehen lassen - nicht zuletzt wie im Fall von im Jahr 2014 publizierten Forschungsresultate der Universität Southampton (siehe  http://web.de/magazine/wissen/leben-tod-30125522 )

 

Informationen:

Es besteht, wie Hans Stolp sowohl theoretisch darlegt als auch durch eigene Erfahrungen begründet, eine kontinuierliche, konkrete Verbindung zwischen Verstorbenen und Lebenden, die auf vielfache Weise erfahrbar ist. Die Liebe bildet demnach die Grundlage für dieses geistige Band, das es sich bewusst zu machen gilt. Hans Stolp (1942) ist ein – unter anderem aus Radio und Fernsehen – sehr bekannter holländischer, freier Pfarrer und Schriftsteller. Er schrieb viele Bücher über esoterische Themen, zum Beispiel über die Engel, über das Leben nach dem Tode, über den Einweihungsweg, über Nah-Tod-Erfahrungen. In Deutschland sind seine Werke im Aquamarin-Verlag erschienen. In seiner bislang nur auf Holländisch veröffentlichten Autobiographie „Waar haal je het vandaan?“ schildert er eindrucksvoll eigene hellsichtige Erfahrungen und Begegnungen mit geistigen Wesen. Klar geht aus ihr hervor, welche Bedeutung die christliche Esoterik für die Gegenwart und Zukunft der Menschheit besitzt.Links: www.hansstolp.nl (auch auf Deutsch), www.stichtingdeheraut.nl

>> Bücher von Hans Stolp zum Thema:

-  Begegnungen im Lichtreich – Über den bleibenden Kontakt mit jenen die bereits in eine lichte Welt vorausgegangen sind  (mit Margarete van den Brink gemeinsam verfasst)

- Bleib, mein goldener Vogel: Ein sterbendes Kind erzählt

- Die ersten drei Tage im Jenseits: Was die Seele unmittelbar nach dem Ablegen des Körpers durchlebt

- Die Sterbestunde: Bewusstes Abschiednehmen

- Der Weg ins Jenseits: Ein Trostbuch, wenn ein geliebter Mensch in eine lichtere Welt weitergegangen ist

 

 

 

Sonntag, 12. April 2015, 20 Uhr, Vortrag:

"Der Körper der Landschaft und der menschliche Körper"

Referent: Marko Pogačnik



Copyright by Björn Steiert


 Bericht:

Am 12. April wurde Marko Pogačnik in der Kulturwerkstatt der Kulturwerkstatt-Preis 2014 verliehen, den er gemeinsam mit seiner Tochter Ana erhalten hat. Der aus Slowenien stammende Bildhauer und Schöpfer des Staatswappens seines Heimatlandes wurde in den 60ern und 70ern zunächst als Mitglied der Künstlergruppe OHO bekannt. Als Autor und Geomant ist er international ein gefragter Experte und Kursleiter auf seinem Gebiet. Dennoch hatte er sich die Zeit genommen, unmittelbar nach dem von ihm in Basel veranstalteten Seminar und vor seiner frühmorgendlichen Weiterfahrt Richtung Paris den Preis persönlich vom Vorstand Dr. phil. Björn Steiert entgegenzunehmen. Dieser war selbst schon vor längerer Zeit unter anderem durch ein Praktikum in der nahen Buchhandlung Hanna Poltier auf die Publikationen des Referenten aufmerksam geworden.

Der Kulturwerkstatt-Preis stellt eine Anerkennung für Menschen oder Institutionen dar, auf die wenigstens eines der Vergabekriterien zutrifft. Diese skizzieren insbesondere solche Persönlichkeiten oder Einrichtungen als geeignet, die sich bei einer grundsätzlich toleranten und freilassenden Haltung
- 1) auf dem Gebiet der geistigen Forschung beiziehungsweise ganzheitlichen Wissenschaft wesentliche Erkenntnisse erarbeitet und/oder daraus praktische Anwendungsmöglichkeiten entwickelt haben;
- 2) sich als Brückenbauer zwischen unterschiedlichen weltanschaulichen Strömungen und Kulturen verdient gemacht haben;
- 3) oder deren gesellschaftliches oder künstlerisches Wirken einen Bezug zu einem tieferen Welt- und Menschenbild erkennen lässt, als es dem einseitig materialistischen Paradigma entspricht
.

Marko und Ana Pogačnik erhielten den Kulturwerkstatt-Preis 2014  für ihre Neubegründung der Geomantie als umfassende Kommunikation. Das ökologische Bewusstsein bezieht hierbei auch die spirituelle Dimension der Umwelt grundsätzlich mit ein, so dass all deren Wesen und "das Wesentliche" erfassbar wird.. In der vor dem Publikum verlesenen Begründung der Preisverleihung hieß es hunter anderem:  "Neben den überlieferten Methoden, die Qualität eines Raumes zu erfassen und zu gestalten, wie man sie etwa aus dem Osten als Feng Shui kennt, ist uns durch Ana und Marko Pogačnik die Anregung zu einem eher intuitiv-kreativen Zugang gegeben geworden, die man nicht nur als Ergänzung, sondern als wesentliche Bereicherung ansehen darf." Beide Preisträger zeichnen sich zudem durch ihr Friedensengagement (etwa für den Nahen Osten), ihre Würdigung der besonderen Qualität des Weiblichen und die Hinterfragung gängiger Vorstellungen aus.

Seinen anschließenden Vortrag begann der mit langem Applaus bedachte Pogačnik mit der Feststellung, dass die Ehrung ihn und seine Tochter überrascht habe. Es habe beide gefreut, dass man hier wahrgenommen habe, was sie in Slowenien (und darüberhinaus) aufgebaut hätten. Er gestaltete sein Thema im Folgenden als Vorstellung seines Lebensweges und seiner Tätigkeiten. Anfang der 70er Jahre habe er in Slowenien eine Kommune mitbegründet, Ziegen und Schafe gehütet und sich immer mehr mit spirituellen Inhalten befasst. Dies sei im damals kommunistischen Jugoslawien verboten gewesen. So habe er alles, was die Erschließung eines spirituellen Verständnisses von Landschaft und Umwelt anging, aus sich selbst heraus neu entwickeln müssen. Dergestalt erschloss er sich die Grundlagen, aus denen später seine Kunst der  Lithopunktur entwickelte. Demgemäß begreift er eine Landschaft als von Energielinien und höheren Organen durchzogenes System, das insofern dem menschlichen Körper mit seinen Meridianen und Chakren gleiche. Alles sei für sich genommen eine Einheit, die in jeweils besonderer Weise "alles" umfasse - ein sogenanntes "Holon". Auch die sogenannten Elementarwesen seien nicht allein "draußen" zu finden, der eigene Körper werde ebenfalls durch ein solches mit aufgebaut. Aus dieser analogen Perspektive ergibt sich , dass man zur Heilung einer "kranken" Landschaft auch jene der Akupunktur verwandte Methode verwenden könne, indem man auf markante Punkte Steinsetzungen vornehme. Diese gestalte er als  Träger sogenannter "Kosmogramme" . Hierunter versteht Pogačnik im inneren "Dialog" mit dem Ort entstandene Bildschöpfungen, die diesen an sein eigentliches Potenzial erinnern und eine Art "kommunikativen Fluss" mit den Wesen erreichen sollen, die nicht unsere Sprache sprechen.

Der Referent erklärte, die subtileren Eindrücke einer Landschaft nicht ständig wahrzunehmen. Dies könne nämlich auch belastend und anstrengend sein. So öffne er sich zu diesem Zweck ganz bewusst. Lasse man sich auf eine Umgebung ein, könne man dann beispielsweise die Ein- und Ausatmungspunkte von Energieströmen erspüren. Leider würden diese heute aus Unwissen oder Ignoranz häufig überbaut und zubetoniert, wodurch sich auch für den Menschen schädliche Störungen ergeben würden. Allerdings könne man versuchen, an das noch Gesunde anzuschließen und als Ausgleich kleine Inseln, etwa im eigenen Garten schaffen. In diesem Zusammenhang erwähnte er, wie er kürzlich von der Bürgermeisterin eines Ortes in Brasilien um Hilfe gebeten worden sei. Die diesen umgebenden Berge würden nämlich durch amerikanische Firmen ihres Eisens beraubt und dadurch buchstäblich zur hohlen Kulisse, was ihr große Sorgen bereite ...

Vieles deutete auf das gegenwärtige Leid der Erde hin, die Pogačnik durchaus als bewusstes Lebewesen auffasst, das uns und all seinen Bewohnern gegenüber gütig und liebend eingestellt ist. Er skizzierte jedoch auch die hoffnungsvollere Aussicht, dass sich derzeit große Wandlungen vollzögen, die von den Menschen nur noch nicht erkannt, sondern eher unterbewusst wahrgenommen würden. Es handle sich hier um eine Art "Rettungsversuch" seitens der Erde, der bedinge, das sich unser Verständnis der Wirklichkeit ändern werde - sofern wir uns darauf einlassen. Zur weiteren Vertiefung in dieses komplexe Thema konnte er an dieser Stelle auf seine von der Lotusbuchhandlung Faller ausgestellten Bücher verweisen wie den "Quantensprung der Erde". Im September wird weiteres in einer Publikation über das "Universum des Körpers" zu lesen sein. 

Geomantie sei keine exakte Wissenschaft, aber eine Möglichkeit des umfassenderen, "künstlerisch" geprägten Zugangs zur Wirklichkeit, fasste er zusammen, und schon in der Renaissance habe man doch das Ideal des Zusammengehens von Kunst und Wissenschaft gehabt. Im Übrigen ist er auch selbst noch auf verschiedene Weise künstlerisch tätig, etwa zusammen mit seiner Frau. Aber Kunst müsse heute wieder einen stärkeren Bezug zum Leben gewinnen, in dieses eingreifen, und dürfe sich nicht bloß in ihrem eigenen elitär-intellektuellen Zirkel vollziehen.

Der Referent verstand seinen gut besuchten Vortrag als Geschenk an die Kulturwerkstatt und verzichtete auf ein Honorar.

 

Informationen:

Aus Perspektive der Geomantie ist eine Landschaft immer auch Ausdruck der Seele und des Geistes eines Ortes, belebt durch sichtbare, aber auch den gewöhnlichen Sinnen unsichtbare Wesenheiten der unterschiedlichsten Art. Damit steht sie zugleich in Beziehung zu unserem Körper, der Ausdruck unserer Seele und unseres Geistes ist, und kann durch diesen intuitiv erfahren und ergründet werden.  Umgekehrt lässt sich auch sagen: Je tiefer wir in eine Landschaft eintauchen, umso mehr erfahren wir zugleich über uns selbst.
Marko Pogačnik, geboren 1944, ist – zusammen mit seiner Tochter Ana – Träger des Kulturwerkstatt-Preises 2014, verliehen für ihre Neubegründung der Geomantie als umfassende Form der Kommunikation. Als Künstler sowie als Autor vieler Bücher im Geist einer zeitgemäßen, in die Zukunft weisenden Spiritualität erlangte er einen hohen Bekanntheitsgrad und darf als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Gegenwart auf diesem Gebiet bezeichnet werden. Pogačnik ist weltweit in Erdheilungsprojekten engagiert, bei denen er unter anderem die von ihm entwickelte Methode der Lithopunktur anwendet. Außerdem ist er Schöpfer des Staatswappens von Slowenien. 

 

Copyright by Björn Steiert

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Samstag, 11. April 2015, 20 Uhr, Vortrag:

Der für diesen Termin vorgesehene Vortrag von Hanno Wember über das Thema

"Das Shakespeare-Rätsel. Spurensuche und Indizien"

wird verschoben. Ein Ersatztermin wird mitgeteilt. Informationen zum Thema finden sich auf der Seite www.shakespeare-today.de

 

 

Samstag, 14. März 2015, 20 Uhr, Vortrag:

"Heilen mit Klang"

Referent. Frank Wikke

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:

Der seit 2006 als Klangschalentherapeut tätige Referent Frank Wikke referierte in der Kulturwerkstatt auf Einladung des Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. über das Thema "heilen mit Klang". In seiner Selbstvorstellung erwähnte er, dass er sich intensiv mit Numerologie, Symbologie, Reiki, "Klaki" (= Kombination aus Reiki und Klang), Schamanismus und anderem mehr beschäftigt habe. Er verbinde dies, wo immer es ihm sinnvoll erscheine. Und so wollte er auch die Zuhörer nicht auf eine bestimmte Form der Therapie einschwören. Allerdings könne die Anwendung von Klangschalen in vielen Fällen sehr hilfreich sein, auch die Behandlung bei einem Psychologen oder Psychater unterstützen, ja verkürzen. .

An den Beginn seines Vortrags stellte er ein Motto: "Die Welt ist Klang/Klang ist Schwingung/Schwingung ist Klang/Energie ist Klang/Leben ist Klang /Leben ist Liebe." Er präsentierte den Anwesenden jedoch nicht nur verbale Informationen, sondern ließ sie das Phänomen Klang gleich unmittelbar erleben, indem er in Tibet handgefertigte Klangschalen - auf Englisch "Singing Bowls" - ertönen ließ. In diesen Klangteppich mischten sich dann auch eher "männlich" betonte Impressionen einer Schamanentrommel sowie den Bewusstseinsraum eröffnenden Zimbelklänge.

Im Gründe, so Wikke, könne man Klang auf drei Ebenen anwenden und mit ihm "drei Türen" öffnen. Neben dem erwähnten Einsatz bei psychischen Problemen erwähnte er den gesamten körperlichen Bereich und auch die Übergänge von Geburt und Tod. Seit 5000 Jahren sei die Praxis des Heilens mit Klang schriftlich in den indischen Veden belegt. Zur Herstellung einer Klangschale, die nicht via Laser, sondern noch von Hand gefertigt werde - heute meist in Nepal - benötige man 20 bis 30 Stunden und mehrere Menschen. Man hämmere die Form dann aus der Mitte heraus, ohne vorher zu wissen, welchen Ton die fertige Schale erzeugen werde und welcher Körperregion sie damit zuzuordnen sei. Für bestimmte Gongs benötige man gar fünf Arbeitstage.

"Wasser ist Leben", erklärte Wikke. Und da der Mensch zu bis zu 80 Prozent aus Wasser bestehe, könne man sich leicht vorstellen, wie die Wirkung von Klang auf das Wasser sich auch auf den Menschen beziehungsweise dessen Zellwasser übertrage. Sie bringe den Menschen wieder "in Form". Sie informiere ihn mit geordneten Strukturen - wie man an Emotos Aufnahmen von positiven Informationen ausgesetzten Wasserkristallen nachvollziehen könne. Dies sei im Übrigen auch ein Effekt bestimmter Musik. So wisse man, dass Mozart heilend wirken könne, während Heavy Metall eher krankmachendes Potenzial habe. Bei den Klangschalen nun gehe es nicht darum, wie etwa bei den Chiropraktiken, durch "Druck" Heilung hervorzubringen. Die Klangschalentherapie mache nicht durch "Schmerz" gesund oder beschwerfrei, sie versetze ganz ohne Gewalt - sanft, aber eindringlich - in einen Zustand der Entspannung. Und wenn der Mensch dabei in seine je indiviuell optimale Schwingung gelange, die zwischen 4 und der Schumannresonanz 7,8 Hz (dem Erdton)  liege, könne Heilung geschehen. Das System heile sich selbst. Dies wirke dann auf den Stoffwechsel auf das Immunsystem. Verblüffend sei für ihn gewesen, dass manche Schalen bei bestimmten Menschen anfangs gar nicht geklungen hätten. Offenbar hätten diese erst die entsprechende, fehlende Resonanz wieder in sich aufbauen müssen.

Wikke unterschied zwei Systeme der Therapie. Nach Hess würden bis zu drei, nach Hafner 9 Schalen verwendet, die man um beziehungsweise auf dem bekleideten Organismus platziere. Im letzteren Fall lasse sich in der Anordnung die Form der Merkaba erkennen - somit dem Heagramm, das für die Durchdringung von Geist und Materie stehe. In diesem Zusammenhang kam Wikke auch auf die "Blume des Lebens" und den "goldenen Schnitt" zu sprechen. Bei der Therapie könnten auch innere Bilder aufsteigen. Und es sei wichtig, dass man viel gutes Wasser trinke, um den Prozess zu unterstützen. Klangschalenbehandlungen eigneten sich sehr gut bei ADS, Allergien, Bronchien- und Lungenerkrankungen, Schmerzen, Kinderlosigkeit und während der Schwangerschaft (in hinreichendem Abstand), seien aber kein Allheilmittel. Zur Stärkung und Wiederherstellung des Immunsystems ließen sie sich auch ergänzend bei Krebs einsetzen. Wikke brachte allerdings deutlich zum Ausdruck, dass er von manchen Formen der konventionellen Therapie wenig hielt. Die Zahl der Toten nehme immer mehr zu, bei Einsatz immer teurerer Mittel - da müsse man sich doch irgendwann fragen, ob da nicht grundsätzlich etwas falsch laufe, und sich der eigenen Verantwortung für die Gesundheit bewusst werden. Ihm selbst sei einst eine Diagnose gestellt worden, nach der er eigentlich nicht mehr leben dürfe (MS), doch nachdem er alles versucht habe - "Wenn es um mein Leben geht, will ich ein Wörtchen mitreden!" -, sei er geheilt worden und seit rund 15 Jahren "sowas von gesund" ... Desweiteren seien Klangschalen geeignet zur Durchführung von Zeremonien - bei denen hätten Klangelemente schon immer eine große Rolle gespielt -, in depressiven Phasen oder zur Sterbebegleitung. Auch Tiere wprden gut auf die Behandlungen ansprechen.

Wikkes Vortrag war klar und anschaulich und in jeder Hinsicht freilassend. Er spreche über dieses Gebiet nicht missionierend - wohl aber war die Leidenschaft zu bemerken, die er für sein Thema empfand. Zudem lag ihm daran, die Anwesenden immer wieder selbst die Phänomene erleben zu lassen, etwa indem sie die Hand in eine mit Wasser gefüllte, angeschlagene Klangschale tauchen oder eine  schwingende Klangschale halten durften. So hatte man sowohl in theoretischer als auch praktischer Hinsicht manches von diesem Abend mitnehmen können.

 

 Informationen:

Nada Brahma – Die Welt ist Klang“ betitelte Joachim-Ernst Berendt einst sein großes Werk über die Bedeutung und Wirkung von „Schwingung“, die auch im Hinblick auf unsere Gesundheit gar nicht hoch genug einzuschätzen ist. Die Erfahrungen zeigen: Unser Körper reagiert auf den Klang, unabhängig von unserem bewussten Willen oder unserem Glauben daran.
Das Heilen mit Klang ist mindestens über 5000 Jahre alt und uns in Form der Klangschalentherapie aus dem asiatischen Raum bekannt, wo akustische Elemente auch als wichtige Bestandteile in Zeremonien eingeflossen sind. Jeder dürfte das Bild der mächtigen Gongs und Trommeln bei asiatischen Festen vor Augen haben. Die tibetischen Mönche verfügen noch heute über das traditionelle Wissen des Heilens mit Klängen. Der Klang, der Ton, spielt auch bei den Naturvölkern eine bedeutsame Rolle. Wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen, sind es vorrangig Trommeln, Gongs, Didgeridoos oder ähnliche „Klanginstrumente“, die diesen Prozess unterstützen und begleiten. Eine Zeremonie ohne Klänge wäre für diese Menschen undenkbar.

Frank Wikke, Klangschalentherapeut seit 2006, informiert in seinem Vortrag über Klangerlebnisse, Klangmassagen und die Möglichkeiten einer Klangschalentherapie. Im Englischen spricht man von „singing bowls“, also singenden Schalen. Von deren schönen „Gesängen“ eingestimmt, erwartet die Vortragsbesucher ein interessanter Ausflug in die Welt der Klänge …

 

Samstag, 07. Februar 2015, 20 Uhr, Vortrag:

"Die Praxis der übersinnlichen Wahrnehmung"

Referent: Karsten Massei

 

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:

Mit großer Vorfreude sei der Referent Karsten Massei nach Lörrach angereist, erfuhren die zahlreich erschienenen, vom Veranstalter begrüßten Zuhörer. Der in der Tat spürbar mit Freude an seinem Thema "Die Praxis der übersinnlichen Wahrnehmung" sprechende Autor stellte seinen Vortrag unter das Motto "Das/Dein Innerstes ist das Herz der Dinge und Wesen". Er bezog sich ganz auf die Erfahrungen und Erkenntnisse, die ihm auf diesem Weg geworden sind. Es sei letztlich illusionär, Subjekt und Objekt streng voneinander zu trennen, wie dies die Wissenschaft heute versuche. Auf diese Weise gehe einem sogar ein wichtiger Zugang zu tieferen Erkenntnissen verloren. Denn da man selbst Teil der Welt sei, könne man in sich auch etwas über diese erfahren und umgekehrt. Es komme darauf an, allem was einem begegne, mit der Offenheit des "inneren Kindes" kennenzulernen und nicht künstliche Grenzen aufzurichten. 

Wenn man sich nun heute an die Erde wende und erfrage, was sie sich von dem Menschen wünsche, so ergebe sich, dass es vor allem darauf ankomme, ihr Treue entgegenzubringen. Um der Bedeutung dieser Aussage nachzuspüren, spannte Massei einen weiten Bogen. Er beschrieb, dass jeder Mensch vor seiner Geburt eine Art Vorausschau auf sein Leben habe, so wie er umgekehrt nach seinem Tod eine Rückschau erlebe. Nun sei diese Vorschau oft auch mit einem Erkennen der gegenwärtigen Not der Erde verbunden, wobei die sich zur Geburt Begebenden auch von den Erfahrungen der Verstorbenen lernen würden. Letztere "belehren", so Massei, gleichsam die sich inkarnierenden Seelen darüber, was der Erde Not tue. Dies sei einer von mehreren Gründen, warum die heutigen Ausbildungsinstitutionen nicht den Erfordernissen und Bedürfnissen der jungen Generationen angepasst seien. Diese bringen schon Veranlagungen mit, denen die hiesigen Gegebenheiteneinfach nicht mehr adäquat sind. Sie seien gewissermaßen bereitrs "über all das hinaus".

Wolle man sich nun näher mit den Wesen der Erde befassen - worunter der Referent sowohl Pflanzen, Tiere als auch Naturgeister verstand - so sei es sinnvoll mit der Frage "Was wünscht Du Dir von mir?" an diese heranzutreten. Denn ein zudringliches, direktes Erforschenwollen sei oft gar nicht das, was einem den Zugang zu ihnen eröffnen könne. Vielleicht würde zum Beispiel eine Pflanze es lieber haben, dass man einmal um sie herumgehe oder ihr den Rücken zuwende? Die Wesen selbst seien es, die einem die Methode vermitteln würden, die zu ihrem Verständnis führe. Und dabei nehme man auch etwas von dem an, das man zu erkennen suche beziehungsweise finde es in Form einer "Resonanz" in sich wieder. So berichtete er als Anekdote, wie er sich einmal auf ein bestimmtes Pferd konzentriert habe, nach desse Problemen ihn ein Anrufer gefragt habe. Da sei seine gerade aufgewachte Tochter ins Zimmer gekommen und habe gerufen: "Papa, du hast ja einen Pferdekopf!" ... Ein Pferd strahle durchaus eine ganze Qualität aus als etwa eine Kuh oder ein Schwein. Massei las auch einige Sätze vor, die einem etwas vom Grundcharakter eines bestimmten Baumes vermittelten. Von Baum zu Baum betrete man gleichsam eine andere Welt. Es könne im Übrigen sein, dass zur Erkenntnis der unterschiedlichen Wesen von uns Fähigkeiten verlangt würden, die wir noch nicht oder erst im Ansatz entwickelt hätten. Die von den Bienen hervorgebrachten Substanzen könne man beispielsweise leicht untersuchen und qualitativ erspüren, indem man sie in die Hand nehme. Um sich einer einzelnen Biene anzunähern, sei dieser Weg aber nicht geeignet. Und um gar ein ganzes Bienenvolk zu "begreifen", in all seinen unterschiedlichen Entwicklungsphasen, bedürfe es eines überschauenden Blickes. 

Die einem mit prüfendem und neugierigen Blick begegnenden Naturgeister würden eine bejahende Haltung, ein bewusstsein im Hier und Jetzt schätzen und hätten gar nichts übrig für den "Jammergesang", mit dem man belastet von Alltagssorgen oft an sie herantrete. Interessant sei, wie sie einem Fragen stellen. "Über welche Erden bist du gegangen", würden zum Beispiel die Erdgeister wissen wollen. Die Erfahrung sinnlicher Qualitäten spiele überhaupt eine wichtige Rolle als Brücke zum Wahrnehmen des sich im Sichtbar-Manifesten ausdrückenden Übersinnlichen. Eine weitere wichtige Haltung in der Annäherung an das sogenannte Übersinnliche sei die eines gewisssen Grundvertrauens. Massei zitierte einen Aussschnitt aus dem Buch "Die Symphonie der Wale" von Alexandra Morton, einer Forscherin, die in Kanada das eindrückliche Erlebnis hatte, in einem Boot mit anderen nach aufgekommenen Nebel und Verlust der Orientierung von den großen Meeresäugertieren wieder sicher an Land geleitet worden zu sein. Woher sie augenblicklich gewusst habe, dass sie ihnen beziehungsweise der ihr dies sagenden inneren Stimme vertrauen könne, wisse sie bis heute nicht.

Der Referent wob in seine Darstellungen immer wieder kurze, aber bezeichnende Schilderungen von Begebenheiten ein, in denen ihm übersinnliche Erfahrungen zuteil geworden seien, so etwa  in einem Kaufhaus, wo ihn ein dort anwesender Geist - womöglich der Hausgeist - darauf aufmerksam gemacht habe, wie viele Menschen mit den hier angebotenen Produkten weltweit verbunden seien. Massei sprach allerdings als wichtigen Punkt  an, dass Menschen, die entsprechende Fähigkeiten besitzen oder entwickeln, eines schützenden sozialen Rahmens und einer grundsätzlichen Wertschätzung bedürften, sonst würde es ihnen schwerfallen, mit ihren Gaben zurechtzukommen.

In der anschließenden Fragerunde nach der Rolle der inneren Stimme gefragt, sagte er, dass es manchmal durchaus Zeit brauchen könne, bis sie sich in Entscheidungsfragen deutlich ausspreche. Übrigens könne es sein, dass der Kopf etwas ganz anderes zu einer Entscheidung sage als der mittlere Mensch oder die Gliedmaßen. Je tiefer man gehe, desto "geerdeter" seinen gleichsam die Antworten. Auch über das sich Einfühlen in das Wesen und das Schicksal anderer ergänzte Massei noch manches.

Insgesamt gewann man den Eindruck, dass es Massei nicht darum ging, einen schnellen Weg zu spektakulären Erfahrungen aufzuzeigen, sondern einen weit  sicherenen, der über ein immer bewussteres Wahrnehmen und Sich-Verbinden mit der Umwelt führt. So konnte man sich auch in den kurzen Pausen, die der Vortragende zwischendurch immer wieder unwillkürlich einlegte, auch auf das Gehörte besinnen und die Worte in sich nachklingen lassen. Inhaltlich schloss der Vortrag vor allem an Masseis Buch "Zwiegespräche" an, dass die Anwesenden an einem von der Buchhandlung Metzler angebotenenen Büchertisch mit anderen Titeln erwerben konnten. 

 

Informationen:

Ausgehend von den Sinneswahrnehmungen ist es, wie der Referent in seinem Vortrag darlegen wird, möglich, seine Aufmerksamkeit so zu schärfen, so dass man zu eigenständigen Erkenntnissen über die Wesen des eigenen Lebensumkreises kommt. Damit sind vor allem die Wesen der Pflanzen und Tiere, aber auch die Wesen der elementaren Welt gemeint. Sie offenbaren sich einerseits der ruhigen ausdauernden Beobachtung. Andererseits trägt die Seele in sich eine Weisheitsnatur, die es ihr ermöglicht, zu tieferen Einsichten und Wesensberührungen zu kommen. In dem Vortrag werden Schritte gezeigt, die zu eigenen geistigen Erfahrungen führen können.
Zu seiner Biografie sagt Karsten Massei: „1963 wurde ich in Berlin geboren. Nach dem Abitur studierte ich zwei Jahre an der Freien Universität. 1986 lernte ich in Irland die anthroposophische Heilpädagogik kennen und begann in der Schweiz die Ausbildung zum Heilpädagogen, die ich 1992 abschloss. Seitdem arbeite ich an einer heilpädagogischen Tagesschule in Zürich. Ich bin verheiratet und habe drei erwachsene Kinder. Ein großer Teil meiner Aufmerksamkeit gilt den geistigen Zusammenhängen, die zwischen den sichtbaren und unsichtbaren Wesen der Erde und dem Menschen bestehen. Ich biete Seminare zur Praxis der übersinnlichen Wahrnehmung an. Ebenfalls befasse ich mich mit dem Wesen der Kinder der heutigen Zeit. Ich biete Biografie- und Lebensberatung an und unterstütze Therapeuten beratend bei ihrer Arbeit.“
Publikationen:
„Schule der Elementarwesen“ (2011);
„Botschaften der Elementarwesen“ (2013);
„Die Gaben der Bienen“ (2014)
"Zwiegespräche mit der Erde. Ein innerer Erfahrungweg" (2014)

 

 

 

Samstag, 22. November 2014, 20 Uhr, Vortrag:

"Homöopathie.  Neue Methoden der Heilmittelfindung"

Referent: Markus Kuntosch

 

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Bericht:

In der Kulturwerkstatt referierte Markus Kuntosch, homöopathischer Arzt aus Kandern, über „Homöopathie. Neue Methoden der Heilmittelfindung“. Die Homöopathie ist zwar eine sehr beliebte Heilmethode – wie auch die häufige Thematisierung in den Medien belegt. Man behandelt in ihr – wie der aus dem Altgriechischen stammende Begriff „Homöopathie“ schon sagt – Ähnliches mit Ähnlichem. Das heißt: Zur Heilung werden Stoffe eingesetzt, die unmittelbar eingenommen, (zumindest bei feinfühligeren Menschen) die Symptome der zu behandelnden Krankheit hervorrufen würden. In außerordentlich hohen Verdünnungen (Potenzen) wirken diese aber wie eine Reiztherapie. Zu berücksichtigen ist hierbei allerdings, dass jeder Mensch in der Homöopathie als Individuum behandelt wird – seine gesamte Disposition (Vorlieben, Abneigungen, Verhaltensweisen …) muss berücksichtigt werden, um das auf ihn zugeschnittene Mittel zur allgemeinen Stärkung seiner Konstitution und indirekten Behandlung des Symptoms zu finden. Es gehe darum, so Kuntosch, den richtigen Schlüssel zu entdecken, der im besten Fall alles öffnet. Komplexere Krankheiten oder Situationen seien komplizierteren Schlössern vergleichbar. Die Schulmedizin „bekämpft“ im Unterschied zur Homöopathie die Symptome mit unmittelbaren Gegenmaßnahmen. So ergänzen sich beide Therapierichtungen.

Jedoch ist allgemein weniger bekannt, welche Weiterentwicklung in Diagnose und Therapie es auf dem Gebiet der Homöopathie in den 200 Jahren seit ihrer Begründung durch Samuel Hahnemann gegeben hat.

Hierzu zählen die Berücksichtigung Farbvorliebe , die Analyse der Handschrift und der Bezug zum Periodensystem der Elemente. Kuntosch stellte zunächst die Bedeutung der Farben für die Wahl des homöopathischen Mittels vor. Man greift hierbei auf Farbtafeln mit 120 Farbfeldern zurück, die in einem aufwendigen Verfahren in 24 definierten Reinfarben gedruckt sind. Die Entdeckung dieses Forschungsfeldes begann  vor rund 30 Jahren mit dem Kölner Arzt Hugbald Müller. Seitdem wurde bei über 10 000 Patienten die Farbvorliebe über Jahre systematisch überprüft. Hierbei ergab es sich, dass bei Patienten, die die gleiche Farbvorliebe aufwiesen, auch die gleichen Mittel eine Heilung herbeigeführt hatten. Somit handelt es sich um eine aus der Praxis gewonnene Erkenntnis, die nun auch hilfreich sei, wenn man nach der Anamnese nicht sicher sei, welches Therapeutikum aus der engeren Wahl das beste wäre. Oft liefere die Farbvorliebe auch wichtige Hinweise auf die sogenannten „kleineren“ Mittel, die weniger häufig beziehungsweise nur im Fall einer spezielleren Symptomatik eingesetzt würden. Im eingesetzten Repertorium sind circa 1100 Mittel einer bestimmten Farbe zugeordnet. Probleme hierbei könnten sich daraus ergeben, dass manche Patienten Farben aufgrund modischer Trends nicht persönlicher Vorlieben wählen oder nicht in der Lage seien, sich zu entscheiden. Letzteres wäre allerdings auch oft schon ein Hinweis. Im besten Fall solle man die Entscheidung ganz unbefangen treffen – ohne das eigene psychologische Vorwissen anzuwenden. Die aussagekräftige Angabe seiner Lieblingsfarbe könne ein Mensch etwa ab dem Alter von drei oder vier Jahren treffen. Als Beispiel kam Kuntosch unter anderem auf die Farbe „Gelb“ zu sprechen. Negativ ausgedrückt hätten diese Menschen oft eine Tendenz, nicht richtig mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen.

Ein interessanter Punkt – im späteren Hinblick auf das Periodensystem – war noch der Aspekt, auf welche Elemente beispielsweise das (blaue) Blut bei Schnecken aufgebaut ist, oder die das Pflanzengrün hervorbringende Photosynthese. Auch hieraus ergäben sich Aufschlüsse.

In ähnlicher Weise gebe auch die Handschrift Aufschluss über die Wahl eines passenden Mittels. Bislang wurden über 2000 Handschriften mit den zugehörigen Anamnesen ausgewertet. Die Ähnlichkeiten der Handschriften von Patienten, bei denen dasselbe Mittel zur Heilung eingesetzt wurde, seien oft so groß, dass man glauben könne, sie stamme von ein und derselben Person. Auch andere signifikante Eigenarten – etwa häufiges dickes Durchstreichen oder Korrigieren einzelner Buchstaben – seien zu beachten. Man könne davon ausgehen, dass sich eine charakteristische Handschrift im Alter von circa elf oder zwölf Jahren herausgebildet habe. Kuntosch zeigte anonymisierte Beispiele.  Besonders typisch sei eine Handschrift, die sich in ähnlichen Ausprägungen überdurchschnittlich häufig bei jungen Frauen finde. Sie weise hin auf die Überforderungssituation, die familiären und beruflichen Lebensziele in Einklang zu bringen. Wieder andere Schriften könnten Indizien darstellen auf die Problematik der Abkapselung bestimmter schockhafter Erlebnisse. Kuntosch betonte indes, dass es bei der Handschriftenanalyse weniger um Charakterkunde oder Psychologie gehe, sondern die Wahl des zutreffenden Mittels anhand bestimmter Charakteristika. Im Zweifelsfall sei die Farbwahl maßgeblicher.

Zuletzt stellte Kuntosch vor, wie sich im Periodensystems der Elemente, wie es jeder aus dem Physikunterricht kennt, charakteristische Grunderfahrungen der Biographie wiederspiegeln. Die sieben waagrechten Reihen repräsentierten die jeweiligen Lebensphasen (die Kernzahl jeweils grob das Lebensalter), die senkrechten die Entwicklungsstadien einer Situation, die sich mit dem Weg zu einem Gipfel (dem jeweiligen Ziel) und dem darauf folgenden Abstieg in Verbindung bringen ließen. So könne man das anhand des Periodensystems in Bezug zur Konfliktlage aufgefundene Element zur Therapie einsetzen. Diese Erkenntnis – eine Pionierleistung – geht auf Jan Scholten zurück, der nun in ähnlicher Weise auch weiteres über pflanzliche und tierliche Therapeutika erarbeite.  

Die zuunterst stehenden, eigentlich schon nicht mehr natürlich vorkommenden, radioaktiven Elemente des Periodensystems tendierten zur Schwere. Sie hätten auch einen Bezug zu den meist schwerer werdenden Erkrankungen der letzten Lebensphase. Allerdings sei auffällig, dass heute schon viele Kinder Tumore hätten. Es sei sehr eigentümlich, mit diesen Kindern zu arbeiten. Oft habe man den Eindruck, von ihnen wie mit einem Röntgenblick durchdrungen zu werden …

In jedem Fall solle man das Periodensystem nicht einfach nur schematisch interpretieren, denn es sei durchaus möglich, dass für einen älteren Patienten auch ein Element aus den Reihen der jüngeren Lebensphasen  das richtige Therapeutikum darstelle. Viele unaufgearbeitete Konflikte würden fortwirken.

In der Fragebeantwortung konnte Kuntosch auf langjährige, reiche Erfahrungen seiner Tätigkeit als Arzt zurückgreifen, die er als ungemein spannend erlebt. Auch an sich selbst hat er die Wirkung unterschiedlicher Präparate erprobt. Einige Zuhörer hatten noch allgemeine Fragen zur Homöopathie, etwa ob etwa Kaffee wirklich einen negativen Effekt auf den Erfolg des Einsatzes homöopathischer Mittel habe, was Kuntosch nicht bestätigen konnte.

Zu  allen drei schwerpunktmäßig behandelten Themen hat Kuntosch‘ Kollege Ulrich Welte grundlegende Werke mit Fallskizzen im Narayana-Verlag publiziert – das jüngste stellt die Relevanz des Periodensystems in den Mittelpunkt und befasst sich exemplarisch mit der Silberserie. Kuntosch, Welte und Herbert Sigwart praktizieren gemeinsam in Kandern. Die Praxis ist mit dem Narayana-Verlag – einem der größten Homöopathie-Verlage in Europa - verbunden .

Infos: www.homeo.de  www.narayana-verlag.de

 

Informationen:

Die homöopathische Heilkunst hat sich in den 200 Jahren ihrer Ausübung stetig weiter entwickelt. Aufbauend auf der Erfahrung der „alten Meister“ haben führende Homöopathen weltweit Methoden eingeführt, die die Heilmittelfindung bei den immer komplexer werdenden Krankheitsphänomenen unserer Zeit enorm bereichert haben. Bahnbrechend waren hier vor allem die Beiträge von Dr. Hugbald Volker Müller aus Köln oder von Jan Scholten aus Holland. Müller führte die Fallanalyse mithilfe von Lieblingsfarbe und Handschrift in die Homöopathie ein. Er fand heraus, dass viele seiner Patienten, bei denen dieselbe homöopathische Arznei hilfreich war, häufig nicht nur die gleiche  Lieblingsfarbe teilten, sondern auch oft verblüffend ähnliche Handschriften aufwiesen. „Diesen Ansatz haben wir in unserer Praxis konsequent weiter geführt“, erklärt der Referent, „und mein Kollege Dr. Ulrich Welte hat sie durch die Herausgabe der Farbtafeln und des Handschriftenbuches allgemein zugänglich gemacht. Jan Scholten verdanken wir die homöopathische Entschlüsselung des Periodensystems, in dem sich die menschliche Entwicklung von der Kindheit über die Jugend, das Arbeitsleben bis hin zum Alter widerspiegelt. Jede waagrechte Serie steht hier für eine bestimmte Entwicklungsphase im Leben und die senkrechten Spalten für die Stadien in denen diese Entwicklung durchlaufen werden, vom Beginn, dem Streben bis zu einem Höhepunkt, dem Loslassen und Aufgeben. Auf jeder Entwicklungsstufe kann man ins Stocken oder gar Straucheln geraten. Über die Stellung der Elemente im Periodensystem und den dazugehörigen Lebensthemen lassen sich somit gezielt mineralische Heilmittel für Patienten finden.“ Im Vortrag werden wir anhand konkreter Beispiele einen Streifzug durch das Periodensystem und in die Welt der Farben und Handschriften unternehmen. 

Markus Kuntosch, geboren 1968, Arzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie und Naturheilverfahren, ist In hausärztlicher Gemeinschaftspraxis mit Dr. Ulrich Welte und Dr. Herbert Sigwart in Kandern im Südschwarzwald tätig. Er absolvierte eine klinische Ausbildung in Chirurgie, Innere Medizin, Onkologie, Geriatrie, Pädiatrie und Psychosomatik. Kuntosch hält Homöopathievorträge in Deutschland, Schweiz, Polen und der Slowakei. Er ist Autor von Fachartikeln für „Spektrum der Homöopathie“, „Homöopathie Zeitschrift“,  „Interhomeopathy“ und arbeitete an den Büchern von Dr. Ulrich Welte mit: „Farben in der Homöopathie“, „Handschrift und Homöopathie“ und „Das Periodensystem in der Homöopathie: Die Silberserie“               http://www.homeo.de






 
Samstag, 25. Oktober 2014

"Magisch - mystisch - megalithisch. Die rätselhafte vorchristliche Vergangenheit von Süd- und Hochschwarzwald"

Referent: Dr. Ronald Weis
                              

 
            

Roland Weis

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:

Schon öfters war in der Kulturwerkstatt von Orten zu hören, die aus den unterschiedlichsten Gründen als „besonders“ bezeichnet werden können. Beispielsweise sprach Marcus Schneider über den sagenumwobenen Kontinent Atlantis und Pilgerwege, Edith Schweizer-Völker über mythische Orte am Oberrhein und Roland Kroell über Orte der Kraft im Schwarzwald und den Vogesen. Nun hielt auch der promovierte Historiker und Leiter der Unternehmenskommunikation Badenova einen Vortrag, in dem er zugleich sein im Rombach-Verlag 2013 erschienenes Buch „Magisch-mystisch-megalithisch“ vorstellte. Darin behandelt er – illustriert durch Fotos von Ramesh Amruth – die rätselhafte vorchristliche Vergangenheit des Südschwarzwalds und der Vogesen.
Eine der Kernaussagen des Buches besteht darin, dass die Relikte die man in der Umgebung vielerorts findet – Mauern, Steinkreise, Felskammern, aufgeschichtete Hügel, Wälle und bearbeitete Monolithen – älter sind, als gemeinhin angenommen. Die kontinuierliche Besiedlung des Schwarzwalds habe nicht erst mit der Verbreitung des Christentums begonnen, sondern reiche – entgegen der früheren Auffassung der Ärchäologie – viel weiter zurück. Schon, dass vor Jahrtausenden im Schwarzwald ideale klimatische Bedingungen geherrscht hätten, lasse dies vermuten. Da ähnliche geschichtliche Perspektiven auch für die Nationalsozialisten interessant gewesen seien, habe man nach dem Zweiten Weltkrieg lange die Auseinandersetzung hiermit gemieden. Man könne es jedoch schon indirekt aus historischen Aufzeichnungen schließen, und es werde inzwischen auch teilweise anerkannt, nur blieben viele Umstände dieser Besiedelung nach wie vor rätselhaft. Im Zuge der Christianisierung sei es allerdings dazu gekommen, dass viele alte heilige Orte umgedeutet wurden oder – wo dies nicht gelang – verteufelt. An manchen mutmaßlichen Relikten der vormals heidnischen Kultur, die Analogien zu anderen, leichter einzuordnenden Funden in Europa aufwiesen, fänden sich noch dokumentierbare Spuren einer versuchten Zerstörung, wie etwa an den sogenannten Schalensteinen. Für diese gebe es mehrere Indizien, dass sie nicht natürlichen, sondern menschengemachten Ursprungs seien.   
Weis’ eigene Beschäftigung mit der Thematik wurde durch einen Kontakt mit dem Hobbyforscher Helmuth Frings veranlasst. Zu Beginn seines faktenreichen, frei gehaltenen Vortrags kam der Referent darauf zu sprechen, dass es im Hochschwarzwald über 5000 Einzelgräber gebe, die man vor die Zeit der Kelten datieren müsse. Allerdings seien diese wohl in den meisten Fällen „fundleer“, was auf die saueren Böden des Hochschwarzwalds zurückzuführen sei. Anschließend kam Weis auf die Steinkreise von Blasiwald zu sprechen, bei denen es absurd sei, die Eingrenzung einer mittelalterlichen Viehweide zu vermuten. Zu klein sei die Fläche, zu groß der Aufwand – davon abgesehen habe man das Vieh damals in die Wälder getrieben. Anhand solcher Beispiele konnte Weis verdeutlichen, dass allzu schnell formulierte, praxisferne Theorien zur Stützung der lange Zeit herrschenden Auffassung über den Verlauf der Geschichte herbeigezogen wurden. In denselben Bereich „wissenschaftlicher Legenden“ wurde in anderem Kontext die wenig plausibel anmutende Theorie der „Hofzufahrten“ oder die „Mühlstein“-Hypothese verwiesen, worüber Näheres in seinem Buch zu lesen ist.
Weitere Orte, auf die Weis zu sprechen kam, waren der Kuckucksweiher, das Krumpenschloss, die Steinkammern bei Schönenbach, die „Bootsgräber“ bei Dachsberg und das System der mit genau einem Prozent Gefälle angelegten Wuhren. Ein zentraler Punkt seines Vortrags bestand in seinen Ausführungen über einen mutmaßlichen Weg, der von der Furt bei Bad Säckingen einen Aufstieg in den Südschwarzwald beschrieb. Eindrucksvoll war, dass Weis dies nicht nur gestützt auf die entlang diese angenommenen Route aufzufindenden Bauwerke, sondern auch an den Ortsbezeichnungen aufzeigen konnte. Viele Namensbestandteile (Kreuz, Hünen, Eck, Horn, Stein, Rot …) ließen sich aufgrund sprachwissenschaftlicher Forschungen bis in die Zeit einer hypothetisch rekonstruierten steinzeitlichen Sprache (Nostratic) zurückverfolgen, wobei es dann später freilich manche Verwechslungen gegeben habe. „Rot“ weise etwa – wie noch das englische Wort „road“ – auf den alten Begriff für „Straße/Weg“ hin. Den Bestandteil „Hünen“ habe man dagegen später irrtümlich auf die „Hühner“ zurückgeführt. 
In der Fragebeantwortung ging der Referent auch auf die Anliegen mancher Zuhörer ein, die ein religionsgeschichtliches oder spirituelles Interesse an den geschilderten Orten zeigten. Weis zeigte sich diskussionsoffen, wahrte aber eine kritische Distanz. Allerdings merkte er an, dass es für ihn durchaus vorstellbar sei, dass Menschen, die auf das engste mit der Natur verbunden gelebt hätten, ein ausgeprägteres Gespür für besondere Ortsqualitäten besessen hätten. Im Übrigen sei es auch wahrscheinlich anzunehmen, dass sie ihre Heiligtümer oft an per se markanten Plätzen in der Natur errichtet hätten. In Island oder Skandinavien sei der Glaube an die Naturgeister teils immer noch lebendig. Er schilderte eigene Erfahrungen, die er mit anderen  an solchen Orten gemacht hatte.
Die Zuhörer nahmen die Anregung mit, selbst mit offenen Augen durch die Landschaft zu gehen. Leider sei und werde vieles von dem, was noch vorhanden sei, zerstört durch Bebauung, Straßenbau und Forstwirtschaft. Als umso wichtiger müsse man es ansehen, dass der Wert dieser Hinterlassenschaften von der Archäologie anerkannt werde. Es dürfte, zumal angesichts der zusammengetragenen Fakten, Grund zur Hoffnung bestehen, dass von offizieller Seite die vorgestellten  Thesen aufgegriffen und weiterverfolgt werden. Es tut sich ein lohnendes Forschungsfeld auf – gleichsam Neuland inmitten des Vertrauten. Auch der vielseitige Autor Weis hätte inzwischen wohl bald genug Material für einen Folgeband. "Das hat Spaß gemacht, mit einem sehr aufmerksamen und sachkundigen Publikum und einem tollen Gastgeber 'Kulturwerkstatt', dem ich weiter viel Erfolg und gute Veranstaltungen wünsch", schrieb der Referent im Gästebuch."

 

 Informationen:

In unseren heimischen Wäldern verbergen sich viele steinerne Rätsel: Mauern, Steinkreise, Felskammern, aufgeschichtete Hügel, Wälle und bearbeitete Monolithen – Bauwerke, deren Sinn und Zweck niemand mehr kennt und deren Erbauer unbekannt sind. In ihrer Häufigkeit und Ähnlichkeit provozieren sie Fragen und Schlussfolgerungen, die weit über unser vorherrschendes Geschichtsbild hinausreichen. Das vergangenes Jahr im Rombach Verlag erschienene Buch des Referenten führt – mit atmosphärisch dichten Aufnahmen des Fotografen Ramesh Amruth – zu einigen der rätselhaftesten und eindrucksvollsten Fundstellen und folgt akribisch den Spuren bis in die tiefste vorchristliche Vergangenheit unserer Region. Dabei eröffnen sich ungeahnte Perspektiven. Es entsteht ein bisher unbekanntes Bild vom Süd- und Hochschwarzwald: magisch – mystisch – megalithisch.

Roland Weis, geb. 1958 in St. Georgen/Schwarzwald, ist promovierter Historiker und gelernter Redakteur. Er leitet die Unternehmenskommunikation beim Energie- und Umweltdienstleister badenova und schreibt in seiner Freizeit Schwarzwaldkrimis und Sachbücher zur Geschichte des Schwarzwaldes. Infos: www.roland-weis.de

 

 

Samstag, 27. September 2014

"Anhaftungen und Besetzungen  durch Fremdenergien.  Ursachen und Wirkungen, karmische Bezüge"

Referent: Hermann Messerschmidt

 

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Bericht:

Der aus Kandern stammende Hermann Messerschmidt, Radiästhet und anerkannter Heiler im Dachverband Geistiges Heilen, sprach in der Kulturwerkstatt über Belastungen durch Fremdenergien. Über viele Jahre selbst Besucher der Veranstaltungen des Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck und als Referent von anderen Stammgästen empfohlen,  wandte er sich einem schwierigen, komplexen Thema zu. Dieses sei, wie in der Vorstellung seitens des Veranstalters bemerkt wurde, geeignet, ein Vorurteil gegenüber der Esoterik zu widerlegen. Denn es sei oft zu hören, dass Esoterik eine Art Weltflucht darstelle, ein Sich-Zurückziehen in eine illusionäre, von Harmonie geprägte Vorstellungswelt. An diesem Vorwurf könne zwar in vielen Fällen durchaus etwas dran sein, jedoch zeige die Aufgabe, die sich der Referent stelle, eine Auseinandersetzung mit Problemen, die im Alltag oft verdrängt würden. Der "psychologisierende" Vorwurf wäre somit umgekehrt an eine rein materialistische Weltsicht zu richten, die keine die Ursachen angehende Hilfestellung bieten könne, wenn Phänomene dieser Art auftreten.

 Konkret ging es in dem Vortrag um die Belastung durch die Seelen Verstorbener, die sich nach ihrem Tod nicht lösen können beziehungsweise die hiesigen Verhältnisse auf bestimmte Weise beeinflussen wollen und sich deshalb an lebende Menschen "anheften" würden. Hierbei wurden die unterschiedlichster Formen von Verstrickungen negativer Art ins Auge gefasst. Dass es daneben auch durchaus positive Beziehungen zwischen Verstorbenen und Lebenden oder vorübergehende "Besetzungen" im Sinne eines Schutzes gebe, wurde erwähnt, der Schwerpunkt lag jedoch auf den problematischen, die verschiedensten gesundheitlichen und psychischen Beschwerden verursachenden Formen. Gebe man hier Psychopharmka, sei zudem zu beachten, dass diese - wie in den Nebenwirkungen beschrieben - oft eine Neigung zum Suizid hervorrufen könnten.   

Der Referent erklärte zu Beginn, dass er nicht für irgendeine Konfession, Sekte oder sonstige Vereinigung gleich welcher Art spreche. Ihm gehe es allein darum, aus seinem eigenen Erleben und Erfahrungen die Verhältnisse darzustellen. Und hier wusste er aus seiner 86 Jahre umfassenden Lebenserfahrung und beratenden Tätigkeit viele anonymisierte Beispiele zu berichten, bei denen es ihm seinen Worten nach gelang, die Ursache der sogenannten Besetzung herauszufinden und oft sogar eine signifikante Besserung zu erzielen. Meist seien es gerade die sensiblen Menschen, die durch ihre Offenheit eine Anfälligkeit mit sich brächten. Er stelle dann immer zunächst die Frage, ob im Bekannten- oder Verwandtenkreis ein plötzlicher beziehungsweise gewaltsamer Tod stattgefunden habe und wende sich dem entlang der Wirbelsäule verlaufenden "Lebenskalenders" zu, in dem traumatische Erfahrungen abgespechert seien. Beim Lebenskalender handle es sich um ein vom Heiler Horst Krohne entdeckter und beschriebener Bereich im Energiekörper des Menschen. Eine besondere Problematik könne zum Beispiel auch im Fall von Abtreibungen vorliegen. Messerschmidt führte eine Reihe von weiteren Kriterien an, die auf eine Besetzung hindeuten könnten, darunter ein sich plötzlich auf unerklärliche Weise verändert zeigendes Verhalten. Außerdem widme er sich im Verlauf der Beratung dem Schlafplatz des jeweiligen Ratsuchenden, um herauszufinden, welche Störungen eventuell durch diesen verursacht seien, die den Menschen konstitutionell schwächten und so anfälliger machten. Diese würden dann behoben. Ebenso sei die Kopfregion auf Blockaden zu betrachten sowie das Meridian- und Chakrensystem. Ein wesentliches Mittel, um eine Besetzung aufzuheben, sei schließlich das persönliche - nicht formelhaft, ohne innere Anteilnahme - gesprochene Gebet. Im Übrigen würden oft auch karmische Verflechtungen eine Rolle spielen. Der Referent betonte, dass hier es hier nicht um den Glauben an die Reinkarnation gehe - diese sei vielmehr eine sich durch die Erfahrung bestätigende Tatsache.    

Das anschließende Gespräch mit den Anwesenden drehte sich unter anderem um die Frage der Löschung von negativen Informationen, radiästhetische Messverfahren sowie die Links- oder Rechtspolarisierung von Materie und die Belastung von bestimmten Orten (zum Beispiel Schlachtfeldern). Im Kontext negativ belasteter Plätze wusste Messerschmidt auch zu berichten, dass er eine Beziehung des im Dreiländermuseums ausgestellten Richtschwerts von Rötteln mit einem bestimmten Anwesen herausgefunden habe. Zuletzt sprach er die Empfehlung aus, sich bei allen Prozessen, wie er sie im Rahmen seines Vortrags beschrieben hatte, selbst gut zu schützen. Auch im Alltag könne man diesen Schutz morgens und abends aufbauen und bei Bedarf über den Tag erneuern, etwa indem man die Formel "Nichts und niemand hat Macht über mich - außer der Weltengeist und seine Helfer" (beziehungsweise "Nichts und niemand hat Macht über mich - außer Gott und seine Engel") verwende.

 

Informationen

Am Samstag, 27. September 2014, 20 Uhr (Vortrag), hält Hermann Messerschmidt (Diplom Ingenieur FH, Radiästhet, Heiler) in der Kulturwerkstatt (Ruesstraße 4, im Hof) einen Vortrag zum Thema "Anhaftungen und Besetzungen  durch Fremdenergien.  Ursachen und Wirkungen, karmische Bezüge." Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.


Wenn jemand durch einen raschen, unnatürlichen Tod sein Leben beenden muss, besteht nach den Erfahrungen des Referenten die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit, dass eine vertraute Person als Wirt diese verirrte, unerlöste Seele (oder Seelenteil) beherbergen muss oder darf, mit der Aufgabe, dieser erdgebundenen Seele Hilfe zu gewähren, damit sie sich mit dem plötzlichen Tod zurechtfindet und ihr der Weg ins Licht gewiesen wird.
Mit diesen Problemen finden sich betroffene Klienten in der Praxis ein, ohne sich über die Hintergründe klar zu sein, warum bestimmte psychische und auch körperliche Belastungen oft schon lange einen undefinierbaren Leidensdruck erzeugen.


In einer Vielzahl typischer Beispiele zeigt uns der Referent, ein erfahrener Heiler, wie die einschlägigen Merkmale aufgedeckt, erkannt und therapeutisch angegangen werden können. Die Ursachen für die ausgetesteten Besetzungen sind nach seinen Erkenntnissen bei Unfallopfern, Kriegstoten, Mord und Selbsttötungen zu finden, auch Drogentote zählen dazu. Die verborgenen Gründe, die oft viele Jahre zurückliegen, können demnach auch karmisch bedingt sein – werden diese Zusammenhänge ins Bewusstsein gehoben, ist eine Bearbeitung der Belastungen bei den Betroffenen erst möglich.
Durch diesen Vortrag sind besonders therapeutisch Arbeitende verschiedener Fachrichtungen angesprochen und eingeladen; ebenso Radiästheten und Menschen mit unklaren Diagnosen.

 

Sehr aufmerksame, nach zwei Stunden Vortrag jedoch etwas müde Zuhörerin: Katze Emma.

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Samstag, 14. Juni 2014

 

Der für den 14. Juni vorgesehene Vortrag des Referenten Herbert Vetter zum Thema "Meditation - Wege zum neuen Hellsehen" musste entfallen, da der Referent am 27.03.2014 unerwartet verstarb. Wir durften ihn in seinen Beiträgen, durch die er unser Programm bereichert hat, als Persönlichkeit kennenlernen, die sich auf eine sehr eigenständig-originelle Weise mit geistigen Inhalten befasst hat - stets mit Bezug zum Praktisch-Künstlerischen. Unser Publikum hat seine humorvollen, lebendigen Vorträge sehr geschätzt. www.herbert-vetter.de

 

Samstag, 17. Mai 2014

„Vom Wesen der Bäume - Geomantische Landschaftsphänomene und Baumwuchsformen“

Referent: Guntram Stoehr, Dipl.-Ing

 

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Bericht

In seinem Vortrag stellte der Autor und Geomant Guntram Stoehr anhand von Lichtbildern unterschiedliche geomantische Landschaftsphänomene vor. An sogenannten Orten der Kraft waren ihm immer wieder bestimmte Wuchsformen der dort anzutreffenden Bäume aufgefallen. Dies führte ihn dazu, diese Wuchsformen selbst als Indizien anzusehen, die über die Qualität eines Ortes Aufschluss geben.

Der Referent lehnte seine Ausführungen an sein 2012 erschienenes, mit reichem Bildmaterial versehenes Buch „Vom Wesen der Bäume“ an. Zur Veranschaulichung hatte er auch allerlei „Gewachsenes“ mitgebracht.
Stoehr kam ausführlich auf die sogenannten Strömungskräfte in der Landschaft zu sprechen, womit der Fluss der aufbauenden und abbauenden Energien gemeint ist. So beschrieb er unter anderem die „Strömungspunkte von Vitalkraft- und Astralkraft“ sowie „kosmische Strömungspunkte mit Mentalkraft und Kausalkraft“, wobei er zum bessern Verständnis auch Analogien zum Meridian- und Chakrensystem des Menschen herstellte. In seine Darstellungen bezog er ebenfalls die sogenannten „Strahlungskräfte (Wasseradern und Erdstrahlung)“ mit ein. Als für ihn selbst frappierend stellte er eine einmal durch einfühlende Wahrnehmung gewonnene Erkenntnis dar. So habe er in einem konkreten Fall beobachten können, wie ein Baum für die weit umliegende Landschaft eine transformatorische Funktion ausgeübt habe: Er habe gleichsam negative Astralität („Gefühlsabfälle“) angezogen und diese in die Erde geleitet. Man dürfe es im Übrigen nicht unterschätzen, dass die Erlebnisse und Erfahrungen von Menschen, etwa Ereignisse wie kriegerische Auseinandersetzungen, bestimmte Orte nachhaltig prägten.
Leider würde aus Unkenntnis mancherlei falsch gemacht. So führte Stoehr den nicht lange zurückliegenden Brand in der Weimarer Bibliothek indirekt auf Maßnahmen in der Stadt zurück, die die energetischen Qualitäten der Örtlichkeiten missachteten und das Element „Feuer“ zu stark werden ließen, auch wenn rein äußerlich kein Zusammenhang erkannt werden könne. Umgekehrt könne man allerdings auch mit dem Wissen um die Bedeutung von Ortsqualitäten viel Positives bewirken. "Wer einen Baum pflanzt", zitierte der Referent im Gästebuch Konfuzius, "wird den Himmel gewinnen."

Informationen

Bäume wachsen nicht überall gleich, und manchmal bilden sie besondere Wuchsformen aus. Diese Wuchsformen können laut Stoehr Auskunft geben über die geomantische Qualität eines Ortes.
Demnach lassen sich Kraftorte wie auch feinstofflich schwache Orte erkennen und deuten. Die Kennzeichen der Bäume werden zu einem Wegweiser, um Orte mit förderlichen Eigenschaften beispielsweise für tiefgreifende Erfahrungen ausfindig zu machen oder auch um die Qualität der persönlichen Wohnumgebung einzuschätzen.
Der Vortrag ist zugleich eine Einführung in die Grundlagen der Geomantie, bietet einen guten Überblick über die wichtigsten geomantischen Strukturen in der Landschaft und berichtet über die Geheimnisse des Wesens der Bäume.
 
Guntram Stoehr Dipl. Ing., Architekt, studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar. Nach mehrjähriger Architektentätigkeit in der Schweiz arbeitet er heute als Freier Architekt in Freiburg im Breisgau.
In seinen Projekten verbindet er moderne Architektur mit Baubiologie, Geomantie sowie dem traditionellen Bauwissen des indischen Vastu. Er hält Vorträge und Seminare, leitet geomantische Reisen und bietet eine Ausbildung in Geomantie an.  Er ist Verfasser des im AT-Verlag erschienen Buches „Vom Wesen der Bäume“.




Samstag, 22. März 2014. 20 Uhr

„Die Hara-Kraft“ (in Anlehnung an Karlfried Graf Dürckheim)

Referentin: Monika Pfäfflin

 



Copyright by Björn Steiert.



Bericht:
 
Heilpraktikerin Monika Pfäfflin, seit 30 Jahren Mitarbeiterin der von Maria Hippius und Karlfried Graf Dürckheim gegründeten „Existential-psychologische Bildungs- und
Begegnungsstätte/Schule für Initiatische Therapie“ in Todtmoos-Rütte referierte in der Kulturwerkstatt über die Bedeutung der sogenannten Hara-Kraft und hatte; hierzu hatte sie teils farbige, teils in schwarz ausgeführte Zeichnungen, entstanden während der therapeutischen Arbeit, mitgebracht – darunter auch mit geschlossenen Augen ausgeführte, sogenannte Zweihand-Zeichnungen .
 
Pfäfflin begann mit einer im Sitzen ausgeführten meditativen Übung, die dazu dienen sollte, die der Qualität der Hara-Kraft zu erspüren. Der aus dem japanischen stammende Begriff Hara bedeutet wörtlich übersetzt „Bauch“ und meint in diesem Zusammenhang die Verfasstheit des in seiner Mitte ruhenden Menschen. Der westlich-europäische Mensch lebe mit seinem Bewusstsein mehr in  der oberen Körperregion von Kopf bis Brust, was sich auch in seiner Haltung ausdrücke. Es scheine, als habe er die Beziehung zu den tragenden, unteren Bereichen – die Verwurzelung im Sein – verloren. Bei Asiaten könne man dagegen beobachten, dass diese oft noch eine andere, zentrierter wirkende Körperhaltung einnehmen. Wir alle hätten nun im Lauf unseres Lebens und der Entwicklung unseres Welt-Ichs (= dem von der Welt geprägten und sich in ihr behauptenden Ich) eine bestimmte Art gefunden, mit unserem Leib zurechtzukommen. Die dabei entstandenen Einseitigkeiten und Gewohnheiten – die Formen des Ichs – könnten Aufschluss geben über mögliche Probleme, auch solche des Energieflusses im Körper oder die Hinderung, mit unserem eigentlichen Wesen in Verbindung zu treten und uns zu dessen Ausdruck zu machen.  Um die Hinorientierung auf dieses Wesen – und den Wesensgrund allen Daseins schlechthin – geht es Dürckheim in seiner initiatischen Meditation, zu der auch das sich Einlassen auf die Hara-Kraft gehört. Interessant war die übereinstimmende Erfahrung mancher Teilnehmer, dass dieses „Ungewohnte“ zunächst einmal unangenehm erscheinen könne. So wurde von einem Zittern in den Muskeln der Oberschenkel berichtet.
 
Anschließend stellte Pfäfflin das Leben Dürckheims (1896-1988) vor. Dürckheim (und auch sie selbst) hatten die Erfahrung gemacht, dass man eigentlich nur durch Leid zur Entwicklung veranlasst werde, den Weg zu den Tiefen des Daseins – die Einweihung oder Initiation – zu suchen.  Und als die drei Ursachen des Leidens sollte Dürckhheim die Angst vor Vernichtung, die Verzweiflung am Widersinn und die Trostlosogkeit der Einsamkeit beschreiben. Dürckheim erlebte die Härten des  1. Weltkriegs als junger Soldat, was ihn sehr erschütterte. Er schlug eine akademische Laufbahn bis zur Habilitation ein. Sein Forschungsgebiet waren Psychologie und Philosophie. Er unterrichtete zunächst am Bauhaus in Dessau Psychologie (1930-1932), dann als Professor an der Pädagogischen Akademie Breslau (1931) und ab 1932 der Hochschule für Lehrerbildung in Kiel.  Dürckhheim kam mit einigen Künstlern und Intellektuellen seiner Zeit (zum Beispiel Klages und Rilke) in Kontakt.
Für seine geistige Entwicklung entscheidend sei es jedoch, dass er als 23-jähriger beim Lesen von Lao-Tse zugeschriebenen Versen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. eine nachhaltig verwandelnde Berührung mit dem Seinsgrund erfahren habe. Dessen Versen nach mache das Wesentliche eines Rades oder eines Gefäßes nicht deren Substanz, sondern deren „Leere“ (etwa der Raum zwischen den Speichen) aus. Die „Leere“ sei somit die eigentliche Fülle. Wörtlich heißt es:
 

Dreißig Speichen treffen die Nabe /

Die Leere dazwischen macht das Rad.

Lehm formt der Töpfer zu Gefäßen /

Die Leere darinnen macht das Gefäß.

Fenster und Türen bricht man in Mauern /

Die Leere damitten macht die Behausung.

Das Sichtbare bildet die Form eines Werkes.

Das Nicht-Sichtbare macht seinen Wert aus.

(Lao-Tse: Tao-Te-King. Das Buch vom Weltgesetz und seinem Wirken 
Verlag Otto Wilhelm Barth, Erstauflage 1928. Übertragung aus dem Chinesischen ins Deutsche von Walter Jerven )

 
Nach den Nürnberger Gesetzen als „Viertel-Jude“ geltend und somit nicht mehr „berechtigt“, einen Lehrstuhl innezuhaben, war es Dürckheims Glück, dass er noch in Friedenszeiten (1938) in diplomatischer Mission nach Japan geschickt wurde, wo er zehn Jahre blieb. Diese Zeit konnte er intensiv nutzen, um die Zen-Meditation, aber auch meditativ verstandenes Bogenschießen und Kalligraphie zu erlernen. In diesem Sinne wurde er nach seiner Rückkehr zum Brückenbauer zwischen Ost und West. Die Referentin betonte indes, dass Dürckheim kein Buddhist gewesen und seine Form der Meditation durchaus als eine christliche verstanden werden könne.
 
Die Bilder des Gäste der Schule für Initiatische Therapie illustrierten anschaulich die "Fehlformen" des Ichs, wie sie sich spontan ausdrücken können, aber auch positive Entwicklungen . Das Anliegen der Referentin – und Dürkchheims Anliegen - war es, die Menschen zur Begegnung mit ihrem eigentlichen Wesen und zur Wiederverbindung mit dem Wesen der Welt anzuregen. Nur wer sich von dem Mittelpunkt im Hara getragen wisse, könne auch seine „menschliche“ Mitte, sein Herz von einem im Alltag oft flattrigen „Angstherzen“ zu einem weiten und großen „Mutherzen“ entwickeln.
 


Informationen

„Im Hara erfährt der Mensch seinen Schwerpunkt, seine Mitte, seine Erd- und Gottverbundenheit“,
heißt es in der Beschreibung von Karlfried Graf Dürckheims grundlegendem Buch „ Hara – die Erdmitte des Menschen“, „ ‚Hara‘ [japanisch] wörtlich übersetzt ‚Bauch‘ – meint eine Verfassung des ganzen Menschen, in der er gelassen in seiner Leibesmitte ruht und frei ist von jener Misstrauenshaltung seines Ichs, die ihn in Angst und Sorge festhält. Hara ist gleichsam das Verbindungsstück zwischen dem religiösen ‚Erlebnis‘ der ursprünglichen Einheit des Lebens und ihrer alltäglichen Erfahrung. Die zahlreichen praktischen Meditationsübungen, zu denen Dürckheim einfühlsam und präzise anleitet, sind der ideale Weg, die heilsame Verbindung zum Transzendenten herzustellen, die eigene ‚Mitte‘ zu finden und dadurch die individuelle Lebenskraft zu stärken.“
 
Die Referentin wird über die Bedeutung der Hara-Kraft in Anlehnung an Dürckheim sprechen. Dürckheim lebte von 1896-1988 war Psychologe, Meditationslehrer und spiritueller Lehrer. Von 1937-1947 befasste er sich in Japan intensiv mit den meditativen Praktiken des Zen, die er für den westlichen Menschen erschloss. Er entwickelte auf dieser Basis die Initiatische Therapie, deren Zentrum bis heute Todtmoos-Rütte ist.
 
Monika Pfäfflin  Schülerin von Dr. Maria Hippius-Gräfin Dürckheim und Prof. Dr. Karlfried Graf Dürckheim. Seit 30 Jahren Mitarbeiterin der Existential-Psychologischen Bildungs- und Begegnungsstätte Todtmoos-Rütte, Schule für Initiatische Therapie.
Wegbegleitung und Schulung in Einzelarbeit und in Seminaren mit den Medien der Initiatischen Therapie: Geführtes Zeichnen, Arbeit mit Farbe, Collage, Tonerde, Traumarbeit, Leibübung und Gespräch. Psychotherapeutische Heilpraktikerin, verheiratet, drei Kinder.
 
>> Veröffentlichungen:
"Die Collage" in Gestern-Heute-Morgen Heft 3/1990
"Urformen im Individuationsprozeß" in Gestern-Heute-Morgen Heft 5/1991
"Weltinnenraum - Der Mensch als Grenzgänger" in Studien aus der Existential-psychologischen Bildungs- und Begegnungsstätte Todtmoos-Rütte Band 8/2001
„Alchemie und Individuationsprozess“ und „Immanente Transzendenz als Erfahrung“ in „Platonische Akademie, eine Hommage an Dr. Maria Hippius-Gräfin Dürckheim“, Studienreihe zur Analytischen Psychologie, Band 3

 

 

Samstag, 12. April 2014

"Innere Arbeit und Christus-Begegnung"

Leitung: Dr. Sebastian Niklaus

Das für Samstag, den 12. April, angekündigte Seminar "Innere Arbeit und Christus-Begegnung" von Sebastian Niklaus wurde verschoben.

 

 

Samstag, 01. März 2014, 20 Uhr

„Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Ernährungslehre“

Referentin: Dr. med. Jin Wenglorz

 

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:

Während China inzwischen vieles vom Westen übernommen hat und eine rasante ökonomisch-technologische Entwicklung aufweist, kann man umgekehrt beobachten, dass im Westen ein großes Interesse an chinesischer Philosophie und Heilwissen besteht. Insofern beide Kulturkreise voneinander lernen, lässt sich hoffen, dass hierdurch auch etwaige Einseitigkeiten ausgeglichen werden. So gesehen lässt sich ebenfalls von einer sinnvollen Ergänzung „unserer“ Schulmedizin durch die Traditionelle Chinesische Medizin sprechen. Letztere baut auf einem über Jahrtausende entwickelten und in der Praxis erprobten Erfahrungswissen auf. Um den Hintergrund und die Arbeitsweise der TCM zu vermitteln, bot die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. am 3. März eine fachlich fundierte Informationsveranstaltung an, die auch das Gebiet der Ernährungslehre umfasste.

Referentin war die in Peking geborene Dr. Jin Wenglorz. Sie wirkt in Lörrach als Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Team der Praxis Dr. Bruder mit und ist außerdem Leiterin des im Aufbau befindlichen Zentrums für Komplementärmedizin am Kreiskrankenhaus . Sie beschrieb zu Beginn den ganzheitlichen Ansatz der TCM, worunter sie ein ideales medizinisches Konzept verstand, das auf die Persönlichkeit des Einzelnen abgestimmt ist, dessen Lebensweise und aktuelle Situation in Gesprächen erfasst wird. Die TCM begreife den Körper als komplexes System und besitze in vielfacher Hinsicht einen präventiven Charakter. Der Referentin lag daran herauszustreichen, dass deren Konzept keinen „verschwommen-mystischen“ Charakter besitzt, sondern nach klaren Kriterien in der Diagnose und Therapie arbeitet. Zwar könne nicht alles in den Kategorien der westlichen akademischen Medizin erklärt werden, aber die Wirksamkeit erweise sich in der Praxis. Und letztlich, so Wenglorz, vertrete sie generell, auch gegenüber anderen, von den Anwesenden in die Diskussion eingebrachten Formen der Behandlung, die Auffassung  „Wer heilt, hat Recht.“

Wenglorz wählte einleitend zum Vergleich das Fallbeispiel eines europäischen und eines chinesischen Paares, dessen Kinderwunsch sich noch nicht erfüllt hat. Daran konnte sie die „sanftere“ Vorgehensweise der TCM anschaulich machen, aber auch beschreiben,  wie sich die jeweils angewandten Methoden kombinieren ließen. Hierauf aufbauend skizzierte sie die unterschiedlichen Behandlungsmethoden, die in der TCM hauptsächlich angewendet werden. Dazu zählen die Anwendung von Naturheilmitteln, in der Regel Kräutermischungen, die der Patient sich selbst als Tee zubereiten könne und die über einen längeren Zeitraum ihre Wirkung entfalten. In China verwende man hierfür rund 500 verschiedene Pflanzen. Die Referentin zeigte in ihrer Power-Point-Präsentation das Bild einer typische chinesische Apotheke, in der man diese Zutaten mischt. In Europa stünden aktuell leider nur 300 Pflanzen zur Verfügung, was das Erstellen des individuell „richtigen“ Heilmittels oft erschwere. Hintergrund sei, dass man hierzulande die Schadstoffbelastung chinesischer Pflanzen fürchte und deshalb nur auf in unseren Gegenden gewachsene zurückgreife. Allerdings, so Wenglorz, hätten groß angelegte Untersuchungen in China keinen Hinweis auf eine durch Schadstoffe verursachte schädliche Auswirkung der Phytotherapeutika auf die Leber ergeben. Vielleicht müsse man in der Diskussion darüber auch bedenken, dass es nicht im Interesse der Pharmaindustrie liegen könne, wenn Menschen die Möglichkeit zur Verfügung stehe, sich durch Pflanzen auf einfache und gesunde Art zu heilen. Gegenwärtig prüfe man, ob sich auch Granulate anwenden ließen. Außer Pflanzen, würden in der TCM in geringerer Zahl noch tierische und mineralische Substanzen verwendet. 

Eine weitere Behandlungsmethode der TCM sei die Akupunktur, also das Setzen von Nadeln auf bestimmten Punkten der Meridiane (Energiebahnen) des Körpers, wodurch positiv auf die Funktionsfähigkeit der jeweiligen Organe eingewirkt werden könne.  Ein besonderes Gebiet sei hierbei die Ohrakpunktur, in der das Ohr als in Entsprechung zum menschlichen Körper stehend betrachtet wird – es gleiche einem umgekehrten Embryo. Als eine mildere Form gegenüber dem Setzen von Nadeln beschrieb sie das Aufkleben von Samen auf die jeweiligen Punkte am Ohr. Verwandt mit diesen Methoden sei auch die Moxibustion (= das Erwärmen von Akupunkturpunkten und Meridianen mit getrockneten Heilkräuterblättern), die es im vierten Stock des Kreiskrankenhauses oft charakteristisch duften lasse, und die Akupressur. Außerdem stünden den Therapeuten die Tuina-Massage und Heilgymnastikübungen (QiGong und Tajiquan) zur Verfügung, die das ungehinderte Fließen der Lebensenergie (Qi) fördern, sowie das Schröpfen als Ausleiten der Verspannungen verursachenden Kälte.

Der präventive Charakter der chinesischen Medizin wurde vor allem in der Ernährungslehre angesprochen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass den Nahrungsmitteln die Qualitäten „warm“ und „kalt“ zugeordnet werden, so dass man durch die alltäglichen Lebensmittel auf ein im Körper möglicherweise bestehendes, diesbezügliches Ungleichgewicht einwirken könne. Da gegenwärtig schon der Frühling vor der Tür steht, zeigte Wenglorz auf, welche Ernährung und Verhaltensweisen gemäß der TCM in dieser Jahreszeit allgemein besonders zu empfehlen seien. Hierbei bezog sie die chinesische 5-Elementen-Lehre mit ein, wonach den Elementen (Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde) bestimmte Organe und (Tages-)Zeiten zugeordnet sind, woraus sich die Vorstellung einer Organuhr ableitet. Sie konzentrierte sich in diesem Kontext besonders auf die Leber und sprach speziell auch Heildiäten an. Anders als das im Vergleich hierzu „radikale“ und nur unter gewissen Bedingungen zu erfüllende Fasten, gehe man in der TCM sanfter vor und orientiere sich zunächst an den Essgewohnheiten des Patienten, die man dann schrittweise zu modifizieren suche.

Die Anwesenden bekamen einen Eindruck davon, über welch großes Wissen ein in der TCM ausgebildeter Arzt verfügen muss, das einem Patienten in wenigen Worten oft nicht zu vermitteln ist. Leider, so Wenglorz, werde die TCM von den gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nur teilweise übernommen, allerdings seien die Kosten nicht übermäßig teuer. 10 komplette Sitzungen würden sich auf ca. 490,– EUR belaufen. Es steht zu hoffen, dass sich hieran – auch durch das Bekannterwerden der TCM – etwas ändert. Der Referentin selbst verstand ihren Vortrag in diesem Sinne als Aufgabe, die zu ihrem Arztberuf gehört und als eine Erweiterung des Dienstes am Patienten.

Infos: www.tcm-gesundheit.de

 

Informationen

Wir leben heute in der erfreulichen Situation, dass wir die Errungenschaften unserer westlichen Schulmedizin mit dem jahrtausendealten Wissen der traditionellen östlichen Medizin verbinden können. In China, wo das Gesundheitsbewusstsein stark ausgeprägt ist, legt man besonderen Wert auf Prävention und setzt beispielsweise auch bei der Ernährung an. In dem Vortrag wird es darum gehen, inwieweit sich die Kenntnisse und Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin im Alltag ganz praktisch anwenden lassen.

Dr. med. Jin Wenglorz ist Leiterin des Zentrums für Komplementärmedizin am Kreiskrankenhaus Lörrach, wirkt als Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Team der Praxis Dr. Bruder mit und verfügt über das Akupunkturdiplom.

Infos:  http://www.klinloe.de/medizinische-fachbereiche/traditionelle-chinesische-medizin.html

 

 

 

Dienstag, 25. Februar 2014, 20 Uhr

„Zwischenwelten – Erlebnisse mit Verstorbenen und geistigen Wesen“

Referent: Anton Styger

 

Copyright by Björn Steiert

Bericht:

Auf starkes Interesse stieß ein Vortrag des Schweizers Autors Anton Styger am 25. Februar in der Kulturwerkstatt. Am Nachmittag in Lörrach angekommen, hatte er schon einige „Einzeltermine“ hinter sich, als er am Abend vor vollem Haus im Rahmen der rund dreistündigen Veranstaltung über seine Erfahrungen mit den sogenannten Zwischenwelten sprach, was er auf ebenso einfühlsame wie kernig-bodenständige Weise tat. Der Begriff „Zwischenwelten“ will darauf aufmerksam machen, dass es nicht nur die materielle Welt gibt (wie es das größtenteils noch vorherrschenden Paradigma postuliert),  sondern viele sich durchdringende Wirklichkeitsebenen – vereinfacht gesagt eine physische, eine seelische und eine geistige Ebene. So gesehen sollte man auch nicht von einem strikt vom „Diesseits“ getrennten  „Jenseits“ sprechen, da es die unterschiedlichsten Formen der Interaktion und Kommunikation zwischen diesen ineinanderwirkenden Bereichen gibt.

Für Styger, der sich als von Kindheit an Hellsichtigen beschreibt, sind spirituelle Phänomene kein Gegenstand der Diskussion, sondern alltäglich und allnächtlich erlebte Tatsache. Und offenbar sind sie auch weit verbreiteter als es den Anschein hat – man traue sich schlichtweg oft nicht, darüber zu sprechen. Um die tausend Ratsuchende würden manchmal pro Tag versuchen, ihn zu kontaktieren, etwa aufgrund von Problemen mit angeblich belasteten Häusern. Hierbei könne er allein aus Zeitgründen nur auf einen Teil der Anfragen eingehen.

Vor diesem Hintergrund schöpfte Styger aus einer Fülle an anonymisiert wiedergegebenen Fallbeispielen, um den Zuhörern zu beschreiben, wie unterschiedlich die Arten des Sterbens sein können, je nachdem in welcher Haltung jemand in den Tod gehe. Man brauche keine Angst zu haben, vor dem, was einen erwarte. Doch viele Verstorbene würden gar nicht begreifen, dass sie tot seien und entsprechend Orientierung benötigen. Oft blieben sie mit ihrem alten Lebensumfeld verbunden. Bei vielen Hausbesuchen habe er noch die Seelen der Verschiedenen angetroffen, etwa noch an den alte Betten haftend, in denen der Tod erfolgt sei, oder „mechanisch“ früheren Tätigkeiten nachgehend. Die Änderung ihres Zustands sei ihnen völlig entgangen oder unbegreiflich. Hier sei die direkte Ansprache mit Nennung der aktuellen Jahreszahl oft hilfreich. Man solle die Verstorbenen dann nicht einfach verbal „ins Licht“ schicken, denn unter einem solchen abstrakten Begriff könne man sich nichts Rechtes vorstellen, sondern eher vom schönsten denkbaren Ort sprechen. Ein Sonderfall, den man vielfach nicht berücksichtige, sei, dass auch die Seelen verstorbener Tiere (etwa in der Nähe eines Schlachthauses) „unerlöst“ zurückblieben. Kinder würden diese oft noch am ehesten wahrnehmen. Gleiches gelte für die Gegenwart der Verstorbenen, die ihrerseits deren Nähe suchten, oder geistige Wesen.  Hieraus resultierten vielmals die Ängste im Dunkeln vor dem Einschlafen.

Unerklärliche Verhaltensweisen bei Erwachsenen und Kindern, aber auch das Auftreten von Krankheiten könne seine Ursache im Geistigen oder in einem früheren Leben haben. Häufig seien Menschen beeinflusst oder „besetzt“ von Geistwesen beziehungsweise Verstorbenen, ohne es zu bemerken. Psychologen wüssten dann meist nicht weiter. Aus seiner Erfahrung konnte Styger beschreiben, auf welch einfache Art in solchen Fällen eine Heilung erfolgen könne durch Sprechen eines Gebetes beziehungsweise Ausführen eines Rituals, in welchem er die höchste Kraft anrufe, den Heiland Jesus Christus; in seinem Vortrag bezog sich Styger denn auch wiederholt auf Aussprüche Christi, wie sie sich in dem durch das „innere Wort“ vermittelten Aufzeichnungen Jakob Lorbers finden . Im Umgang mit negativ wirkenden Wesen sei eine klare, eindeutige Willenshaltung nötig. Krankheiten wiederum hingen, so der Referent, häufig mit einem früheren  Leben zusammen, in dem man – in entsprechendem Alter – an den entsprechenden Symptomen gelitten, die Ursache aber nicht habe auflösen können. Auch Phobien ließen sich durch Erfahrungen in vergangenen Erdenleben deuten. Hier habe man einen konkreten Ansatz, um sie zu überwinden. Styger gehe dann so vor, dass er die Menschen in Situationen führe, in denen er sie mit ihrer Angst konfrontiere und dann wiederum durch ein Gebet oder Ritual davon befreie. Zum Punkt der Reinkarnation flocht Styger Erzählungen selbst erlebter Beispiele ein, in denen Kinder sich an ihre früheren Leben erinnerten, und erwähnte ein Filmprojekt, das ähnliche Fälle dokumentiere.

Styger präsentierte den Anwesenden zum Abschluss des ersten Teils seines Vortrags Fotos, die aus seiner Sicht Erscheinungen aus dem seelisch-geistigen Bereich zeigten. Offensichtlich sei es unter bestimmten Umständen möglich, dass diese sich für einen Sekundenbruchteil manifestieren. Eine Kamera könne diesen Augenblick wohl festhalten, während er der Aufmerksamkeit des menschlichen Bewusstseins oft entgehe. So fand er in einzelnen Aufnahmen elementarische beziehungsweise geistige Wesen unterschiedlicher Qualität, Ungeborene oder Verstorbene wieder. Das entsprechende Bildmaterial konnten die Anwesenden in der Pause näher begutachten.

Im zweiten Teil lag es dem Referenten vor allen Dingen daran, einen aufbauenden Appell an die Menschen zu richten, der im Wesentlichen zum Inhalt hatte, sich nicht an äußeren Autoritäten oder Mehrheitsmeinungen zu orientieren. Es bedürfe keines Mittlers – keiner Institution und keines Gurus – zwischen dem eigenen Ich und der geistigen Welt. Die Verbindung könne unmittelbar hergestellt werden und bedürfe nicht einmal eines besonderen Ortes – oft seien sogar gerade Kirchen besonders belastet durch die Fülle der vielen, dort abgeladenen negativen Emotionen und Schuldgefühle. Indem Styger diese Gedanken vortrug, wurde deutlich, wie er sich von vielen in der esoterischen Szene anzutreffenden Lehrern unterschied. Ihm gehe es darum, auch von sich nicht abhängig zu machen, sondern die Menschen zum selbstständigen Beschreiten ihres Weges zu ermutigen. Jeder vermöge dasselbe zu vollbringen wie er – als Hilfestellung könne man dabei die von Styger entwickelten Rituale und Gebete anwenden. Wichtig sei es grundsätzlich, in einer Haltung der Dankbarkeit zu leben und sich gegenüber Gott nicht mit dem Bild eines um Almosen bettelnden Sünders zu identifizieren. Diese bewusst praktizierte Lebenseinstellung würde bewirken, dass sich die guten Begegnungen und Erlebnisse immer weiter mehren. Um dem Publikum auch in diesem Sinne einen Impuls mit auf den Weg zu geben, führte der Referent auf vielfache Bitte zum Abschluss ein langes Gebet mit den Anwesenden durch, bei dem er ohne Abzusetzen mit großer Intensität sprach. Beim Beten sei es wichtig, dass dies in der richtigen inneren Haltung geschehe, bemerkte Styger.  Ein bloßes Herunterleiern von Worten sei kraftlos.

Nach dem Ende des Vortrags traten noch viele Einzelne mit Fragen an den Referenten heran.  

 

Informationen:

Anton Styger lebt in der Zentralschweiz im Ägerital im Kanton Zug, wo er 1947 geboren wurde. In seiner erfolgreichen, mehrbändigen Publikation „Zwischenwelten“ berichtet er, wie die ihm von Kindheit an zueigene Hellsichtigkeit sein Leben prägte. Er schildert vielfältige Erlebnisse mit der geistigen Welt und stellt dem Leser Meditationen sowie Anleitungen für praktische Übungen und Gebete vor.

Styger, gelernter Architekt und Baubiologe, untersucht seit Jahrzehnten alle Arten von Gebäuden wie Wohnhäuser, Kliniken und Tierställe auf geomantische und elektrotechnische Störzonen. Dabei stößt er oft auf schwerwiegende Fremdenergien und Wesen, die feinfühlige Menschen, Kinder wie Erwachsene, sehr belasten können. „Ich wurde mit unzähligen rätselhaften Phänomenen und absurden Vorkommnissen konfrontiert“, bemerkt Styger.

Inzwischen kann er sich vollumfänglich der spirituellen Lebensberatung widmen. Seine Klientel besteht vielfach aus therapieresistenten, von den Ärzten bereits aufgegebenen Menschen. In Seminaren, Meditationstagen und Vorträgen für Firmen, Messen, Verbände und Privatpersonen bietet Anton Styger seine breite Erfahrung in spiritueller Heilung zum Anfassen an.

Infos:

www.antonstyger.ch

www.styger-verlag.ch (Bücher, CDs und Links zu You-Tube-Videos)

www.geobiologie.ch

 

 

Samstag, 30. November 2013, 20 Uhr

Orte der Kraft und die Erdtöne auf dem Buschberg

Referent: Lucius Werthmüller

 

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:

Lucius Wertmüller, Präsident des PSI-Vereins Basel, war zum zweiten Mal in der Kulturwerkstatt zu Gast und referierte über Orte der Kraft. Zunächst entwickelte er dabei praktikable Kategorien, um diese einzuteilen.So könne man beispielsweise jene zusammenfassen, die durch ihre natürlichen Gegebenheiten als solche anzusehen seien und als Energiepunkte oder -zentren auf den Meridianen der Landschaft betrachtet werden könnten, analog dem Modell der Akupunktur und in Übereinstimmung mit einem Weltbild, das die Erde als Lebewesen begreift. Viele sakrale Bauten seien an solchen Plätzen errichtet worden, an denen eine größere Durchlässigkeit zu den seelisch-geistigen Erfahrungsbereichen gegeben sei. Als weitere Fälle behandelte Werthmüller von Menschen geschaffene Kraftorte und solche Stätten, die durch das Wirken Heiliger ihre Bedeutung erlangten. Als Beispiel für einen Ort der Kraft behandelte er ausführlicher die nach der Künstlerin und Heilpraktikerin Emma Kunz benannte Grotte in Würenlos bei Zürich (siehe www.emma-kunz.com) und Glastonbury in England, das mit der Grals- und Artussage eng verküpft ist und er persönlich als sehr starken Kraftort erlebt habe. Auch auf für ganze religiöse Strömungen bedeutsame, heilige Orte, wie den Berg Kailash in Asien oder Lourdes in Frankreich kam er zu sprechen. Ihm erscheine die Herangehensweise des Geomanten Marco Pogacnik richtig, der auch als Schöpfers der slowenischen Flagge bekannt wurde. Dieser nähere sich den Orten sehr intuitiv und habe im Übrigen als Landschaftsheiler und durch die von ihm geschaffene Lithopunktur nachweisliche Erfolge vorzuweisen (so etwa die Heilung des Schlossparks Türnich). Demgegenüber erlebe er die Methode, die Qualität von Kraftorten in Bovis-Einheiten zu messen als weniger geeignet. Sie quantifiziere und führe so im schlimmsten Fall zu einem Wettbewerb nach dem Motto "Mein Kraftort ist stärker als Deiner." Dagegen gehe es darum, sich innerlich auf einen Ort einzulassen. Er könne so auch eine ganz individuell persönliche Bedeutung für den einzelnen Menschen gewinnen, sei es etwa als ein Plätzchen im eigenen Garten oder der eigenen Wohnung. Als erfreulich sehe er es an , dass man heute der Geomantie unbefangen begegnen könne. Früher sei dies schwieriger gewesen, da sich auch die Nationalsozialisten mit diesem Thema befasst und versucht hätten, es für ihre Zwecke zu missbrauchen. Dies habe noch der Geomant Jens-Marin Möller so erfahren.

Ein besonderes akustisches Phänomen, das sich an einem Kraftort zutrug, wurde den Anwesenden mittels der sogenannten Naturschallakustik hörbar gemacht (Infos: http://www.ohland-medizintechnik.de/Naturschall-Akustik-System-T.809.0.html) Der englische Heiler Geoff Boltwood, von dessen Fähigkeiten Werthmüller sich überzeugen konnte, führte eine Gruppe von Menschen an einen Ort in der Schweiz, an dem sich bei einer gemeinsamen Meditation vier hochfrequente Töne manifestierten und aufgezeichnet wurden. Laut Geoff, der sich hier auf seine ihn schon seit langer Zeit führende innere Stimme berief, seien "an mehreren Stellen auf unserem Planeten vor langer Zeit Energien und Informationen eingeschlossen und versiegelt worden sein. Diese sollen jetzt wieder freigesetzt werden und ein kraftvolles Netzwerk zur Unterstützung der Evolution des menschlichen Bewusstseins bilden." (http://www.bpv.ch/content/texte/diverse-buschberg.html) In Glastonbury sei dies schon im Mai 1993 geschehen. Damals hätten sich acht ebenfalls hochfrequente Töne gezeigt, die allerdings unter schlechteren Bedingungen aufgenommen wurden. Am Buschberg sei das Ereignis am 21. November 1994 unter Zeugen eingetreten und schließlich durch die Schweizer Medien bekannt geworden. Werthmüller selbst habe die Töne als außerordentlich intensiv in ihrer Wirkung und Nachwirkung auf ihn erlebt, bis ins Physische hinein. Allerdings sei er sich nicht sicher, ob in den Tönen selbst das Wesentliche liege ode rob diese nicht nur ein Nebenprodukt gewesen seien. Man empfinde sie, wie die Erfahrungen zeigten, oft keineswegs als angenehm (es sei denn, wenn man sie hinuntertransponiere, wordurch sie einen sphärischen Charakter annehmen würden, was Wertmüller auch demonstrierte). Möglicherweise liege dies daran, dass durch die durch sie ausgelösten Energieströme gerade die Stellen im Körper, an denen Energieblockaden vorliegen, bewusst würden. Laut dem Musikprofessor Wolfgang Stroh müsse festgehalten werden, dass „die Töne aus akustischer Perspektive sehr ungewöhnlich sind und ich noch nicht sagen kann, ob derartige Töne überhaupt ‚natürlich’ erzeugt werden können. ‚Unnatürlich’ gibt es solche Klänge in elektronischen Effektgeräten, aber dort klingen sie anders.“ (Quelle: zitierte Homepage) Und der Psychologe und Physiker Günter Haffelder stellte mittels der von ihm entwickelten EEG-Spektralanalyse fest, dass die Wirkungen der Klänge bei allen Versuchspersonen Hirnstrommuster hervorbrachten, die auf einen veränderten Bewusstseinszustand schliessen lassen. Weiterer spekulativer Deutungen wollte Wertmüller sich weitgehend enthalten, verwies aber noch auf einige interessante Aspekte, so die Ähnlichkeit des dritten Klanges mit einem tibetischen Horn. Positiv schilderte er die Neugier und Aufgeschlossenheit, die ihm in diesem Zusammenhang auch vor Ort unter den Menschen begegnet sei. Inzwischen sei die dort vormals stark punktuell konzentrierte Energie in einem größeren Radius zu spüren. Auch von weiteren, versiegelten Orten dieser Art sprach Wertmüller.

Einer der Anwesenden äußerte zum Ende, er habe nun die Empfindung, es sei angemessen, nach diesem akustischen Erlebnis, den Referenten mit einem "stillen" Applaus zu bedenken.

Am 17. Mai 2014 wird Guntram Stoehr über das verwandte Thema "Geomantische Landschaftsphänomene und Baumwuchsformen" sprechen.

 

Informationen:

Einleitend führt der Referent in die alte Wissenschaft der Geomantie ein. Diese erforscht die Energieströme und -zentren der Erde und das Wesen der Naturkräfte. Er erzählt die Geschichte der «Öffnung» des Erdenergiezentrums auf dem Buschberg. Dort manifestierten sich bei der gemeinsamen Meditation einer Gruppe vier hochfrequente Töne, die von Lucius Werthmüller aufgezeichnet wurden. Diese wurden von einem Musikprofessor analysiert und als «äusserst ungewöhnlich» bezeichnet. Diese Töne haben eine tiefgreifende Wirkung und können als Hilfsmittel zur Erweiterung des Bewusstseins eingesetzt werden. Der Physiker Dr. Günther Haffelder hat festgestellt, dass sich die Gehirnstrommuster von Personen während des Anhörens der Töne stark verändern. In einer längeren geführten Meditation verwendet Werthmüller die Klänge als Hilfsmittel.

Lucius Werthmüller, geboren 1958, setzt sich seit über 25 Jahren intensiv mit allen Grenzgebieten auseinander. Zu seinen bevorzugten Themen gehören die Erforschung biologischer Energien, des Geistigen Heilens und veränderter Bewusstseinszustände. Er ist seit 1991 Präsident des «Basler Psi-Vereins». Im Jahr 1994 stiess er als Programmgestalter zum Team der «Basler Psi-Tage» und war von 1999 bis 2007 deren Projektleiter. Im Jahre 2000 erhielt er den Preis der «Schweizerischen Stiftung für Parapsychologie». Er ist Stiftungsrat der Gaia Media Stiftung und war Projektleiter des internationalen Symposiums «LSD – Sorgenkind und Wunderdroge», das 2006 anlässlich des 100. Geburtstags von Dr. Albert Hofmann in Basel stattfand sowie des Welt Psychedelik Forums 2008. Zusammen mit Dieter Hagenbach veröffentlichte er 2011 Albert Hofmann und sein LSD, eine Biografie des LSD-Entdeckers Albert Hofmann – verwoben mit der Geschichte seiner bekanntesten Entdeckung. Neben anderen Aktivitäten betreibt er ein spezialisiertes Buchantiquariat. Lucius Werthmüller ist Vater dreier erwachsener Söhne und lebt mit seiner Partnerin Sabin Sütterlin in Basel.

 

 

Generalversammlung 24.11.2013

 

Generalversammlung Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. (Lörrach)  / Veranstaltungen zu spirituellen Themen


Lörrach. Bei der diesjährigen Generalsversammlung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.  bot Vorstand Björn Steiert zunächst einen Überblick über das Veranstaltungsjahr 2013.
Es referierten:  Daniela Salg (Lebensharmonie für Mensch & Tier – Energiearbeit unter Anwendung von Farben und Tierkommunikation), Dr. Michael Nahm  (Terminale Geistesklarheit und andere ungewöhnliche Phänomene in Todesnähe), Gerhard Klügl (Aurachirurgie – ein Weg des medialen Heilens), Prof. Dietrich Murswieck („Euro-Rettung" – ohne demokratische Legitimation?), Catharina Barker (Hieronymus Boschs „Der Garten der himmlischen Freuden“. Eine rosenkreuzerische Darstellung der geistigen Welt), Dr. med. Daphne von Boch (Was kann man heute noch essen?), Sam Hess (Naturwesen in unserer Zeit – Natur, die andere Begegnung) sowie Lucius Werthmüller (Orte der Kraft und die Erdtöne auf dem Buschberg)

Bevor man im Programm fortfuhr, wurde Gisela Seiß‘ gedacht, die – geboren am 26. März 1925 – am 25. Oktober diesen Jahres verstarb.  Sie war am 03. Oktober 2005 in den Verein eingetreten und somit langjährige Unterstützerin. Gisela Seiß wirkte als Krankenschwester, Heilpraktikerin und leistete einen maßgeblichen Beitrag für den Aufbau der heilpädagogischen Bewegung namens Camphill in Deutschland . Diejenigen, die sie kannten, haben ihr herzliches Wesen in bester Erinnerung. 

Der Vorstand wurde anschließend einstimmig entlastet und in seinen Ämtern bestätigt. Damit ist die Zuständigkeit unverändert: Kultur-Vorstand: Björn Steiert (Stellvertr. Cornelia Steiert), Rechts-Vorstand: Claus Steiert (Stellvertr. Isolde Krauss), Wirtschafts-Vorstand: Knud Johannsen (Stellvertr. Karin Suyter). Neu besetzt wurde – nach ebenfalls einstimmiger Wahl – das Amt der Mediatorin mit der Sozialpädagogin Friederike Krauss.

Die Mitgliedsbeitragshöhe liegt weiterhin bei 5 Euro monatlich. Es wurde betont, wie wichtig es perspektivisch sei, neue Mitglieder zu gewinnen, da deren Beiträge die Basis für die kontinuierliche Arbeit darstellen. So gelte es, diejenigen gezielt anzusprechen, denen die Existenz und die Weiterentwicklung eines Forums für authentische und seriöse Spiritualität am Herzen liegen – zumal vor dem Hintergrund, dass unser Zeit eines solchen Freiraums bedürfe, in dem man Themen pflegen könne, die sonst oft an den Rand gedrängt würden, obwohl sie eine entscheidende Relevanz für das Leben und Handeln in der Welt besitzen.
Die Versammlung wurde mit einem Ausblick auf die Termine für 2014 beschlossen. So wird unter anderem der in der Schweiz bekannt gewordene Autor Anton Styger („Zwischenwelten“) über seine konkreten geistigen Erfahrungen mit Verstorbenen und spirituellen Wesen sprechen (25. Februar).

 

 

Samstag, 12.10.2013, 20 Uhr

Vortrag: Naturwesen in unserer Zeit - Natur, die andere Begegnung

Referent: Sam Hess

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:


Sam Hess, der aus dem Fernsehen bekannte Schweizer Jenseitsforscher, sprach in der Kulturwerkstatt über das Thema „Naturwesen in unserer Zeit – Natur die andere Begegnung“. Es ging ihm darum, darzulegen, dass die Welt, die sich im Märchen in Gestalten wie etwa den Zwergen, Nixen oder  Feen  ausdrückt, nur bedingt eine der Phantasie ist. Denn hinter diesen Bildern stehen seiner Auffassung nach durchaus reale Wesenheiten, die ihren Sinn im Ganzen der Natur besitzen, aber den körperlichen Sinnen nicht wahrnehmbar sind. Jedoch gebe es Wege, von deren Existenz zu erfahren, die dem Bewusstsein der modernen Zivilisationsmenschen leider entschwunden sei und ihm sogar befremdlich erscheine.  Im Verlauf des Vortrags wurde deutlich, dass auch diese Bereiche gemäß eines umfassenderen ökologischen Denkens berücksichtigt werden müssten.

Hess erklärte den Anwesenden, es sei ihm gleich, ob sie ihm glauben würden oder nicht. Er wolle einfach authentisch von dem sprechen, was er – unter anderem in seiner Tätigkeit als Förster – selbst erlebt habe.  So habe er schon lange vor der Wissenschaft erkannt, dass die Bäume untereinander über ihre Wurzeln kommunizieren. Erst heute sei dies auch der Kenntnisstand der akademischen Forscher. Dieses Beispiel sollte vermitteln, dass man sich in seinen Auffassungen nicht von dem – oft sehr veränderlichen – Aussagen der Wissenschaft abhängig machen, sondern durchaus auch der eigenen Erfahrung und darüber hinaus dem über Jahrtausende überlieferten Wissen vertrauen dürfe. 

Der Referent charakterisierte die Welt der Naturgeister skizzenhaft, indem er  sie als eine von Leben erfüllte beschrieb. Es herrsche dort kein lineares Zeitbewusstsein, vielmehr eine Art des „endlosen Zeiterlebens“, wovon auch der Mensch berührt werden könne, wenn er sich darauf einlasse, was dann mitunter Phänomene wie einen unerklärlichen „Verlust“ von Stunden nach sich ziehe. Die Naturgeister seien gegliedert in hierarchische Gruppen mit klarer Aufgabenbestimmung, wobei sie allerdings durchaus „lebendig“ ineinander wirkten. Ihre Tätigkeit sei von großer Demut gegenüber dem, was da ist – der Schöpfung – erfüllt. Um zur Verbindung mit diesen Bereichen zu gelangen, benötige man Offenheit, Liebe und Aufmerksamkeit.  Musik, etwa Flötenspiel, würden die Naturgeister sehr lieben.
Hess orientierte sich an der Überlieferung, indem er Feuer-, Luft-, Wasser- und Erdwesen unterschied. Weiter differenzierte er zwischen Elementarwesen (zum Beispiel als Geister eines Ortes, etwa eines Sees) sowie den Feen und Elfen.  In der mit anderen Sehern übereinstimmenden Definition von Hess haben die sehr individuell beschaffenen Feen in ihrer imaginativen Erscheinung keine Flügel, im Unterschied zu den Elfen.  Zu den Zwergen und Kobolden wusste er zu berichten, dass sie durchaus Humor besitzen und Schabernack mit dem Menschen treiben würden – was zugleich eine Form des Auf-sich-aufmerksam-Machens beziehungsweise eine Aufforderung der Zusammenarbeit sein könne.  Zwar würden sie keine Gegenstände entwenden, wie es in Märchen heiße, wohl aber sei es ihnen möglich, den Sehsinn des Menschen zu manipulieren, so dass etwas, was eigentlich vorhanden ist, verschwunden zu sein scheine. Es sei gut, durchaus konkret mit diesen Wesen umzugehen, dann sei es möglich, sich gut mit ihnen zu verständigen. So bräuchten etwa die Menschen, die sich in dunklen Räumen fürchten, vor den dort unter Umständen anzutreffenden Dunkelwesen keine Angst zu haben und könnten eine Veränderung der Atmosphäre bei direkter Ansprache bemerken. Naturgeister würden dem Menschen nicht schaden – es sei denn, er füge den von ihnen behüteten Orten oder Geschöpfen aus Boshaftigkeit oder Achtlosigkeit Übles zu.
Auch die Baumgeister – die ältesten Naturwesen – und Pflanzendevas, wie sie etwa der Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl  in seinen beliebten Büchern beschreibt , fanden Erwähnung. Um mit einem Baumgeist Kontakt aufzunehmen, benötige es lange Zeit, oft viele Monate, um sich auf diesen einzustimmen und entsprechende diesem innerlich ruhig zu werden. Man werde allerdings mit einem wunderbaren Erlebnis belohnt und könne dabei heilende Kräfte erfahren.  Am Beispiel eines im Raum stehenden Straußes gelber Rosen erläuterte Hess, dass Naturgeister den Bereich der irdischen Welt nicht verlassen. Verfalle etwa die Pflanze, um die sie sich gekümmert haben, würden sie in eine andere übergehen. Sie seien, so gesehen, also immer da und würden deshalb auch über eine große Weisheit verfügen, was man erfahren könne, wenn man mit ihnen spreche. So habe er von Pflanzendevas konkrete Aussagen zum Klimawandel bekommen, die allerdings schwer zu vermitteln seien.  Im Rahmen einer thematischen Exkursion erläuterte Hess, dass es besser sei, sich von Lebendigem (sprich Pflanzen) zu ernähren als von Totem, das heißt Fleisch. Nicht was der Mensch esse, sondern woher es stamme – das heiße hier: ob vom Toten oder Lebendigen – sei die wichtigere Frage. Allerdings wolle er nicht für den Vegetarismus agitieren.  Als weiteren Gesichtspunkt ergänzte er, dass Pflanzen sich – im Unterschied zu Menschen – niemals vollständig inkarnieren würden.

Der Referent gab den Anwesenden ein paar praktische Hinweise, welche Erlebnisse möglicherweise als erste Formen des Kontakts zu Naturwesen, etwa als eine Art Begrüßung, zu deuten seien; so das das an angeflogene Spinnweben erinnernde Gefühl von Berührungen an Gesicht und Haaren, wenn man durch den Wald gehe, unerklärliche akustisch-musikalische Eindrücke in der Natur, die Wahrnehmung eines merkwürdigen Flimmerns über einem Feld oder  Bewegungen von Blättern und auf dem Wasser ohne erkennbare äußere Ursache (zum Beispiel bei Windstille). In alledem könne sich die Präsenz eines Naturwesens anzeigen. Die Wahrnehmungsgegebenheiten seien je nach Tages- und Jahreszeit anders. Beispielsweise sei sie nach dem Regen in der gereinigten Atmosphäre günstig.

In der anschließenden Diskussion wurden weitere Fragen erörtert oder bereits angesprochene  vertieft; etwa ob man individuelle Beziehungen zu einzelnen Wesen aufbauen könne oder wieweit der Mensch in die Kreislaufe der Natur eingreifen solle, zum Beispiel beim Bewuchs eines Baumes mit Efeu. Sam Hess nahm hier grundsätzlich den Standpunkt ein, es sei gut, die natürlichen Prozesse möglichst ungestört ablaufen zu lassen und verwies auf die Rolle des Efeus für Vögel und Bienen. Der Mensch nehme sich oft zu viel heraus. In diesem Sinne war der gesamte Vortrag ein Appell, alle Mitgeschöpfe zu berücksichtigen.

 

Informationen:

Jedes Volk, jeder Ort kannte oder kennt seine eigenen Naturgeister.Viele Menschen, die sich heute darum bemühen, die alte Verbindung zu den Geistern und Geistwesen der Natur wiederaufzunehmen, sind daher verwirrt von der kaum überschaubaren Vielfalt der Namen und Beschreibungen. Die ganze Natur ist belebt - und die Elementargeister sind die ursprünglichsten Formen des Lebens in der Natur. Diese Wesen können mikroskopisch klein sein und einen Feuerfunken oder einen Wassertropfen beleben, aber auch gewaltige Wesenheiten sein, die einem Stern oder einem Meer seine Individualität verleihen. Sam Hess wird in seinen Darstellungen und Ausführungen die Geheimnisse dieser "unsichtbaren"  verborgenen Welt Interessierten näher bringen.

Als Kind einer Försterfamilie wuchs Sam Hess (geb. 1951)  in einem Schweizer Bergdorf auf, wo er gemäß seinen Schilderungen während seiner Kindheit zahlreiche Begegnungen mit Totengeistern erlebte. Er hatte das Glück, verständnisvolle Menschen zu finden, die ihm halfen, mit seiner besonderen Veranlagung umzugehen. In einem gemeinsam mit Pier Hänni vorgelegten Buch Wandern in zwei Welten (AT Verlag) stellt er dar, wie er auf natürliche Weise in der Tradition eines Sehers und Heilers aufwuchs und so lebt, wie diese im Alpenraum seit Menschengedenken gewirkt haben.  Auch über das Schweizer Fernsehen (Aeschbacher), Presse und Radio wurde er bekannt.
Seine Erlebnisse mit Totengeistern und ihren Zwischenwelten sowie seine Gedanken zu Diesseits und Jenseits, Leben und Tod zeigen Wege auf, wie wir diese oft verdrängten Bereiche des Lebens ohne Ängste annehmen können. Seine außergewöhnlichen Erlebnisse mit Geistwesen und ihren Zwischenwelten vermitteln beispielhaft, was Geistwesen sind, weshalb sie sich bemerkbar machen und was wir von ihnen lernen können.
Er ist seit 35 Jahren als Förster tätig und setzt seine Hellsichtigkeit vorwiegend für die Heilung von Menschen sowie zur Reinigung von Häusern und Wohnungen von unerwünschten Geistwesen ein. Er gibt Kurse und Seminare zur Numerologie, zur Mystik des Waldes, der Heilkraft der Bäume und über Naturgeister.
In der Kulturwerkstatt ist der Referent nach einer erfolgreichen Veranstaltung 2012 zum zweiten Mal zu Gast. Sein neues Buch „Verbindung in die jenseitige Welt. Der Weg der Selle zur universellen Einheit“ (ISBN: 978-3-03800-726-5)  berührt teils auch die im Vortrag behandelte Thematik.
 

 

 

Samstag, 07.09.2013, 20 Uhr

Vortrag:Was kann man heute noch essen?

Referentin: Dr. med Daphne von Boch

 

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht:

Den Menschen bewegen - so sagt der Schauspieler Woody Allan - drei Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Und was essen wir heute Abend? An die Problemstellung der letztgenannten anknüpfend, referierte Dr. med. Daphne von Boch in ihrem Vortrag in der Kulturwerkstatt Lörrach über das Thema "Gesunde Ernährung", in dem sie wiederholt auf das von ihr neu herausgegebene Buch "Was essen wir eigentlich?" ihres Lehrers Dr med. Otto
Wolf Bezug nahm.

"Warum essen wir überhaupt"?, wollte von Boch von den Anwesenden wissen, die sie oft ansprach, um sie aktiv einzubeziehen. Neben dem eher sekundären Aspekt des sinnlichen Erlebnisses ("Genussmittel") wurde meist geantwortet, dass es nötig sei zu essen, um zu leben. Das Stichwort "Leben" griff die Referentin auf, um hieran ihre Gedanken zu entwickeln. Zunächst machte sie auf den Umstand aufmerksam, dass dieses Gebiet im heutigen Medizinstudium eine viel zu geringe Aufmerksamkeit erfahre. Hinzu komme, dass sich die Folgen einer guten Ernährung erst nach längerer Zeit manifestieren würden, so dass man sie mit den gängigen kurzfristig angelegten Studien nicht erfassen könne. So habe man heute ein breites Angebot der unterschiedlichsten Diäten und Empfehlungen vorliegen. Generell tue sich die naturwissenschaftlich geprägte Forschung schwer damit, überhaupt zu verstehen, worauf es ankomme. Und dies hänge mit dem Problem des Lebens bzw. des Lebendigen zusammen. Um ein "Lebensmittel" im wahrsten Sinne des Wortes könne es sich nur handeln, wenn es auch "Leben" enthalte. Man betrachte die Nahrung oft nur äußerlich - gleichsam nach Maß, Zahl und Gewicht – und betrachte dabei die Rolle der Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette. Eine Einteilung, die - so von Boch - das Wesentliche noch gar nicht berühre, ebenso wenig wie der Aspekt der zum Beispiel durch "toten" Zucker kurzfristig zur Verfügung gestellten "Energie" (ein bezeichnender Weise der Technik entlehnter Begriff), die nicht mit dem hier gemeinten Leben gleichzusetzen sei. Benzin enthalte beispielsweise enorm viel Energie, sei aber keineswegs ein Lebensmittel ... Vielmehr gehe es um die in der Materie wirkenden Kräfte, von denen die Alchemisten früher noch gewusst hätten und die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft berücksichtigt würden. Experimente hätten gezeigt, dass die auf diese Weise erzeugten Lebensmittel einige Vorzüge auch gegenüber "nur" biologisch angebauten Produkten erzielten; die Referentin hatte auch ein paar Kostproben von Obst der nach Demeter-Kriterien arbeitenden Gärtnerei Berg (Binzen) mitgebracht. Betrachte man die Nahrungskette, so sehe man im Allgemeinen, dass sich der Mensch von Tieren und Pflanzen und die Tiere von Tieren und Pflanzen ernähren würden, um sich am Leben zu erhalten. Bei den Pflanzen wiederum sei der Vorgang der Photosynthese entscheidend, bei denen sie aus dem Licht ihre Lebenskraft bezögen. Man habe es also immer mit einer Aufnahme von Lebendigem zu tun beziehungsweise einem Prozess, in dem es nicht in erster  Linie auf die Aufnahme toter Stoffe (Mineralien) ankomme. Aus dieser Perspektive gewann die Referentin eine "Faustregel", durch die sich die Anwesenden selbst gut würden zurechtfinden können. Je näher ein Produkt dem Leben sei beziehungsweise je mehr "Leben" es enthalte, um so gesünder sei es. Hierbei freilich gebe es auch besonders zu berücksichtigende Faktoren. Rohkost könne zwar unter bestimmten Gesichtspunkten eine therapeutische Bedeutung haben, jedoch müsse der Körper zu ihrer Aufschließung mehr Kräfte aufwenden, die ihm dann für anderes fehlen würden, weshalb der Vorgang des Kochens an sich durchaus sinnvoll sei. Es komme eben auf das richtige Maß und Verhältnis an.

Für diejenigen, die die Wirkung einer an Leben gehaltvollen Nahrung selbst ausprobieren wollten, empfahl sie als einfache Maßnahme, über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen hinweg frisch feingeschrottes Korn mit Sauerrahm und Banane zu sich zu nehmen. Es würde eine allgemeine Kräftigung bewirken, am Abend 3 EL frisch fein geschrotetetes Getreide mit ungekochtem, kaltem Leitungswasser zu einem Brei zu verrühren und dann die Nacht über stehenzulassen. Dieses könne dann am Morgen mit Sauerrahm und Obst (zum Beispiel Banane) vermischt zu sich genommen werden.

Die Fragen der Anwesenden führten zu einer vertieften Behandlung einzelner Aspekte, bei denen sich zeigte, dass die Referentin sehr beweglich und detailliert auf die Anliegen eingehen konnte, indem sie konkretes Faktenmaterial (Studien, Experimente, Geschichtliches) und anthroposophische Gesichtspunkte einbezog. Sie wusste auch Sonderfälle - vermeintliche Abweichungen von den von ihr entwickelten Regeln - zu erklären und gab diverse Ratschläge ("Butter ist besser als Magarine", "Sauerrahm ist gesund", "Rapsöl ist bedenklich" ...).  Kritisch äußerte sie sich zu Vitaminprodukten wie den derzeit zunehmend konsumierten Vitamin-D-Präparaten, sofern sie in Kombination mit Kalzium propagiert werden. Man berücksichtige dabei oft nicht das Gesamtzusammenspiel im Organismus. Im Hinblick auf die spirituelle Entwicklung meinte sie, dass diese natürlich nicht durch die Ernährung herbeigeführt werden könne. Ihr liege ein Willensentschluss und ein aktives Streben zugrunde. Sehr wohl aber könne eine falsche Ernährung diese Entwicklung erschweren, denn Körper, Seele und Geist bilden letztlich eine Einheit. Die Grundtendenz ihres Vortrags brachte sie in von Angelus Silesius im 17. Jahrhundert verfassten Versen zum Ausdruck:

Das Brot ernährt dich nicht:
Was dich im Brote speist;
Ist Gottes ew´ges Wort,
Ist Leben und ist Geist.

Informationen:

Auf keinem Gebiet der Wissenschaft gibt es so viele Widersprüche wie auf dem der Ernährung. Soll man "100 g Fleisch pro Tag" essen, oder ist vegetarisch gesünder?
Soll man alles roh essen, denn "kein Tier kocht seine Nahrung", oder soll man Gekochtes essen, weil rohe Nahrung den Stoffwechsel belastet. Ist Butter schlecht oder Margarine?  "Das sicherste Nahrungsmittel ist Wasser-", sagte der Humorist Mark Twain, " in mäßigen Mengen genossen." Dies Kann man heute nicht mehr sagen ...
 
Wie kann man beurteilen, ob ein Nahrungsmittel gesund ist oder nicht?. Ein Anfang wird im Vortrag gemacht, so dass die Teilnehmer selbst lernen, worauf es ankommt bei der Nahrung und selber beurteilen können, ob ein Nahrungsmittelgesund ist oder nicht.
 
Zuletzt ist auch zu bedenken, dass die Nahrung nicht nur für unseren Körper eine Bedeutung hat, sondern auch mit unserm Seelisch-Geistigen in Beziehung steht.
 
Dr. Daphne von Boch ist Anthroposophische Ärztin, Allgemeinärztin und Psychologin. Sie hat eine Praxis in Schopfheim, bearbeitet die Werke von Dr. Otto Wolff (unter anderem das Standard-Werk für Anthroposophische Ärzte "Das Bild des Menschen als Grundlage der Heilkunst" und ist tätig als Dozentin für Anthroposophische Medizin  im Osten und in Süd-Amerika im Rahmen der Medizinischen Sektion am Goetheanum sowie als Vorstandsmitglied des Klinisch-Therapeutischen Instituts in Arlesheim.
 
„Nun hängt die Ernährung zusammen mit unserer physischen Existenz, sie hängt zusammen mit der Art und Weise, wie unser Körper auch der Träger des Seelisch-Geistigen sein kann, und wir werden sehen […], daß diese physisch-geistige Beziehung zwischen den beiden etwas außerordentlich Grundlegendes für beide Seiten, die materielle und die spirituelle, darstellt.“ Ehrenfried Pfeiffer
 
 

 

 

Samstag, 08.06.2013, 20 Uhr

Vortrag: "Hieronymus Boschs 'Der Garten der himmlischen Freuden'. Eine rosenkreuzerische Darstellung der geistigen Welt."

Referentin: Catharina Barker

 

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Bericht

Hieronymus Bosch – ein „schauender Mensch“. Der Kreis der Religionen

Lörrach. Am 8. Juni referierte Catharina Barker in der Kulturwerkstatt über das Triptychon „Der Garten der Erkenntnis“ des holländischen Malers Hieronymus Bosch. Barker führt gegenwärtig die von Willi Seiß begründete Freie Hermetische-christliche Studenstätte am Bodensee (FHaB) sowie den Achamoth-Verlag fort, in dem bislang zwei von ihr verfasste Bücher zu diesem Thema erschienen sind. Ihr Hauptansatzpunkt besteht darin, die gemäß ihrer Anschauung rosenkreuzerischen Inhalte des Bildes zu erforschen und daran Elemente der christlichen Esoterik zu entwickeln.  Ihre Methode lässt sich als meditative Betrachtung umschreiben. So gelingt es ihr, völlig neue Sichtweisen auf Bosch einzunehmen, die in Teilen auf Clément Antoine Wertheim Aymès‘ Arbeiten aus den 50er und 60er Jahren sowie auf Willi Seiß‘ in zahlreichen Seminaren vermittelten Erkenntnissen basieren.

Bezugnehmend auf einem Artikel „Jeder zweite Westdeutsche“ glaubt an Wunder in der „Welt“ vom 16.05., verwies der Veranstalter zunächst auf die „beispiellos veränderten Weltbilder“. Demnach sei jeder vierte Deutsche inzwischen aufgeschlossen gegenüber Wunder- und Geistheilern. Rund 40 Prozent der Bevölkerung hielten etwas von Astrologie oder New Age. Mehr als die Hälfte äußerten Sympathie für Anthroposophie und Theosophie. Jeder zweite Westdeutsche glaube an Wunder, ungefähr jeder Vierte an die Wiedergeburt … Diese Zahlen würden zeigen, dass eine zunehmende Offenheit für esoterische Themen festzustellen sei. Dies sei zu begrüßen. Jedoch handle es sich oft um eine oberflächliche oder simpel konsumierbare „Wellness-Esoterik“. Dagegen erfordere es eine intensive Auseinandersetzung mit der Materie, um tiefer erlebend in diese Bereiche einzutreten. Und dies habe Barker anhand des behandelten Bildes geleistet. 

Die derart gewürdigte Referentin  ging zunächst auf die historische Situation zu Boschs Zeit ein. Der Maler sei „ein schauender Mensch“ gewesen.  Wie andere im Norden angesiedelte Maler habe er auch das Böse in seinen Werken zur Darstellung gebracht. Die Auseinandersetzung und die Verwandlung desselben wurden als christliche Motive evident. Um der Inquisition zu entgehen, habe Bosch sein Wissen in Bilder hineingeheimnist – mit der Ironie, dass sogar ein Hauptbetreiber der Inquisition, Philipp II von Spanien, ihn unterstützt habe. Er stehe am Ausklang einer Zeit, in der die Gelehrten meist noch Kenntnis vom hermetischen Geheimwissen und dessen Lehre über den „Sonnengott“ (Christus), der sich mit der Erde verbunden habe, gehabt hätten.  Barker differenzierte weitere zwischen unterschiedlichen hermetischen Strömungen und zeigte Kontinuitäten zwischen Gralschristentum und der Templerweisheit auf. Im Rosenkreuzertum habe schließlich dieses Wissen auch eine Form gefunden, die der Verstand – nicht nur das Gemüt – aufnehmen könne. In dieser Schwellensituation habe Bosch gestanden.

Als Indiz dafür, dass es sich um „geschaute“ Bildinhalte handelte, machte die Referentin auf eine rechts unten in der Mitteltafel in einer Art Grotte befindliche Figur aufmerksam, an deren Haltung, verbunden mit entsprechender Symbolik, deutlich werde, dass sie das im eigenen Inneren erschaute Geschehen überblicke.  Barker interpretierte sie als Repräsentanten von Bosch, der in seinem Schaffen von den beiden großen Meistern des Abendlandes – Christian Rosnekreutz und Meister Jesus – inspiriert gewesen sei. 

Als nächstes bot sie einen Überblick über die einzelnen Darstellungsbereiche des Triptychons im Groben. Ist in der linken Tafel die Erschaffung des Menschen dargestellt sowie der Bereich der Sonnen- und Mondsphäre, findet man in der rechten eine Person, die Rückschau auf ihr eigenes, mit Fehlern behaftetes Leben hält und – da Bosch dies wohl keinem anderen habe „zumuten“ wollen – Züge seines eigenen Gesichts trägt, wie manche meinen. In der Mitteltafel, die in Teilen mit einem ausgleichenden Grün unterlegt ist, erkennt Barker Anspielungen auf die Buchstaben Alpha, Omega und Jota, wobei letzterer für Johannes den Wassermann ( = Johannes der Täufer) stehe. Dieser sei eine geheimnisvolle Gestalt, die man gemäß der christlichen Esoterik als eine frühere Inkarnation von Christian Rosenkreuz bezeichnen könne. Mehr hierüber zu sagen sei in der Kürze der Zeit nicht möglich. Barker behandelte auch eine weitere geheimnisvolle, in diesem Fall weibliche Gestalt, die sie als wesenhafte Weisheit (= Sophia) deutete, die mit ihren Armen – den „Flügeln des Herzens“ – die Menschen inspiriere.  Im oberen Bereich der Mitteltafel fand Barker die Planetensphären dargestellt, welche die Seele nach dem Tod und vor der Geburt durchlaufe.

Im Mittelpunkt ihrer Darstellungen – und damit dem „Irdischen“ am nächsten – stand der Reiterkreis in der Mitte des Triptychons. In den unterschiedlichen Tier- und Reitergruppen sah Barker Darstellungen der wichtigsten religiösen Strömungen, darunter auch die der idealen Kirche der Zukunft, repräsentiert durch Johannes den Evangelisten, Paulus und Augustinus (Bernhard von Clairvaux) bzw. Denken, Fühlen und Wollen.  An Paulus hob sie hervor, dass er durchaus den „Stachel“ gekannt habe, das heißt die Auseinandersetzung mit dem Bösen (Triebhaften) in seinem eigenen Inneren, worauf der in Richtung des Erdinneren verlängerte Schweif seines Reittieres weise.
Insgesamt würden sich demnach  in ihren wesentlichsten Aspekten die folgenden Religionen und Strömungen abgebildet  finden: Rosenkreuzertum, (Abraham), Judentum, Islam, Christentum, Arabismus, Tibet-Ferner Osten, Hinduismus-Yogis, Jainismus, Buddhismus, Türken-Mamelucken. Es sei ein Irrtum zu glauben, diese seien „alle gleich“. Man könne nicht alle Religionen in einen Topf werfen, vielmehr komme es auf deren Besonderheiten an. Diese wiederum würden sich in den Qualitäten der Tierkreiszeichen widerspiegeln. Zudem lasse sich je eine Achse erkennen, die zwischen lebensbejahenden und ichverneinenden bzw. stärker auf das männliche und stärker auf das weibliche Element ausgerichteten Religionen differenziere. Nicht die Reittiere seien es jedoch, die sich bewegten, sondern eigentlich die Menschen, die von Leben zu Leben in unterschiedlichen Kulturkreisen die für sie idealen Bedingungen und Ausgleiche suchten und somit mal in dieser, mal in jener Strömung Platz nähmen.  Aus dieser Perspektive ergebe sich eine Sichtweise, in der jeder Religion ihre Berechtigung und ihr Sinn zukomme. Allerdings wurde auch deutlich, dass dem Christentum eine besondere Bedeutung zuzumessen ist.  Heute indes könne man die Religionen nicht mehr einfach wie früher bestimmten Völkern oder Kulturkreisen zuweisen. Vieles mische sich heute oder erscheine in ganz anderer Form wieder. In der materialistischen Wissenschaft etwa erkannte Barker gewisse Formen einer Auffassung wieder, die nur den eigenen Standpunkt gelten lassen und allgemeinverbindlich machen will.

Abschließend meinte Barker, dass Bosch weit mehr zu sagen habe, als das, was man gewöhnlich in ihn hineindeute. Schon gar nicht sei sein Werk „erotisch“ zu interpretieren. Die Menschen würden unbewusst spüren, dass dies nicht stimmen könne, und dass die Faszination an Bosch von etwas anderem herrühre.  Dabei zeige er in seinen Werken durchaus auch einen gewissen „Schalk“. Bei dem  „Garten der Erkenntnis“ handelt es sich aufgrund der Fülle der Inhalte und der Meisterschaft der Ausführung aus Sicht von Barker eine reife Arbeit von Bosch.

Ein dritter Band über den „Garten der Erkenntnis“ von Catharina Barker ist in Vorbereitung. Dieser wird Aufschlussreiches über die auf dem Bild dargestellten hohen Individualitäten enthalten.

Inhaltlich verwandt zu der Veranstaltung sind zwei Vorträge, die demnächst in der Buchhandlung Metzler in Lörrach-Stetten stattfinden werden. Dr. phil Sebastian Niklaus, Mitarbeiter der FHaB und des Achamoth-Verlags, wird unter dem Überbegriff „Leben in der Weisheit des Grals“ jeweils um 19:30 Uhr über die Themen „Das bewusste Einbeziehen der Passionsstufen in den rosenkreuzerischen Übungsweg“ (22.06.) und „Die Seligpreisungen als Stufen der Verwandlung der Persönlichkeit und des Erlebens der Substanz Christi“ (20.07.) sprechen.  Niklaus wird mit der Referentin außerdem an einer Seminarreihe beteiligt sein, die im September 2013 in der FHaB die „Schritte der spirituellen Persönlichkeitsentwicklung auf dem christlich-rosenkreuzerischen Schulungsweg“ behandelt. (Infos: www.fhab.de, www.achamoth.de)

 

Informationen

Vortrag über rosenkreuzerische Esoterik im Werk Hieronymus Boschs

Lörrach. Am Samstag, den 08.06., 20 Uhr, referiert Catharina Barker in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4, Lörrach) über das Thema „Hieronymus Boschs ‚Der Garten der himmlischen Freuden‘. Eine rosenkreuzerische Darstellung der geistigen Welt“. Es  wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.  
Seit über anderthalb Jahren arbeitet Catharina Barker an der meditativen Aufschlüsselung des Bildes, das Hieronymus Boschs (um 1450–1516) profunde Kenntnisse über das esoterische Christentum und das Wirken des Eingeweihten Christian Rosenkreutz bezeugt, der von ihr als reale Person verstanden wird. Das ganze Triptychon zeigt in Bildern Tatsachen und Episoden aus dem Werdegang der Menschheit auf dem Weg zur Freiheit, so wie diese sich ihrer Deutung gemäß dem inneren Schauen von Bosch gezeigt haben. Unterschiedliche Weltanschauungen und religiöse Strömungen werden in ihrem eigentlichen Wesen und ihrer Intention verständlich, worauf der Schwerpunkt des Vortrags liegt. Insgesamt wird deutlich, dass der Betrachter von Boschs Werken einen tiefen Einblick in die geistigen Welten bekommt – einschließlich der untersinnlichen Sphären des Bösen, worin eine Besonderheit dieses Malers besteht. Inhalte, die rund 500 Jahre später durch das Werk von Rudolf Steiner begrifflich dargestellt wurden, tauchen hier bereits in bildhafter Form auf. Die Referentin legt Ergebnisse ihrer Forschungen auch in einer auf drei Bände konzipierten Studie im Achamoth Verlag vor. Zum 2012 erschienenen ersten Band bemerkt der Herausgeber im Nachwort: „Wären die Inhalte, wie in der vorliegenden Arbeit von Catharina Barker, nicht erforscht worden, würde im Geistgebiet eine Welt unerschlossen bleiben, die den gegenwärtigen und zukünftigen Generationen Mut gegenüber der Realität seelischer und geistiger Zusammenhänge geben kann.  […] Durch dieses Werk gibt Catharina Barker zu erkennen, dass sie in ihrem Wesen der geistigen Strömung, aus welcher Bosch schöpft, zugehörig ist. In dem Werk von Hieronymus Bosch leben die Ziele wie auch die Aufgaben der Rosenkreuzer. Wer sie erkennen will, muss deren Wege gehen.“  (Willi Seiß) Der zweite Band erschien unlängst  (http://www.achamoth.de/catharina-barker_garten-der-himmlischen-freuden-von-hieronymus-bosch-2)

Catharina Barker, geboren in Rotterdam, Niederlande, studierte an der Universität in Groningen und Utrecht Indo-Iranische Sprachen und Kulturen (Sanskrit). Nach Abschluss des Studiums entschloss sie sich für die Kunst und studierte Eurythmie, zunächst in Den Haag, NL, dann in Dornach, CH. Dort war die Autorin anschließend 14 Jahre lang als Mitglied der Eurythmie-Bühne am Goetheanum tätig. Daneben erteilte sie Unterricht in vielen Kursen, Seminaren und in der Eurythmie-Ausbildung. Ihre Arbeit führte sie durch Mittel- und West-Europa, in die U.S.A. und nach Russland. Als sie 1991 an den Bodensee übersiedelte, arbeitete sie zunächst mit heilpädagogisch betreuten Kindern, bis 1992 ihr Sohn zur Welt kam. Seit vielen Jahren ist Catharina Barker im Achamoth Verlag und der Freien Hermetisch-christlichen Studienstätte am Bodensee aktiv tätig und war mitbeteiligt an der Herausgabe der Werke unter anderem von Valentin Tomberg. Ihr Interesse galt ab dem 20. Lebensjahr der Geisteswissenschaft und dem Schulungsweg, wie diese von Rudolf Steiner gelehrt wurden. Heute hat sie sich in Zusammenhang damit dem Studium der Hermetik und dem esoterischen Christentum in umfassendem Sinne zugewendet.                                                                           

>> Infos: www.kulturwerkstatt-dreilaendereck.de, www.fhab.de

 

 

Samstag, 11.05.2013, 20 Uhr

Vortrag: "Euro-Rettung" - ohne demokratische Legitimation?

Referent: Prof. Dietrich Murswiek

 

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Bericht:

Lörrach. Am 11. Mai sprach Professor Dietrich Murswiek, Leiter des Instituts für öffentliches Recht an der Universität Freiburg, in der Kulturwerkstatt über das Thema „‚Euro-Rettung‘ – ohne demokratische Legitimation?“. Murswiek erlangte in Zusammenhang mit dieser Problemstellung Bekanntheit, da er den Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler beim Prozess gegen den ESM in Karlsruhe vertritt. So bezeichnete ihn die „Badische Zeitung“ am 18. April als „profilierte Euro-Kritiker“.

In der Begrüßung durch den Veranstalter wurde zum Ausdruck gebracht, dass man oft den Eindruck habe, die Ereignisse in Zusammenhang mit der Euro-Krise würden wie Naturkatastrophen hereinbrechen, gegen die man sich nicht wehren könne.  Jedoch habe man es hier mit einer von Menschen gemachten Krise zu tun. Und anders als Naturgesetze würden hier die ebenfalls von Menschen geschaffenen Gesetze des demokratischen Rechtsstaats gelten. Diese müsse man beachten –und wenn man sie ändern wolle, könne dies nur durch demokratisch legitimierte Prozesse geschehen.

Zu Anfang ging der Referent darauf ein, dass bei Einführung des Euro erklärt wurde, er würde Vorteile für alle mit sich bringen und sei so stabil wie die D-Mark. Ebenso wurde vertraglich festgelegt, dass in keinem Fall ein Land für ein anderes hafte. Jedes sei sich selbst verantwortlich. (siehe die Bailout-Regel im AEUV) Nun seien aber gerade die gegenwärtigen Probleme mit durch die Einführung des Euro bedingt. Denn hierdurch seien die Zinssätze bei der Kapitalbeschaffung für die Problemstaaten gesunken, so dass diese sich billig Geld verschaffen konnten. Es sei auch die Lage beschönigend, wenn gesagt werde, wir hätten heute doch eine ähnlich niedrige Inflationsrate wie zu DM-Zeiten, denn auf Sparguthaben gebe es zur Zeit so wenig Zinsen, dass man de facto von einer „kalten Enteignung der Sparer“ sprechen müsse.

Detailliert durch Daten und Fakten belegt, zeichnete der Referent die Entwicklung der Euro-Krise seit dem Frühjahr 2010 nach. Er beschrieb, wie (beginnend mit einer Deckungssumme von 110 Milliarden Euro) immer höhere Rettungspakete vereinbart wurden, die man zunächst als „einmalig“ titulierte. Dies habe der Bundestag sogar bei einer Resolution erklärt, die schon zwei Tage später durch die neue Faktenlage nach einer Sitzung des Rats der EU entkräftet wurde.  Teilweise grotesk nahmen sich die weiteren Erhöhungsschritte aus. In einem Fall begründete man sie mit der durch einen Börsen-Crash in New York gegebenen Drucksituation. Dessen Ursache, wie sich später herausstellte, habe jedoch nichts mit dem Euro zu tun gehabt, sondern sei in einem Computerfehler gelegen.  Charakteristisch sei zudem, dass den Bundestagsabgeordneten die äußerst umfangreichen Gesetzestexte und relevanten Dokumente vor Abstimmungen oft nur äußerst kurzfristig vorgelegen seien, und dies teils nicht in einmal in deutscher Sprache – so im Fall des EFSM, wo man einen 1000-seitigen englischen Text erst am Abend zuvor bekommen habe, während man ansonsten für die Einführung eines Gesetzes oft bis zu einem halben Jahr veranschlagen müsse.

Mitte 2012 sei nun – zusätzlich zu den bestehenden Maßnahmen – ein endgültiger Rettungsschirm vereinbart worden, mit einer abrufbaren Summe von 780 Milliarden Euro, für die Deutschland mit 27 Prozent geradestehe. 22 Milliarden seinen bereits eingezahlt worden. Die EZB habe zudem begonnen, Staatsanleihen von Problemstaaten aufzukaufen. Im Endeffekt bedeute dies, dass der Steuerzahler dafür hafte.  Insgesamt würden sich sämtliche Risiken allein für Deutschland schätzungsweise auf rund 1 Billion Euro belaufen. Zum Vergleich: Pro Jahr nehme der Staat in Deutschland 250 Milliarden Euro an Steuern ein, über die alle „lebenswichtigen“ Ausgaben – (Infrastruktur, Bildung etc.) – getätigt werden.

Murswiek meinte nun, dass in Zusammenhang mit der Rettung ärmerer Länder, die zudem gar nicht systemrelevant seien (wie Zypern), der Begriff der Solidarität missbraucht würde. Denn das Geld komme gar nicht bei den Menschen an. De facto würden Banken, Millionäre und Milliardäre „gerettet“, während die einfachen Leute unter den restriktiven Maßnahmen der Euro-Rettungspolitik zu leiden hätten.

Ein Kernstück des Vortrags bestand in der Frage der Legitimation der Rettungsmaßnahmen. Murswiek stellte fest, dass hier erhebliche Defizite und Unklarheiten vorlägen. Bislang habe man beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erreichen können, dass keine dauerhaften Mechanismen installiert würden, sondern dass die Haftungsübernahmen jeweils durch das gewählte Parlament, den Bundestag, gebilligt werden müssten – was angesichts des parteiübergreifend ähnlichen Stimmverhaltens in dieser Frage in der Konsequenz vielleicht wenig ändere, aber strukturell ein entscheidender Unterschied sei. Auch seien Eurobonds als nicht verfassungsrechtlich kompatibel bewertet worden.  Zudem hätten die übrigen beteiligten EU-Staaten eine Erklärung unterzeichnen müssen, wonach nicht, wie ursprünglich geplant, ein anderer Staat automatisch den Anteil eines anderen am ESM zu übernehme habe, wenn dieser die Summe nicht aufbringen könne. Allerdings gingen die Bewertungen darüber, ob diese Erklärung völkerrechtlich verbindlich sei, auseinander.

Heikel sei allemal, dass im ESM festgelegt wurde, dass eine bestimmte Kapitalsumme jederzeit innerhalb kurzer Frist abrufbar sei. Könne Deutschland diese nicht aufbringen, würde Deutschland sein Stimmrecht verlieren, was demokratisch nicht vertretbar sei. Hier habe Karlsruhe nur entschieden, dass eben sicherzustellen sei, dass die Summe jederzeit aufgebracht werden könne.   Wie bleibe fraglich. Ebenfalls nicht mit dem Demokratieprinzip zu vereinbaren sei, dass die Entscheidungen des ESMs geheim bleiben sollten. Der Vertreter Deutschlands müsse dem Parlament nämlich Rede und Antwort stehen könne. Zu bedauern wäre auch, dass Karlsruhe keine am Bundeshaushalt gemessene Obergrenze der von Deutschland zu übernehmenden Haftungssumme festlegen wollte.  Man hoffe eben, dass die Forderungen jeweils zu bewältigen seien. Ein weiterer Kritikpunkt Murswieks bestand in der mittelbaren Staatsfinanzierung, die die Europäische Zentralbank (= EZB) durch Staatsanleihenkäufe betreibe. Damit betätige sie sich indirekt politisch, sei aber weder gewählt noch müsse sie sich vor Wählern verantworten.  Auch habe jeder Mitgliedstaat in deren Rat dasselbe Stimmrecht, gleich wie groß seine Bevölkerung sei, womit man wiederum das Demokratieprinzip ausgehebelt habe.

Murswieks Fazit lautete. Im Großen und Ganzen habe das Bundesverfassungsgericht, das keine wirtschaftspolitischen Entscheidungen treffen könne und wolle, dem bisherigen Kurs der Euro-Rettung stattgegeben, allerdings mit nicht unwichtigen Randkorrekturen. Wie es endgültig ausgehe, könne man nicht vorhersagen.  Positiv sei Murswiek bekannt, dass viele Parlamentarier eigentlich wüssten, dass der insbesondere von Finanzminister Wolfgang Schäuble vorangetriebene Kurs falsch und schädlich sei, aber aus wohl unterschiedlichsten Gründen dennoch anders abstimmen, als es ihrer Erkenntnis entsprechen würde.

Es folgte eine Diskussion, bei welcher der massive Vertrauensverlust in die Politik und Demokratie angesprochen wurde, der mit den immer wieder gebrochenen Gesetzen und Erklärungen sowie der mangelnden demokratischen Legitimation einhergehe. Es wurde eine Parallele zur Situation Weimarer Republik gezogen, in welcher die Demokratie am Ende ebenfalls zu wenig Vertrauen besessen habe, was unheilvolle Entwicklungen nach sich zog. Austreten aus dem Euro könne Deutschland wohl, meinte Murswiek, da man auch gewissen EU-Ländern trotz Erfüllung der Eintrittskriterien zugestanden habe, sich nicht am Euro zu beteiligen. Die Frage sei allerdings, ob Deutschland es sich noch werde leisten können … Gefragt, was man tun könne, außer den Rechtsweg zu beschreiten, verwies Murswiek, ohne Parteipolitik machen zu wollen, auf das Programm der AfD  (www.alternativefuer.de) , das eine Alternative zu den Positionen der im Bundestag vertretenen Parteien darstelle. Eine Zuhörerin verwies zudem auf die Bedeutung, sich für direkte Demokratie zu engagieren, um auch auf diese Weise Einfluss zu nehmen, was Murswiek gerne aufgriff.   

Im Gästebuch vermerkte der Referent: „Schön, daß die Kulturwerkstatt auch ein so politisches Thema aufgreift. Ein sehr interessiertes Publikum und eine lebendige Diskussion – gut, daß es das gibt in Lörrach.“ Murswiek hat auch an der Universität Freiburg einen Vortrag zum Thema gehalten, der als Video im Internet steht http://podcasts.uni-freiburg.de/podcast_content?id_content=168 oder http://www.youtube.com/watch?v=asYMvoo5yS4

Am Rand der Veranstaltung konnte der Lörracher Musik Ulrich Lacher noch auf sein „DM-Lied“ hinweisen – aufgenommen mit der Formation „Neue Deutsche Welle“ –, wodurch das ernste Thema auch etwas Humoristisch-(Selbst-)Ironisches gewinnt. Infos:  Ulrich Lacher, Gustav-Hugo-Str. 5, 79540 Lörrach, Tel. 0762113993.

 

Informationen

Zur „Euro-Rettung“ hat die Politik „Rettungsschirme“ mit einem Volumen von über einer Billion Euro aufgespannt und die EZB kauft Staatsanleihen von Problemstaaten in unbegrenztem Umfang. Die hieraus resultierenden Risiken für die deutschen Steuerzahler haben längst die Größe eines ganzen Bundeshaushalts überschritten. Ist das alles mit dem Grundgesetz vereinbar? Das Bundesverfassungsgericht hat sich in mehreren Entscheidungen mit der Rettungspolitik befasst, eine weitere steht noch aus. Der Vortrag berichtet über diese Rechtsprechung und nimmt kritisch zu ihr Stellung. Sein Fazit: Der „Euro-Rettung“ fehlt weitgehend die demokratische Legitimation. –

Prof. Dr. Dietrich Murswiek ist Direktor des Instituts für Öffentliches Recht der Universität Freiburg und Prozessvertreter des Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler in dem verfassungsgerichtlichen Verfahren gegen den ESM.

 

 

Freitag, 23.03.2013, 20 Uhr

Vortrag:  Aurachirurgie – ein Weg des medialen Heilens

Referent: Gerhard Klügl

 

Copyright by Björn Steiert

 

Bericht

Am 23. März brachte Gerhard Klügl dem Publikum der Lörracher Kulturwerkstatt näher, was es mit der sogenannten „Aurachirurgie“ auf sich hat, in der sich bereits begrifflich zwei Bereiche begegnen, die meist getrennt voneinander gedacht werden: der des Seelisch-Geistigen und des Materiellen . In der Aurachirurgie wird versucht, durch Eingriffe auf der seelisch-geistigen Ebene Heilwirkungen auf körperlicher Ebene zu erzielen, wofür die Voraussetzung ist, dass eine gewisse empathische Resonanz zwischen Heiler und Patient entsteht. So vermag ein Aurachirurg zwar – wie jeder seriöse Mediziner – kein Heilungsversprechen abzugeben, sehr wohl aber eine Behandlungsmöglichkeit für diejenigen anzubieten, die diesen Weg beschreiten wollen. Geeignet sei die Aurachirurgie oft für solche Krankheiten, die sich auch real ursächlich chirurgisch behandeln ließen – also nicht für  Depressionen, Alzheimer,  Parkinson oder dem meist auf komplexere Ursachen zurückzuführenden Krebs, jedoch für sehr viele andere Beschwerden.  

Der Referent hat seit 1998 mit dieser Methode weltweit über 13000 Patienten behandelt und vermittelt sein praktisches Wissen zunehmend an Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten. Inzwischen stößt seine Arbeit auf immer größeres Interesse. So wurde er beispielsweise in die NRD-Talkshow „3nach9“ eingeladen, wo er seine Vorgehensweise an der hierfür offenen ehemaligen Grünen-Politikerin Barbara Rütting demonstrierte, und in einer sehr sachlichen Fernsehdokumentation mit dem Titel „Ich bin ein Weltenmensch“ auf 3SAT vorgestellt: http://www.youtube.com/watch?v=nKzsVmFalUA. Zudem ist er Verfasser des Buches „Quantenland. Ein Leben als Aurachirurg“.

Klügl begann seinen von einer Powerpoint-Präsentation begleiteten Vortrag mit einer Schilderung seines eigenen Zugangs zur Aurachirurgie, zu der ihn als Beamter des Münchner Patentamtes zunächst nichts zu prädestinieren schien. Allerdings vermittelte er gerade durch seinen bodenständigen Hintergrund und sein unprätentiöses Auftreten auf viele Anwesenden einen glaubwürdigen Eindruck, wie mehrfach geäußert wurde. Durch ein wachsendes persönliches Interesse, Begegnungen (u.a. mit dem Geistheiler Tom Johanson und dem Aurachirurgen Stephen Turoff) und erste praktische Erfahrungen gelangte er schließlich zu einer immer tieferen Auseinandersetzung mit dem Bereich der Esoterik im Allgemeinen sowie der Aurachirurgie im Besonderen.

Im Anschluss an das Biographische skizzierte Klügl einige Grundgedanken eines hypothetischen Modells, mit welchem sich die Wirkung der Aurachirurgie erklären ließe, wobei er wiederholt auf Analogien zu quantenphysikalischen Vorstellungsmodellen zu sprechen kam, die auf einen Zusammenhang von Allem mit Allem hindeuten. Diese Auffassung steht vielen älteren Philosophien und religiösen Weltbildern sehr nahe. Manche Aspekte konnten in der Kürze der Zeit nur angedeutet bzw. im Sinne eines Denkanstoßes vermittelt werden. Hierzu dienten auch die eingestreuten Zitate von Wissenschaftlern und überraschenden Bezüge zu aktuellen Themen (etwa die Problematik des Euro, auf dessen unklug gewählte Symbolik und Benennung Klügl am Rande einging).

Nach der Pause wurden die praktischen Aspekte vertieft und Einzelnes auch demonstriert, wobei der Referent keine aurachirurgische Behandlung im eigentlichen Sinne vorführen wollte. Verantwortungsvoll sei dies nur in ausreichendem Zeitrahmen möglich, da man nie im Vorhinein wisse, welche Maßnahmen und Schritte nötig seien. Deutlich wurde, welch vielfältige Analysen und Herangehensweisen nötig sind, um die Ursache eines Symptoms beziehungsweise Krankheitsbildes zu erfassen. Ein Aspekt ist die intuitive Herangehensweise, bei der Klügl die für ihn unsichtbare Aura – also das energetisch-seelische Umfeld des Patienten – gleichsam mit seinen Händen abtastet. Ein weiterer besteht im Einsatz von Instrumenten, die aus der Chirurgie bekannt sind (z.B. Skalpellen und Spritzen), an bildhaften Modellen des Körpers bzw. von Organen. Dies diene der Induzierung bzw. der Veranschaulichung des Vorgangs der Informationsübertragung oder Informationslöschung in der Aura. Passend zu unserem technisch-elektronischen Zeitalter kommt auch dem Computer in der Aurachirurgie eine sowohl praktische als auch symbolisierende Bedeutung zu. Mithilfe eines auf nichtlinearer Systemanalyse basierenden Programms namens „Etascan“ führt Klügl üblicherweise unterstützende Analysen durch und setzt es ebenfalls zur Veranschaulichung am Bildschirm mittels Organ- und Körperbildern ein. Speziell dieser Bereich dürfte für Laien ohne weitere Informationen womöglich die größten Probleme der Nachvollziehbarkeit aufgeworfen und so zur eigenen Beschäftigung im Anschluss an den Vortrag veranlasst haben.

Oft bezieht Klügl sich auf das Modell der Reinkarnation. Insofern davon ausgegangen wird, dass unser als ewig zu denkendes Seelisch-Geistiges den (sterblichen) Körper prägt, wird plausibel, dass sich traumatische Erlebnisse (auch aus früheren Leben) in bestimmten Organen oder Gehirnregionen niederschlagen. Allerdings betont der Referent, dass er hier nicht von absoluten Wahrheiten spricht. Bilder, die auf grausame Erlebnisse hindeuten – wie ein Strick auf den Tod durch Erhängen – müssten demnach nicht zwangsläufig auf einen entsprechenden realen Hintergrund hindeuten. Sehr wohl könne sich in ihnen aber ein tatsächliches Problem des Patienten ausdrücken, das sich – indem man mit diesen Bildern operiert – oft lösen lässt. Sehr oft spielten auch einmal geleistete „ewige“ Gelübde eine Rolle und würden damit unterbewusst in der Seele und damit im Körper des Patienten nachwirken – einem Phänomen, welchem Klügl unter Mitwirkung einer Dame aus dem Publikum und unter Einbezug kinesiologischer Test nachging. Er schilderte zudem einige gehäuft aufgetretene Fälle (Prostataleiden, Unfruchtbarkeit), ohne aus diesen aber allgemeingültige Regeln abzuleiten, denn: Jeder sei ein selbstverantwortliches Individuum. Und genau so solle eine Krankheit auch individuell verstanden und behandelt werden, und zwar nach der jeweils für den jeweiligen Menschen geeigneten und von diesem gewählten Methode.

Hieran wie auch an anderen Aussagen wurde deutlich, dass Klügl sich keineswegs als Gegner der Schulmedizin begreift, sondern jeder Behandlungsweise ihre volle Berechtigung und Notwendigkeit zuerkennt.  Auch wenn er von seinem Berufsweg her selbst über keinen entsprechenden Hintergrund verfügt (wohl aber über eine jahrelange Erfahrung durch seine Arbeit in Kooperation mit Ärzten), macht er eine fundierte heilpraktische, physiotherapeutische oder medizinische Ausbildung als Voraussetzung um Besuch seiner Seminare, in denen er die Methode der Aurachirurgie anderen lehrt. Denn es sei ihm wichtig, eine Verständigungsgrundlage zu haben. Dass Klügl aktiv den Dialog und die Kooperation mit der akademischen Wissenschaft sucht, zeigt sich daran, dass er sich nicht scheut, die Wirkung seiner Behandlungen durch objektive Messmethoden nachzuweisen. So berichtete er, dass in der 2012 erfolgten Zusammenarbeit mit Dr. Klaus Volkamer Versuche durchgeführt wurden, bei denen mit einer Präzisionswaage erstaunliche Gewichtsveränderungen bei Klügls Patienten sowie bei mit diesen verbundenen Gegenständen festgestellt wurden. Auch die elektrischen Phänomene, die mittels der Kirlianfotografie im Umkreis von Körpern sichtbar gemacht werden können und oft als Aura bezeichnet werden, zeigen signifikante Reaktionen auf aurachirurgische Eingriffe. Beides beweist also, dass bei einer Aurachirurgie objektiv etwas vor sich geht, wenn auch die Frage was damit noch nicht beantwortet ist. Klügl wollte hierfür keine vorschnelle Erklärung anbieten, sondern deutete darauf hin, dass hier ein Gebiet vorliegt, das weiterer – unbefangener – Forschung bedarf.

Überhaupt trat Klügl nicht als Welterklärer, sondern als den Phänomenen offen und mit Neugier gegenüberstehender Zeitgenosse auf, dem es allerdings wichtig ist, neue Sichtweisen zu gewinnen und zu vermitteln. Insbesondere ist es ihm ein Anliegen, das über Jahrtausende ausgeprägte Schulddenken zu ersetzen, indem der Begriff der Schuld durch den der Verantwortung ersetzt wird. Der „Befreiung“ dienten auch seine nicht nur zur Auflockerung gedachten eingestreuten Witze und Cartoons mit medizinischem Bezug. Im Sinne des Sprichworts „Lachen ist die beste Medizin“ scheint gerade das ernste Thema Krankheit einer solchen Perspektive zu bedürfen.

Dass finanzielle Aspekte für Klügl nicht das Entscheidende sind, zeigte sich an dem mit 120 Euro moderaten Preis für eine einstündige Sitzung, von der laut seiner Aussage meist ohnehin eine einzige genüge. Auch könne er ohnehin nur eine begrenzte Anzahl von Patienten behandeln. Die Nachfrage sei freilich sehr groß.  

Die Anwesenden bedachten den Referenten mit lang anhaltendem, warmem Applaus und stellten viele interessierte Fragen, vereinzelt kritische nach den notwendigen Ausbildungsvoraussetzungen. Im Ganzen wurde die Auffassung vertreten, die auch der Referent aussprach: So ungewöhnlich manches an der Aurachirurgie oder anderen alternativen Behandlungsmethoden scheinen mag – wer heilt, hat Recht.

 

Informationen

Die Aurachirurgie ist eine Behandlung des feinstofflichen Körpers, der sogenannten Aura. Mit Hilfe von üblichen chirurgischen Instrumenten (Skalpellen, Klammern, Sonden usw.) können Störfelder in der Aura behandelt werden, die sich wiederum auf energetischem Weg, auf die Organe des Körpers auswirken.

Das erste Mal konnte im Institut von Prof. Gary Schwartz in Tucson (Arizona) im Juli 2001 jeder Schritt der Aurachirurgiebehandlung  mittels Kirlianfotografie nachgewiesen werden. Auch mit sog. nichtlinearer Systemanalyse kann die Wirkung der Aurachirurgie dargestellt werden. 2012 erfolgten in Zusammenarbeit mit Dr. Klaus Volkamer Versuche mit Präzisionswaagen, wo nach jedem Schritt der Behandlung die Personen gewogen wurden und sich dabei Gewichtsveränderungen innerhalb von wenigen Minuten bis zu 8 Kilogramm ergaben.

Seit 1998 hat Gerhard Klügl weltweit über 13000 Patienten behandelt. Er praktiziert seit 2009 in seinem Institut in Gais (Schweiz) und leitet auch inzwischen Seminare für Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten im In- und Ausland, in denen er sein Wissen und seine Erfahrungen weitervermittelt. Im Juni 2009 wurde über seine Art der Aurachirurgie der Film "Ich bin ein Weltenmensch" bei 3Sat gesendet (zu sehen auch auf Youtube). 2012 erschien sein Buch "Quantenland", in dem Gerhard Klügl neben Fallbeispielen auch versucht, den wissenschaftlichen und philosophischen Hintergrund der Aurachirurgie zu vermitteln.

So ist es für Gerhard Klügl zum Anliegen geworden, diese Art der Aurachirurgie mit den Methoden der Alternativmedizin zu verbinden, um so einen neuen Weg des Heilwerdens zu beschreiten.

Die Wirkungsweise der Aurachirurgie wird Gerhard Klügl während seines Vortrags auch an einigen Beispielen demonstrieren.

Gerhard Klügl sieht sich nicht als Heiler, sondern mehr als Mittler, der eine Heilinformation weitergibt.

 


Samstag, 16.03.2013, 20 Uhr

Vortrag: Terminale Geistesklarheit und andere ungewöhnliche Phänomene in Todesnähe

Referent: Dr. Michael Nahm

 

Bildquelle: privat (M. Nahm)

 

Bericht

Michael Nahm stellte in der Kulturwerkstatt die Ergebnisse seiner Auseinandersetzung mit dem noch wenig beachteten Phänomen der „terminalen Geistesklarheit“ vor, die er in seinem Buch „Wenn die Dunkelheit ein Ende findet“, das eine Pionierleistung auf diesem Gebiet darstellt, veröffentlichte. Hierunter ist zu verstehen, dass sich der Mensch in der seinem Tod unmittelbar vorausgehenden Zeit plötzlich hellwach zeigt, auch wenn er vorher durch körperliche oder psychische Krankheit hierzu für lange Zeit oder dauerhaft unfähig war. Nahm gliederte seinen Vortrag in die Themenbereiche „psychotisch-neurologische Erkrankungen“, „Erklärungsmodelle“ und „verwandte Themenbereiche“. Anderen Phänomenen in Todesnähe, wie visionären Erscheinungen oder Nahtoderlebnissen, schenkte er dabei ebenfalls Aufmerksamkeit.

Nahm schilderte viele Beispiele aus der Literatur. Auffällig hierbei sei gewesen, dass noch vor zweihundert Jahren auch in medizinischen Publikationen öfters über terminale Geistesklarheit berichtet wurde. Im 20. Jahrhundert folgte dann eine Zeit, in der fast nichts mehr an nämlicher Stelle veröffentlicht wurde – wohl aus Angst, die Reputation zu verlieren –, erst in jüngerer Vergangenheit befasse man sich wieder zunehmend mit dieser Thematik.  Er führte die Aussage eines berühmten Alzheimerforschers der Gegenwart an, der bestätigte, dass das Phänomen der Rückkehr der Persönlichkeit und des Gedächtnisses im Vorfeld des Todes bekannt sei, dass man aber keine Erklärung dafür habe. Gerade die angeblich relevanten Hirnpartien, so Nahm, seien ja oft weitgehend zerstört. Entsprechende Vorgänge in Todesnähe wurden – allgemein auf das Sterben von Menschen bezogen – durch Äußerungen eines im Publikum anwesenden Hospizmitarbeiters sowie einer Ärztin bekräftigt. Sie seien sogar die Regel. Die Menschen würden vor dem Tod zuweilen regelrecht vital und munter.

Der Referent wandte sich in einer tabellarischen Übersicht den von ihm aufgefundenen oder ihm geschilderten Beispielfällen zu Krankheiten wie der Affektiven Störung, Schizophrenie, Menningitis, Geschwulsten, Tumoren, Alzheimer und Schlaganfällen zu und berichtete berührende Einzelschicksale, darunter jenes von einer ihr Leben lang geistig behinderten, des sprachlichen Ausdrucks unfähigen Frau, die vor ihrem Tod ein religiöses Lied gesungen habe. Nahm sprach das Problem an, dass bislang noch keine wissenschaftlichen Studien zu dem Phänomen der terminalen Geistesklarheit vorlägen. Er hoffe aber, dass man diese Thematik künftig vertiefend erforsche und berichtete von Schritten in diese Richtung.

Im anschließenden Teil hinterfragte Nahm gängige Modelle der Hirnforschung, etwa des Gehirns als eines sich (etwa nach einem Unfall) selbst organisierenden Gebildes (Stichwort: neuronale Plastizität). Er führte Beispiele aus verwandten Themenbereichen an - wie etwa dem der Hypnose –, die zeigten, dass der Geist bzw. ein aktiver Willensentschluss Veranlassung für strukturelle Veränderungen auf körperliche Ebene seien. Dabei besprach er am Rande auch solch erstaunliche Besonderheiten wie jene, dass es bei multiplen Persönlichkeiten der Fall sein könne, dass nur einzelne der in ein- und demselben Körper vorhandenen Persönlichkeiten an bestimmten Allergien litten.

Zuletzt erklärte Nahm, dass aus seiner Sicht gerade die Kenntnisnahme und Erforschung von Anomalien uns in unserer Erkenntnis weiterbringen würden. Er legte keine fertigen oder detaillierten Theorien vor. Jedoch, so Nahm, begreife er Geist und Gehirn als nicht in einem 1:1 Verhältnis zueinander stehend, vielmehr gehe er davon aus, dass es eine Art intakten Wesenskern gebe, der unabhängig vom Körper existiere und sich wieder zeigen könne, wenn er von den Einschränkungen der materiellen Gegebenheiten frei werde. Eventuell sei er in der Lage, auch defekte Gehirnmaterie wieder zu überschreiben. Diesen Wesenskern bezeichnete Nahm als „Mensch hinter den Kulissen“. So gesehen sei das Gehirn nicht Produzent unseres Geistes, sondern eher ein Transmitter an der Schnittstelle zwischen der sinnlichen Welt und unserem Geist. Eine Schnittstelle, an der sich innere Vorgänge und Sinneswahrnehmungen widerspiegelten. Vielleicht würden sich in der Erforschung der terminalen  Geistesklarheit unter diesem Gesichtspunkt auch neue Ansätze von Therapien für die Behandlung Kranker ergeben.

 

Informationen

Seit alten Zeiten ist bekannt, dass Symptome von geistiger Erkrankung in Todesnähe deutliche Verbesserungen erfahren können. Allerdings wurde dieses Phänomen bis zum heutigen Tag von Ärzten und Psychiatern, aber auch von Sterbeforschern und Parapsychologen kaum zur Kenntnis genommen. In diesem Vortrag werden die erstaunlichsten Fallbeispiele dargestellt, die Nahm im Zuge einer Literaturstudie gefunden hat und die ihm persönlich mitgeteilt worden sind. Dazu gehören Fälle, bei denen das Gehirn im Vorfeld des Wiedererwachens der Geistesklarheit deutlich geschädigt worden ist, beispielsweise durch Tumore, Schlaganfälle oder die Alzheimer’sche Erkrankung. Doch es existieren auch bemerkenswerte Fallberichte, wobei das Gehirn im Vorfeld keine nennenswerten organischen Schädigungen erfahren hat. Dazu zählen Fälle von Patienten, die vor der Rückkehr ihrer Geisteskräfte jahrzehntelang ununterbrochenen in Zuständen schwerer Schizophrenie gelebt haben. Selbst Menschen mit geistigen Behinderungen sollen kurz vor ihrem Tod zu einer nie zuvor beobachteten geistigen Klarheit erwacht sein.

Derartige Befunde stellen die schulwissenschaftliche Annahme in Frage, wonach unser menschliches Selbsterleben ausschließlich ein Produkt der Biochemie des Gehirns ist. Zudem könnten sich hier neuartige Therapieansätze eröffnen.

Terminale Geistesklarheit scheint überdies Bezüge zu Todesnähe-Visionen und Nahtod-Erfahrungen zu besitzen, aber auch zu anderen rätselhaften Aspekten des menschlichen Geisteslabens. Auch diesbezügliche Beispiele wird Nahm in seinem Vortrag vorstellen.

Insgesamt deutet Vieles darauf hin, dass das menschliche Geistesleben sich nicht in dem Erfahren unseres normalen Wachzustandes und der Biochemie unseres Gehirns erschöpft – ein Befund mit weitreichenden Konsequenzen für unser Selbstverständnis als Mensch.

Michael Nahm studierte Zoologie, Botanik, Genetik und Paläontologie und beschloss das Biologiestudium mit einer Arbeit über Zugvögel. Danach absolvierte er eine Ausbildung zum Lehrer für F.M. Alexander-Technik und promovierte im Bereich Pflanzenphysiologie. Ungelöste Evolutionsprobleme, Rätsel des menschlichen Geisteslebens sowie ungewöhnliche Erfahrungen in Todesnähe bilden seit vielen Jahren Schwerpunkte seiner Interessen. Nahm ist Autor zweier Bücher und zahlreicher begutachteter Publikationen zu den genannten Themen.

Aktuelle Buchpublikation 2012: Michael Nahm: „Wenn die Dunkelheit ein Ende findet: Terminale Geistesklarheit und andere ungewöhnliche Phänomene in Todesnähe.“ Crotona Verlag, 17.95 Euro (ISBN: 3861910241).

 

 

Samstag, 02.02.2013, 20 Uhr

Vortrag: Lebensharmonie für Mensch & Tier - Energiearbeit unter Anwendung von Farben und Tierkommunikation

Referentin: Daniela Salg

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Bericht:

Am 2. Februar sprach die Tiertherapeutin Daniela Salg aus Gersbach in der Kulturwerkstatt Lörrach über das Thema „Lebensharmonie für Mensch und Tier. Energiearbeit unter Anwendung von Farben und Tierkommunikation“. Salg kam in Begleitung zweier Hunde – eines Australian Shepard namens Pocket und einer auf das Aufspüren von Schimmel spezialisierten Schäferhündin namens Aviani –, um den Anwesenden einige Praktiken demonstrieren zu können.

Der Vortrag war so aufgebaut, dass er zunächst das Gebiet der Tierkommunikation behandelte. Die Referentin schilderte hier einige erstaunliche Erlebnisse, die indirekt die intuitiven Mitteilungen bestätigten, die sie gemäß ihren Darstellungen von Tieren empfangen hatte. So habe sie in dem einen Fall ein „Streitobjekt“ richtig gezeigt bekommen, worauf das Tier nach Auflösung des Konflikts wieder ein friedliches Verhalten an den Tag gelegt habe. In dem anderen Fall sei ihr von einem Hund erklärt worden, dass er einen anderen Namen trage, als ihr von der Besitzerin gesagt worden sei – was sich dann auch als zutreffend erwiesen habe. Grundsätzlich sei es wichtig, dass die Kommunikation über die Herzebene erfolge, was – basierend auf Angaben, wie Name, Alter, Rasse – auch auf die Ferne möglich sei. Die Stimme des Besitzers ermögliche zudem eine Art „Verbindung“ bzw. einen das Zustandekommen eines Flusses der Information. Vieles werde über Bilder mitgeteilt. Salg besprach aber auch ethische Fragen und schilderte, in welchen Fällen sie aus guten Gründen Abstand von einem Kommunikationsversuch nehme bzw. was sie nicht vertreten könne.

Als nächstes behandelte sie die Arbeit mit Farben und wusste auch hier über Erfolge zu berichten, die unter bestimmten Bedingungen möglich gewesen seien. Angesprochen wurden unter anderem Fälle von Schlaganfall und Arthrose. Zu ermitteln sei, ob ein „Zuviel“ oder ein „Zuwenig“ einer betreffenden Farbe vorliege. Die intuitive Wahl des Tieres sei zu beachten. Sie führte kurz vor, wie eine solche Farbbehandlung üblicherweise ablaufe. Anschließend beschrieb sie die Arbeit mit sogenannten Seelenbildern, welche den inneren Zustand eines Tieres einfangen und so manches verdeutlichen können. Es zeichnete ihren Vortrag aus, dass er an der Praxis orientiert war, wobei sie grundsätzlich die Methode der „Positiv-Verstärkung“, z.B. durch das Clicker-Training, vertrat. Entsprechend praxisorientiert waren auch die Fragen der Zuhörer ausgerichtet. Salg konnte hier aus einem reichen Fundus an Erfahrungen schöpfen. So ist sie Gründerin eines Gnadenhofes für Pferde und Hunde sowie Rettungshundeführerin bei der Rettungshundestaffel Malteser-Wiesental. Informationen über ihre Tätigkeiten finden sich unter: www.tierharmonie.eu

Am Rande der Veranstaltung machte der Vorstand der Kulturwerkstatt noch die Mitteilung, dass Willi Seiß, seit 2003 geschätzter Referent der Kulturwerkstatt, am 25.01.2013 im Alter von 90 Jahren verstarb. (Mitteilung: In Erinnerung an Willi Seiß, 12.11.1922 - 25.01.2013 >> Download). Es wurden seine Verdienste auf dem Gebiet der geistigen Forschung hervorgehoben und darauf hingewiesen, dass man der von ihm vertretenen Richtung des christlichen Hermetismus auch weiterhin in der Programmplanung berücksichtigen wolle.

 

Informationen:

In dem Vortrag geht es um das Zusammenleben mit Tieren: Es wird anschaulich gemacht, wie energetische Reinigung, Farbtherapieund Seelenbilder in der Tierkommunikation hilfreich sein können – und zwar auf allen Ebenen: körperlich, geistig, emotional. DieseMethoden wirken entspannend, harmonisierend und wohltuendauf Tier und Tierhalter. Daniela Salg zeigt auf, wie über positive Verstärkung sowie mit Hilfe einer gewaltfreien, liebevollen und dennoch konsequenten Erziehung ein harmonischesZusammenspiel zwischen Tier und Tierhalter entsteht. Dies wird beispielhaft verdeutlicht an der sogenannten „gewaltlosen Arbeit“mit Hunden.

Daniela Salg ist Tiertherapeutin (AETS), sie gründete das Zentrum „Lebensharmonie für Mensch und Tier“ sowie einen „Gnadenhof“ fürPferde und Hunde und ist Rettungshundeführerin bei derRettungshundestaffel Malteser- Wiesental. Informationen unter: www.tierharmonie.eu